Im Zuge des Umbaus der Deutschen Bahn hat Konzernchefin Evelyn Palla ihre Führungskräfte ungewöhnlich scharf kritisiert. Mangelnde Leistungsbereitschaft im Management sei eine Ursache für die Probleme des Staatsunternehmens, sagte sie der “Welt am Sonntag”. Die Leistungskultur der Vergangenheit sei “für die Performance der Bahn nicht ausreichend”.
Es habe – so Palla weiter – “so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit” gegeben. Palla betonte, mit ihrer Kritik an der Leistungskultur meine sie viele Beschäftigte ausdrücklich nicht: “Die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter, Disponenten – das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.” Palla räumte ein, dass der Bahn-Umbau noch Jahre dauern werde. 2035 feiere die Bahn ihr 200-jähriges Jubiläum – “und das soll auch das Jahr sein, in dem wir das Gröbste hinter uns haben” – stellte die Chefin der Deutschen Bahn klar.
Innenminister Dobrindt setzt weiter auf Grenzkontrollen
Angesichts des jüngsten Ansturms von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bekräftigt, dass er die Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten Deutschlands beibehalten will. Man werde diese Möglichkeit über den September hinaus verlängern, kündigte Dobrindt an.
Der “Migrationsdruck auf Europa” sei weiterhin hoch, betonte der konservative Innenminister. Die Situation in Ceuta verdeutliche “die volatile Lage”. Obwohl die Grenzen innerhalb des sogenannten Schengenraums eigentlich offen sein sollen, finden seit September 2024 wieder Kontrollen statt. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte diese angeordnet, um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzudämmen. Trotz wachsender Kritik wurde die Regelung dreimal verlängert – zuletzt bis Mitte September 2026.
Massives Polizeiaufgebot sichert Hamburger CSD
Eine Woche nach dem Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day werden Hunderttausende Menschen zur CSD-Kundgebung in Hamburg erwartet. Die Veranstaltung an diesem Samstag steht unter dem Motto “Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst”. Die Demonstration findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Polizei setzt etwa doppelt so viele Einsatzkräfte wie im Vorjahr ein.
Nach der CSD-Parade in Berlin am vergangenen Wochenende hatte ein Islamist sein Fahrzeug in eine Menschenmenge gesteuert. Dabei wurde eine Person getötet, rund 30 erlitten Verletzungen. Der 21-jährige Täter wurde später bei einem Polizeieinsatz erschossen. Die CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar “Stonewall Inn” in der New Yorker Christopher Street stürmte. Der Vorfall gilt als Geburtsstunde der modernen Lesben- und Schwulenbewegung.
Unbekanntes Projektil trifft Tanker vor der Küste des Oman
Vor der Küste des Oman ist nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO ein Tanker von einem “unbekannten Geschoss” getroffen worden. Das Schiff habe Schäden im Maschinenraum gemeldet. Der Vorfall ereignete sich nahe der Straße von Hormus. Die strategisch und ökonomisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen dem Iran und den USA.
Beide Länder hatten im Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Mitte Juli nahmen die USA die Angriffe aber wieder auf. Der Iran attackierte erneut Ziele in Ländern der Region. Der Iran besteht darauf, dass Schiffe die Straße von Hormus nur auf einer von ihm vorgegebenen Route passieren, außerdem will er Transitgebühren einziehen.
Kyjiw wieder unter russischem Beschuss
Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kyjiw mit Raketen angegriffen. Mindestens vier Menschen wurden getötet und mehr als 20 verletzt. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude getroffen worden.
Gleichzeitig griff die Ukraine wieder Ziele in Russland an. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, mehrere Drohnen seien zerstört worden. Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht. Die von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Beendigung der Kämpfe liegen auf Eis.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die USA und weitere westliche Verbündete der Ukraine erneut dazu auf, Patriot-Luftabwehrraketen zu liefern. US-Präsident Donald Trump äußerte sich allerdings zurückhaltend.
Nach massivem Widerstand gibt FIFA Investorenpläne auf
Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. Es sei “deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat”. Die Pläne der FIFA um den mächtigen Präsidenten Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen.
Infantino hatte allen 221 FIFA-Mitgliedern eine Einmalzahlung von umgerechnet 17 Millionen Euro und weitere Fördermittel in Aussicht gestellt, sollten die Verbände seine Pläne absegnen. Die europäische UEFA und viele weitere Verbände hatten die Pläne jedoch heftig kritisiert und mit einem WM-Boykott gedroht.
haz/wa/as (dpa, rtr, afp)
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Quelle:
www.dw.com




