Tansanier gingen am 29. Oktober gegen die Wiederwahl von Präsidentin Samia Suluhu Hassan auf die Straße, ein Protest, der schnell zu Gewalt und Todesfällen eskalierte.
Es gebe erschütternde Berichte über „Familien, die überall verzweifelt nach ihren Angehörigen suchen und eine Polizeistation nach der anderen und ein Krankenhaus nach dem anderen aufsuchen“, sagte UN-Menschenrechtsbeauftragter Volker Türk am Dienstag.
Andere Berichte deuten darauf hin, dass Sicherheitskräfte die Leichen einiger der Getöteten an unbekannte Orte transportiert hätten, sagte das OHCHR.
„Besorgniserregende Berichte“
Herr Türk forderte eine Untersuchung der Morde und anderer Menschenrechtsverletzungen.
„Ich fordere die tansanischen Behörden nachdrücklich auf, Informationen über das Schicksal und den Aufenthaltsort aller Vermissten bereitzustellen und die Leichen der Getöteten ihren Angehörigen zu übergeben, damit sie eine würdige Bestattung erhalten können“, sagte Herr Türk.
„Es gibt auch besorgniserregende Berichte, dass Sicherheitskräfte dabei beobachtet wurden, wie sie Leichen von Straßen und Krankenhäusern entfernten und an unbekannte Orte brachten – offensichtlich in dem Versuch, Beweise zu verheimlichen.“
Aufgrund der instabilen Sicherheitslage und der Internetabschaltung nach den Wahlen war es den Vereinten Nationen nicht möglich, die genaue Zahl der Opfer zu ermitteln.
Einige wurden freigelassen, andere bleiben im Gefängnis
Die größte Oppositionspartei Chadema teilte in den sozialen Medien mit, dass mehrere hochrangige Oppositionsführer, die während der Proteste festgenommen wurden, freigelassen worden seien. Berichten zufolge wurden am Montag vier von ihnen gegen Kaution freigelassen.
Präsident Hassan wurde nach der Wahl mit 98 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt.
Nach Angaben des OHCHR wurden seit dem Wahltag mehr als 150 Personen festgenommen. Viele der Festgenommenen – darunter auch Kinder – wurden Berichten zufolge des Hochverrats beschuldigt.
Herr Türk forderte die bedingungslose Freilassung aller vor den Parlamentswahlen festgenommenen Oppositionellen und aller anderen, die seitdem willkürlich inhaftiert wurden.
„Allen inhaftierten Personen muss das gesamte Spektrum der durch internationale Menschenrechtsgesetze garantierten Rechte auf ein ordnungsgemäßes Verfahren gewährt werden“, sagte Herr Türk.
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