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GesellschaftReligion & SpiritualitätDem Katholischen bis zuletzt verbunden / Kabarettist Konrad Beikircher ist tot

Dem Katholischen bis zuletzt verbunden / Kabarettist Konrad Beikircher ist tot

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den gestorbenen Kabarettisten Konrad Beikircher gewürdigt. “Nordrhein-Westfalen trauert um einen der bekanntesten Kabarettisten Deutschlands”, teilte Wüst am Mittwoch in Düsseldorf mit. “Konrad Beikircher hat das Rheinland in jungen Jahren zu seiner Heimat gemacht und lebenslang in sein Herz geschlossen. Er hat die rheinische Lebensart mit ihren vielfältigen Dialekten gelebt und geliebt – und dem rheinischen Humor bundesweit Sympathie beschert.”

Humor und Herzlichkeit

Der Kabarettist, Musiker und Buchautor Beikircher starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie seine Agentur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Zuletzt war er noch mit seinem Abschiedsprogramm “Arrivederci” unterwegs gewesen, das zum Jahresende abgeschlossen sein sollte. Er lebte auf dem Katharinenhof in Bonn-Bad Godesberg, wo auch regelmäßig Ausstellungen und Auftritte stattfanden.

“Der Tod von Konrad Beikircher macht mich wie viele Bonner traurig”, teilte der Chef der NRW-Staatskanzlei Nathanael Liminski (CDU) der KNA mit. “Er hat Bonn und das Rheinland über Jahrzehnte mit Humor und Herzlichkeit geprägt wie wenige andere. Ihm ist es auf besondere Weise gelungen, Menschen zum Lachen zu bringen, unsere rheinische Sprache lebendig zu halten und vielen ein Stück Heimat zu vermitteln.”

Dem Katholischen verbunden

Sein Verhältnis zur katholischen Kirche bezeichnete Beikircher im KNA-Interview zu seinem 80. Geburtstag zwar als “getrübt”. Dennoch bleibe er “dem Katholischen verbunden”, sagte er damals. “Der Versuch, tolerant zu leben – Nächstenliebe ist so ein großes Wort -, ist mir schon wichtig.”

Beikircher wurde am 22. Dezember 1945 in Südtirol geboren und ab 1986 öffentlich bekannt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre lang als Gefängnispsychologe – er bezeichnete sich selbst später als “ehemaligen Psychologen”. Für seine “Rheinische Trilogie”, in der er die rheinische Sprache und Wesensart erkundet, entstanden zwischen 1991 und 2011 ganze elf Bühnenprogramme. Als Moderator und Autor mehrerer Konzert- und Opernführer machte er sich zudem einen durchaus “seriösen” Namen in den Musikwissenschaften.

“Ich glaube, dass er nicht trotz, sondern gerade wegen seiner italienischen Wurzeln mit dem Blick des Zugezogenen die Menschen im Rheinland und ihre Sprache besser verstehen und erklären konnte als viele, die hier geboren wurden”, so Liminski, der auch NRW-Medienminister ist.

Von Reformation bis Seuchen-Kunde

Aktuelle Themen fanden immer wieder Eingang in Beikirchers Bühnenprogramm: zum Reformationsgedenken 2017 etwa unter dem Titel “500 Jahre falscher Glaube”. Trotz dieses Seitenhiebs auf Protestanten: Religiöse Überzeugungen anderer seien ihm heilig, betonte der Kabarettist einmal im Deutschlandfunk. Er habe sich auch noch nie über Allah und Buddha lustig gemacht.

Im Corona-Jahr 2020 brachte Beikircher “Kirche, Pest und neue Seuchen” auf die Bühne des – leeren – Kölner Senftöpfchen-Theaters; zur selben Zeit befasste er sich zu dessen 250. Geburtstag mit dem Komponisten Ludwig van Beethoven.


Quelle:

www.domradio.de