Zwei Journalisten des inzwischen geschlossenen unabhängigen Hongkonger Medienunternehmens „Stand News“ wurden am Donnerstag wegen Verschwörung zur Veröffentlichung aufrührerischen Materials verurteilt. Dies sind die ersten Verurteilungen dieser Art, seit Hongkong wieder unter chinesische Kontrolle gekommen ist. Chung Pui-kuen und Patrick Lam waren Chefredakteur bzw. stellvertretender Chefredakteur von Stand News. Das Gericht entschied, dass 11 der 17 von Stand News veröffentlichten Artikel aufrührerisch waren. Die Staatsanwälte argumentierten, dass das Medienunternehmen „illegale Ideologien“ fördere und Hass gegen die Regierungen Hongkongs und Chinas sowie das nationale Sicherheitsgesetz von 2020 schüre. Auch die Muttergesellschaft von Stand News, Best Pencil Ltd, wurde für schuldig befunden. In dem Urteil heißt es, Stand News habe eine Haltung eingenommen, die die lokale Autonomie Hongkongs unterstützt und förderte, und sei sogar zu einem Werkzeug geworden, um Peking und die Regierung der Sonderverwaltungszone Hongkong zu verleumden und zu verunglimpfen. Bezirksrichter Kwok Wai-kin stellte fest, dass das Gericht bei der Feststellung der aufrührerischen Absicht sowohl die potenzielle Bedrohung der nationalen Sicherheit als auch die zum jeweiligen Zeitpunkt herrschenden Umstände berücksichtigt habe. Im Dezember 2021 wurden Lam, Chung und fünf weitere Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder von Stand News, darunter die ehemalige Politikerin und Anwältin Margaret Ng und die Popsängerin und Demokratieaktivistin Denise Ho, von der nationalen Sicherheitspolizei Hongkongs festgenommen. Die Festnahmen erfolgten kurz vor der Schließung von Stand News nach einer Razzia in den Büros der Polizei. Der Prozess gegen Chung und Lam wurde mit Spannung erwartet, da es sich um den ersten Fall von Aufruhr handelt, in den Journalismus und Medien direkt verwickelt sind, obwohl es nicht die erste Anklage wegen Aufruhr seit Verabschiedung der nationalen Sicherheitsgesetze ist.
Zwei Journalisten aus Hongkong wegen Verschwörung zur Veröffentlichung aufrührerischer Inhalte schuldig gesprochen



