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Moore digital verstehen – KI-Monitoring für Klima, Biodiversität und neue Landnutzung

Moore sind extrem effiziente Kohlenstoffspeicher, die trotz geringer Flächenbedeckung mehr CO2 binden als alle Wälder zusammen. Zudem sind sie Lebensraum für hochspezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Doch um sie landwirtschaftlich nutzen zu können, wurden fast 95 % der Moore in Deutschland trockengelegt – mit drastischen Folgen: Allein die trockengelegten Flächen verursachen rund 7,5 % der deutschen Treibhausgasemissionen. Denn durch die Entwässerung tritt Sauerstoff in den Torf ein und die Moore setzen enorme Mengen CO2 frei.

Das Fraunhofer IGD arbeitet nun an Herangehensweisen zur Moor-Wiedervernässung. Dazu haben Forschende gemeinsam mit dem Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald digitale Modelle entwickelt, um Moore neu zu denken: als aktive Klimaschützer, als Lebensräume mit hoher Biodiversität und als Grundlage für nachhaltige Landnutzung.

Mithilfe von Drohnen, Kameras, Sensoren, Pegelmessungen und KI-gestützter Datenanalyse entsteht ein detailliertes digitales Abbild der Moore. Wasserstand, Vegetation, Emissionen und Biodiversität werden in einem interaktiven Modell zusammengeführt – bis hin zur Bewertung einzelner Quadratmeter. Das Ziel ist, Ökosystemleistungen messbar zu machen, Emissionen präzise abschätzen zu können, komplexe Daten verständlich zu visualisieren sowie Moore als klimaaktive Landschaften erhalten und nutzen zu können. So entsteht ein digitales Monitoring-System, das neue Wege für Zertifizierung, Nachweisführung und nachhaltige Nutzung von Mooren eröffnet – datenbasiert, transparent und praxisnah.


Quelle:

www.wissenschaft.de