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Licht aus für die Earth Hour

Kommenden Samstag, 28. März, ist die Earth Hour, zu Deutsch „Stunde der Erde“. Unter dem Motto „Wir machen’s aus!“ gehen weltweit für 60 Minuten die Lichter aus, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Die Aktion wurde von der australischen WWF (World Wide Fund For Nature) 2007 gestartet. Jahr für Jahr nehmen tausenden Städte in über 180 Ländern teil – auch in Deutschland.

Die kommenden Jahre sind entscheidend für die Zukunft des Planeten. Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu begrenzen, sollte die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Schon jetzt haben die globalen Mitteltemperaturen jedoch diesen Wert erreicht – die Zeit drängt daher. Gleichzeitig braucht es Veränderungen, was die biologische Vielfalt angeht: Bis 2030 sollen Ökosysteme weltweit stabilisiert und geschädigte Natur wiederhergestellt werden. Doch auch diesem Ziel kommen wir nur sehr langsam näher.

Zeichen setzen fürs Klima

Es scheint daher klar, dass deutlich mehr Engagement auf allen Ebenen notwendig ist. Deswegen rief die Umweltorganisation WWF bereits 2007 die Aktion Earth Hour ins Leben. Bei dieser sollen Menschen weltweit für eine Stunde das Licht ausschalten – um ein Zeichen zu setzen. Viele berühmte Städte und Wahrzeichen weltweit nehmen seither regelmäßig an der Earth Hour teil. Zu den bekanntesten gehören der Eiffelturm in Paris, das Colosseum in Rom oder die Sydney Opera House in Australien.

Es geht dabei nicht darum, Strom zu sparen, denn die Aktion hat eher eine symbolische Wirkung. „Die Earth Hour soll weltweit Gespräche über den Schutz der Natur, die Bewältigung der Klimakrise und die Zusammenarbeit zur Gestaltung einer besseren Zukunft für uns alle anstoßen“, so die Veranstalter.

Licht aus – merkt die Natur was?

Forschende haben dennoch schon versucht, die Effekte der Earth Hour zu erfassen. So hat Andreas Jechow vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin während der Earth Hour 2018 die Lichtverschmutzung untersucht. Das nächtliche Streulicht unserer künstlichen Beleuchtung kann den Lebensraum vieler Tiere stören, Insekten dezimieren und sogar den Schlafrhythmus von Menschen beeinflussen.

Bei der Earth Hour zeigte sich tatsächlich ein kurzfristiger Rückgang der nächtlichen Helligkeit in der Stadt. Direkte Auswirkungen auf Tiere oder das Klima seien jedoch kaum messbar – unter anderem, weil es sich nur um eine einzelne Stunde unter Tausenden Nachtstunden im Jahr handelt. „Die Hoffnung ist, dass das Bewusstsein zum Thema Energieverbrauch und eben zur Nacht und der (nicht immer benötigten) nächtlichen Beleuchtung geschärft wird und die Menschen in kleinen Schritten ihr Verhalten ändern“, sagt Jechow gegenüber National Geographic.

Kann es zu Stromausfällen kommen?

Seitens der Öffentlichkeit gab es schon 2007 aber auch Kritik an der Earth Hour, da man befürchtete, die Stromnetze würden der Aktion nicht standhalten, was eventuell zu großen Stromausfällen führen könnte. Diese Sorgen haben sich jedoch bislang nicht bestätigt: In keinem der vielen teilnehmenden Länder kam es in den vergangenen Jahren zu Ausfällen. Fachleute halten solche Szenarien auch für unwahrscheinlich, da der tatsächliche Rückgang des Stromverbrauchs selbst bei Millionen Teilnehmenden vergleichsweise gering ausfällt und von den Netzen problemlos ausgeglichen werden kann.

Wie kann man mitmachen?

An der Earth Hour teilnehmen können Privatpersonen, Kommunen oder Unternehmen. Einfach am 28.03.2026 um 20:30 Uhr Ortszeit für eine Stunde das Licht ausmachen und schon ist man dabei – gerne aber mit vorheriger Anmeldung auf der WWF Website. Auch für Kinder kann man die Earth Hour spannend gestalten, mit zum Beispiel eine Nachtwanderung zu den verdunkelten Wahrzeichen oder indem man mit ihnen kleine Windlichter bastelt.

Quelle: WWF / Earthhour.org


Quelle:

www.wissenschaft.de