Mit dem Plan, Investoren ins Haus zu holen, ist die DFL gescheitert. Jetzt soll ein Darlehen des Sportartikelherstellers Adidas helfen, die Bundesligen besser zu vermarkten.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) kann sich von Adidas bis zu 100 Millionen Euro leihen. Der Sportartikelhersteller stellt dem Ligaverband dafür einen entsprechenden Darlehensrahmen zur Verfügung – zu “partnerschaftlichen Konditionen”, wie es in einer DFL-Mitteilung vom Dienstag heißt.
Eine entsprechende Vereinbarung hat das Präsidium nach DFL-Angaben einstimmig verabschiedet. Damit das Geld fließen kann, muss die Mitgliederversammlung zustimmen.
Vereinbart ist zudem, dass adidas bis mindestens 2034 den offiziellen Spielball des deutschen Profifußballs stellt. Der ursprünglich ab der Saison 2026/27 bis 2029/30 geschlossene Vertrag wird vorzeitig um vier Jahre verlängert, heißt es in einer Mitteilung.
Geld für die Medienvermarktung
Wird das Darlehen in Anspruch genommen, soll das Geld nicht an die einzelnen Klubs gehen, sondern die DFL könnte es für Maßnahmen der Medienvermarktung nutzen. Für die Rückzahlung können die Einnahmen aus der Lizenzierung des Spielballs verrechnet werden.
“Das Finanzierungsmodell bietet in gesamtwirtschaftlich dynamischen Zeiten eine wichtige Option, in das Wachstum der Bundesligen zu investieren”, sagte Ligapräsident Hans-Joachim Watzke. Björn Gulden, CEO der Adidas AG, bezeichnete die Vereinbarung als “neue Dimension”.
Große Kluft zur Premier League
Auf der Suche nach zusätzlichem Kapital war die DFL zuvor mehrfach mit dem Plan gescheitert, externe Investoren zu beteiligen. Das Vorhaben sorgte für intensive Diskussionen und Fan-Proteste.
Wirtschaftlich hat die Bundesliga den Anschluss an die englische Premier League verloren, was vor allem an den internationalen Medienerlösen und an Investorengeldern liegt. Während die englischen Erstligaklubs internationalen Geldgebern gehören, soll in Deutschland die 50+1-Regel sicherstellen, dass weiterhin die Vereinsmitglieder das Sagen haben.
“Umsatzseitig sind wir sehr wettbewerbsfähig. Kapitalseitig – auch aufgrund von 50+1, das muss man aussprechen – sind es in den letzten zehn Jahren 15 Milliarden an Minderinvestments gewesen”, sagte DFL-Geschäftsführer Marc Lenz in der ARD-Doku “Inside Fußball”. Gleichzeitig hält er fest, 50+1 sei Grundprinzip der Liga.
Quelle:
www.sportschau.de




