Die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, haben bei einem Treffen in der philippinischen Hauptstadt Manila über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Beziehungen zwischen beiden Ländern beraten. Die Begegnung fand am Rande des Außenministertreffens der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN statt. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS dauerte das Gespräch rund eineinhalb Stunden.
Lawrow knüpft Verhandlungen an Moskaus Bedingungen
Lawrow habe Rubio die Lage an der Front aus russischer Sicht geschildert und weitere Waffenlieferungen an die Ukraine als “inakzeptabel” bezeichnet, teilte das russische Außenministerium mit. Zugleich warf er den europäischen Staaten “eine destabilisierende Politik” vor. Diese ziele darauf ab, Russland eine “strategische Niederlage” zuzufügen.
Nach Angaben aus Moskau bekräftigte Lawrow, Russland sei zu einer “politisch-diplomatischen Lösung des Konflikts bereit”. Als Grundlage für Verhandlungen nannte er Vereinbarungen, denen der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im August vergangenen Jahres in Anchorage in Alaska zugestimmt haben soll.
Was damals konkret vereinbart wurde, ist bis heute nicht bekannt. Russland erklärte anschließend wiederholt, es sei zu einer Waffenruhe bereit, wenn sich die ukrainischen Streitkräfte auch aus jenen Teilen des Donbass zurückzögen, die Moskau bislang nicht kontrolliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt die Abtretung ukrainischer Gebiete an Russland kategorisch ab.
Rubio sieht noch viel Arbeit bis zu Friedensabkommen
Rubio bekräftigte nach dem Gespräch mit Lawrow die Bereitschaft der USA, bei der Suche nach einer Friedenslösung zu helfen. “Wir sind bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung eines sinnlosen Krieges zu spielen”, sagte der US-Außenminister. Bis zu einem Friedensabkommen sei jedoch noch viel Arbeit nötig. Es müssten neue Vorschläge und Ideen für eine für beide Seiten akzeptable Vereinbarung entwickelt werden. Das Gespräch mit Lawrow bezeichnete Rubio als “gut und offen”. Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht.
Die unter US-Vermittlung geführten Bemühungen um ein Ende des Kriegs in der Ukraine waren zuletzt ins Stocken geraten. Als ein Grund gilt der Krieg um den Iran, der die Aufmerksamkeit der US-Regierung gebunden hat.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte vor dem Treffen in Manila mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner darüber beraten, “wie man der Diplomatie neuen Schwung verleihen und den Frieden voranbringen kann”. Russland führt seit Februar 2022 einen großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Lawrow und Rubio wollen Kontakte fortsetzen
Neben dem Ukraine-Krieg sprachen Lawrow und Rubio nach russischen Angaben auch über die Lage im Nahen Osten. Einzelheiten wurden nicht genannt. Russland ist ein enger Partner des Irans und kritisiert die Angriffe der USA auf die Islamische Republik am Persischen Golf.
Ein weiteres Thema war die Zusammenarbeit im Weltraum. Lawrow begrüßte demnach die Wiederaufnahme vollwertiger Kontakte zwischen den Raumfahrtbehörden beider Länder. Russland und die USA arbeiten trotz ihrer politischen Spannungen weiterhin beim Betrieb der Internationalen Raumstation ISS zusammen.
Nach Angaben russischer Medien ging es zudem um eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington. Beide Seiten vereinbarten, ihre Kontakte fortzusetzen. Lawrow und Rubio hatten bereits am Dienstag kurz miteinander gesprochen. Zuletzt waren sie im September vergangenen Jahres persönlich zusammengekommen.
pgr/se (dpa, afp, rtr)
Quelle:
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