Nach 230 Jahren! Ein legendäres Stück verschwindet
Nach über 230 Jahren! Die Legende ist weg! Amerikanische Münzstätten stellten die Produktion von Pennys ein. Der letzte Penny wurde letzte Woche in Philadelphia geprägt und beendete damit eine der ältesten Währungstraditionen in der Geschichte der USA.
US-Präsident Donald Trump ordnete die Maßnahme im Februar an, nachdem das Finanzministerium geschätzt hatte, dass die Herstellung der kleinsten im Umlauf befindlichen Münze mittlerweile rund vier Cent kostet, also das Vierfache ihres Nennwerts. Der Hauptgrund hierfür sind die hohen Kosten für Kupfer und Zink, die den heutigen Wert eines Pennys ausmachen. Laut Beschluss des Weißen Hauses wird die Produktion von „Penny“ aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, da die Münze immer weniger im täglichen Zahlungsverkehr verwendet wird und den Staatshaushalt belastet. Finanzminister Brandon Beach sagte, die letzten geprägten Münzen würden versteigert und der Erlös an Programme zur Erhaltung des kulturellen Erbes gespendet. Die letzten in Umlauf gebrachten Münzen wurden im Juni geprägt. Pennys werden jedoch weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel sein und etwa 114 Milliarden im Umlauf sein. Der Penny hat tiefe historische Wurzeln. Es wurde erstmals 1793 eingeführt und stellt seit 1909 den ehemaligen Präsidenten Abraham Lincoln dar, ein Symbol des amerikanischen Staates und der Demokratie. Künftig müssen US-Unternehmen bei Barzahlungen die Preise auf die nächstnächste Münze – den Nickel – aufrunden. Einige Wirtschaftsverbände haben jedoch bereits ihre Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht, dass es keine klaren Anweisungen der Regierung zur Umsetzung der neuen Regelung gibt. US-Medien berichteten unter Berufung auf Prognosen von Münzherstellern, dass der Staat durch den Stopp der Produktion von Pennys etwa 56 Millionen US-Dollar (rund 50 Millionen Euro) pro Jahr einsparen würde. Historischer Kontext und wirtschaftliche Auswirkungen Die Entscheidung der Vereinigten Staaten hat nicht nur finanzielle, sondern auch symbolische Bedeutung. Dies markiert das Ende einer Ära, in der kleine Münzen eine wichtige Rolle beim Aufbau der nationalen Identität und Finanzkultur spielten. „Die Produktion von Bargeld muss der Logik der Zeit folgen – und die Zeiten sind jetzt digital“, kommentierten amerikanische Analysten, denen zufolge diese Entscheidung Teil eines umfassenderen Trends des Übergangs zum bargeldlosen Bezahlen und der Optimierung der öffentlichen Ausgaben ist. Experten warnen jedoch, dass der symbolische Auftrag der Entscheidung wichtig sei: Die Münze mit Lincolns Gesicht sei nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern eine historische und kulturelle Ikone, Teil des nationalen Gedächtnisses. Daher wird erwartet, dass die neuesten Exemplare bei Sammlern begehrt sein werden und ihr Auktionspreis das Tausendfache ihres Nennwerts übersteigen könnte.
Europäische Parallelen
Auch in Europa wird das Thema des Verzichts auf Kleinteile diskutiert. In einer Reihe von Ländern der Eurozone, darunter Finnland, den Niederlanden, der Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland, werden Barzahlungen bereits gesetzlich auf die nächsten fünf Cent gerundet. Obwohl Ein- und Zwei-Cent-Münzen immer noch gesetzliches Zahlungsmittel sind, verschwinden sie in vielen Ländern nach und nach aus dem täglichen Gebrauch. Zahlen der Deutschen Bundesbank zeigen, dass rund 80 Prozent der Ein-Cent-Münzen und 75 Prozent der Zwei-Cent-Münzen in Deutschland nicht im Umlauf sind: Sie werden zu Hause aufbewahrt, gehen verloren oder werden für Spenden verwendet. Die Deutsche Bundesbank und das Nationale Forum für Bargeld haben das Thema Anfang des Jahres erneut thematisiert.
„Die wirtschaftlichen und ökologischen Kosten für die Herstellung, Verpackung und den Transport von Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind im Verhältnis zu ihrem Wert unverhältnismäßig hoch“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz der DPA. Ihm zufolge würde die Abschaffung kleiner Stückelungen den Geldumlauf effizienter und nachhaltiger machen und gleichzeitig die Verwaltungskosten für Einzelhändler und Banken senken. Allerdings teilen nicht alle diese Meinung. Der Handelsverband HDE erklärte, er befürworte „die Einführung einer Rundungsregel nicht aktiv, da unregelmäßige Preise oft ein Wettbewerbsinstrument im Einzelhandel seien“. Gleichzeitig stellen Vertreter von Verbraucherorganisationen fest, dass viele Menschen kleine Münzen nicht gerne bei sich tragen, da dies die Zahlungen verlangsamt und Unannehmlichkeiten im Alltag verursacht. Breiterer Trend Jüngsten Eurobarometer-Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit der europäischen Bürger die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Die Hauptargumente sind wirtschaftlicher, aber auch ökologischer Natur: Die Gewinnung und Umwandlung von Metallen zur Herstellung von Kleinteilen hat einen hohen CO2-Fußabdruck mit minimalem tatsächlichen Nutzen. Daten der Europäischen Zentralbank zeigen, dass Ein- und Zwei-Cent-Münzen zahlenmäßig mehr als die Hälfte aller Münzen ausmachen, aber nur etwa 7 % ihres Gesamtwertes.
Die Entscheidung Washingtons dürfte den Beginn eines neuen Trends in der globalen Geldpolitik markieren, bei dem Länder zunehmend nicht nur den Nominal-, sondern auch den Realwert der Währung berücksichtigen.
Illustratives Foto von Pixabay: https://www.pexels.com/photo/copper-colored-coin-lot-259165/
Ursprünglich veröffentlicht in The European Times.
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