Werbungspot_imgspot_img
SportHSV-Frauen müssen nach Pleite weiter zittern - und sorgen sich um Doucouré

HSV-Frauen müssen nach Pleite weiter zittern – und sorgen sich um Doucouré

Stand: 01.05.2026 • 19:09 Uhr

Die Fußballerinnen des HSV haben in der Bundesliga im Kampf um den Klassenerhalt einen herben Dämpfer kassiert. Die Hamburgerinnen verloren am Freitagnachmittag unglücklich gegen Union Berlin mit 0:1 (0:0). Sorgen gab es zudem nach dem Spiel um Abwehrspielerin Magou Doucouré.

Vor allem im ersten Abschnitt waren die HSV-Frauen das deutlich bessere Team, waren läuferisch stark und giftig in den Zweikämpfen. Einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig – und das rächte sich. Amber Tysiak erzielte den Treffer des Tages für die Gäste (60.) und stellte den Spielverlauf damit auf den Kopf.

Die Hamburgerinenn verpassten es so, eine Woche nach dem 1:0-Auswärtssieg beim Debüt von Trainer Rodolfo Cardoso in Nürnberg einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Bundesliga-Verbleib zu machen. Der Vorsprung vor der SGS Essen, die am Sonntag den Tabellenfünften Leverkusen empfängt (14 Uhr), beträgt weiter drei Zähler.

Für die Hamburgerinnen geht es am nächsten Sonnabend mit dem Gastspiel beim 1. FC Köln weiter (12 Uhr, im NDR Livecenter), ehe am letzten Spieltag Meister Bayern München in die Hansestadt kommt (17. Mai).

HSV-Frauen betreiben Chancenwucher

Es dauerte rund eine Viertelstunde, dann nahm die Partie im Volksparkstadion Fahrt auf – und die Gastgeberinnen kamen zur ersten dicken Gelegenheit. Stürmerin Christin Meyer brachte den Ball nach einer Ecke von der rechten Seite per Kopf auf das Tor, Cara Bösl parierte auf der Linie aber stark (16.). Und nur vier Minuten später war die Union-Keeperin erneut gegen einen Kopfball Meyers zur Stelle.

Die Berlinerinnen, die mehr Ballbesitz hatten, bekamen kurz danach zwar ihre vermeintliche Führung nach einem Freistoß wegen eines Foulspiels zurückgepfiffen (22.). Gefährlicher aber blieben die Hamburgerinnen, die sich nach einer Vierfach-Chance endgültig ärgern mussten, nicht in Führung zu liegen. Mia Büchele setzte zunächst einen Freistoß von der linken Seite an den rechten Innenpfosten – und dann ging die Bösl-Show weiter, die binnen weniger Sekunden die Schüsse von Paulina Bartz, Svea Stoldt und Pauline Machtens parierte (28.).

Entweder das Aluminium oder Union-Keeperin Cara Bösl standen einem Treffer der HSV-Frauen am Freitag im Weg.

Tysiak trifft aus dem Getümmel

Der Hamburger Chancenwucher ging auch nach der Pause weiter. Dieses Mal ließ Bösl eine Freistoßflanke fallen, Sophie Hillebrand setzte den Ball aber neben das Tor (51.). Wenig später wurden auch die Gäste dann mal aus dem Spiel heraus gefährlich: Lea Paulick parierte den leicht abgefälschten Schuss von Jenny Hipp (57.).

Drei Minuten später aber war sie geschlagen. Zunächst hielt sie nach einer Freistoßflanke noch stark und lenkte den Ball an den Pfosten. Auch am Nachschuss von Tysiak war sie dran, der Ball aber hinter der Linie – 0:1.

Ausgleichschancen bleiben ungenutzt

Das Cardoso-Team musste sich von dem Schock zehn Minuten lang erholen und hatte durch Bartz wieder einen Abschluss. Ihre Bogenlampe fiel auf die Latte (70.). Die rund 8.600 Fans in der Arena peitschten ihr Team nach vone. Camilla Linberg jagte zwei Fernschüsse über das Tor (72. und 76.), Annaleen Böhler brachte hinter ihren Kopfball nicht genug Druck (81.).

Und als dann auch noch die kurz zuvor eingewechselte Vildan Kardesler nach einem starken Solo den linken Pfosten traf (88.) und ein Versuch von Meyer am rechten Pfosten landete (90.+7), stand die Niederlage fest.

Doucouré bricht auf dem Rasen zusammen

Die Abstiegssorgen der Hamburgerinnen sind damit unverändert groß, traten direkt nach Abpfiff aber in den Hintergrund, als die in der 84. Minute ausgewechselte Verteidigerin Doucouré zusammenbrach. Die 25 Jahre alte Französin musste auf dem Platz behandelt werden und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Noch beim Abtransport vom Gelände des Volksparkstadions war Doucouré nach Angaben des HSV bereits wieder ansprechbar und stabil. “Wir sind alle immer noch geschockt angesichts dieses Vorfalls. In solchen Momenten merkt man, was am Wichtigsten ist. Die Gesundheit der Spielerinnen ist das Einzige, was zählt – alles andere ist heute egal”, erklärte Vorstand Eric Huwer. Weiter sagte er: “Wir sind erleichtert, dass die ersten Rückmeldungen vorsichtig positiv sind. Wir drücken alle Daumen, denken an Magou und hoffen, dass sie schnell wieder auf die Beine kommt.”


Quelle:

www.sportschau.de