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GesundheitVatikan exkommuniziert Piusbrüder und droht ihren Anhängern

Vatikan exkommuniziert Piusbrüder und droht ihren Anhängern

Machtwort aus dem Vatikan: Sechs selbsternannte Bischöfe der traditionalistischen Piusbrüder sind aus der katholischen Kirche ausgeschlossen worden. Der Vatikan bestätigte an diesem Donnerstag die Exkommunikation der Männer, die tags zuvor an vom Papst verbotenen Bischofsweihen beteiligt waren. Da diese laut Kirchenrecht einen spalterischen Akt darstellen, folgte der Kirchenausschluss automatisch.

Ebenso sprach der oberste Glaubenshüter des Papstes, Kardinal Víctor Fernández, eine offizielle Warnung an Kleriker und Laien aus, sich den “Schismatikern” der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. anzuschließen.

Vatikan 2026 | Víctor Fernández bei einer Pressekonferenz (25.05.2026)
Kardinal Fernández (Archivbild): “Akt schismatischer Natur”Bild: Alessia Giuliani/Catholicpressphoto/IMAGO

 

Damit verlieren die Geistlichen all ihre kirchlichen Ämter und Würden. Mit der Weihe gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Leo XIV. hätten sie einen “Akt schismatischer Natur” vollzogen, heißt es in dem veröffentlichten Vatikan-Dekret. Damit wird eine Handlung bezeichnet, die die Spaltung der katholischen Kirche bezweckt.

Rauswurf mit Ansage

Das heißt: Fünf führende Piusbrüder sind ab sofort aus der katholischen Kirche verbannt. Betroffen sind der spanische Bischof Alfonso de Galarreta und diejenigen, die er ohne Erlaubnis des Papstes am Mittwoch zu Bischöfen ernannt hatte: Pascal Schreiber aus der Schweiz, Michael Goldade aus den USA sowie Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier (beide aus Frankreich).

Schweiz Écône 2026 | Michel Poinsinet de Sivry, Marc Hanappier, Pascal Schreiber und Michael Goldade auf dem Weg zur Bischofsweihe, im Hintergrund eine Kirche (01.07.2026)
Nun exkommunizierte Bischofskandidaten Poinsinet de Sivry, Hanappier, Schreiber und Goldade (am Mittwoch)Bild: Baz Ratner/AP Photo/picture alliance

Auch der Schweizer Bischof Bernard Fellay ist wegen seiner Beteiligung betroffen. Die unerlaubte Weihe fand am Hauptsitz der Priesterbruderschaft St. Pius X. – so der offizielle Name der Glaubensgemeinschaft – in Écône in der Schweiz statt.

Die Exkommunikation war ein Rauswurf mit Ansage: Der Vatikan hatte bereits vor Wochen klargemacht, dass eine Bischofsweihe ohne Zustimmung des Papstes, also des katholischen Kirchenoberhauptes, einen Kirchenausschluss nach sich ziehen würde.

Eskalation in jahrelangem Streit

Mit der jüngsten Entwicklung ist ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt eskaliert. Die Gemeinschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet – als Reaktion auf die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Dieses Konzil veränderte etwa die Beziehungen zu anderen Christen, Juden und weiteren Religionen sowie zur Laienwelt grundlegend und erlaubte die Messe in Landessprachen statt auf Latein. Der Piusbruderschaft gehen viele dieser Reformen zu weit.

Streitpunkte sind vor allem die Religionsfreiheit und die Ökumene. Zudem beharren die Piusbrüder auf alten Formen des Gottesdienstes. Der Gemeinschaft gehören nach Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur weltweit rund 800 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich.

AR/se (kna, dpa, epd)


Quelle:

www.dw.com

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