Seit er 14 Jahre alt ist, trägt Koke das Trikot von Atlético Madrid, seit dem 1. Januar 2011 spielt er bei den Profis. Der Mittelfeldabräumer hat schon einiges gewonnen, aber die Krönung in der Champions League fehlt ihm noch.
Für einen 70-maligen spanischen Nationalspieler, dessen Marktwert von den einschlägigen Portalen schon mal auf 70 Millionen Euro taxiert wurde, hat Jorge Resurrección Merodio, so heißt Koke mit bürgerlichem Namen, in seiner Karriere einen sehr ungewöhnlichen Transferlös erzielt: null Euro. Das liegt daran, dass er seit der Jugend das gleiche Trikot trägt und zu den wenigen Weltklassespielern gehört, die ihren Klubs immer die Treue gehalten haben – und umgekehrt.
Live-Ticker, Mi., ab 20.30 Uhr
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Halbfinale
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Zum 800. Mal für Atlético am Ball
733 Mal war der 34-Jährige bislang in Pflichtspielen für die “Rojiblancos” am Ball, dazu 66 Mal für die “Madrilenos” in der U23. Wenn man diese Partien mitzählt, läuft Koke am Mittwochabend (21 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de) gegen den FC Arsenal zum 800. Mal für Atlético auf. Das Champions-League-Halbfinale hat er damit in seiner großen Karriere bereits zum dritten Mal erreicht, der Titel war ihm bisher aber noch nicht vergönnt.
Acht andere Titel hat Koke in seiner Laufbahn trotz der Übermacht der beiden Weltklubs Real und FC Barcelona gefeiert. Zweimal war Atlético mit ihm spanischer Meister, zweimal gewann das Team von Diego Simeone die Europa League, zweimal den europäischen Supercup, je einmal gelangen Siege im spanischen Pokal und im spanischen Supercup.
Koke (r.) mit Pokal nach dem Europa-League-Sieg 2018
Nie für Spanien getroffen
Koke war dabei stets ein Spieler, der im Zweifel lieber die anderen glänzen ließ. Julian Alvárez, Antoine Griezmann, zuvor Joao Felix oder auch Atlético-Legende Fernando Torres – sie alle profitierten von seiner Disziplin, seinem Fleiß, seiner Zweikampfhärte und seiner überragenden Übersicht.
Eine Tormaschine war er nie, aber Koke hat in seinen 15 Jahren im Profiteam immerhin 50 Treffer und 122 Vorlagen geliefert. Meist agierte er dabei zentral, aber auch immer wieder mal auf beiden Halbpositionen. In der Offensive, auf den beiden Flügelstürmer-Positionen half er insgesamt nur 20 Mal aus. In der spanischen Nationalelf war seine Rolle noch klarer als “Holding Six” definiert – in 70 Länderspielen hat er nie getroffen.
Hohe Wertschätzung bei Simeone
Nach der Weltmeisterschaft 2022, als Spanien im Achtelfinale an Marokko scheiterte, endete die Laufbahn von Koke im Nationalteam. Bei Atlético hat er aber nach wie vor einen hohen Stellenwert, wie Simeone immer wieder betont.
Vor seinem 700. Pflichtspiel im November 2025 schwärmte der Argentinier, der fast die gesamte Karriere seines verlängerten Arms begleitet hat: “Koke ist außergewöhnlich, nicht nur als Fußballer, sondern auch als Mensch mit einem ganz großen Herzen. Ich bin glücklich und stolz, so lange mit ihm zusammengearbeitet zu haben, seine Loyalität, Arbeitsauffassung und seine Hingabe zu diesem Verein sind einzigartig.”
Gegen Barca jeweils Kapitän
Als rückblickende Eloge auf eine grandiose Karriere will Simeone seine Worte allerdings nicht verstanden wissen. Der Coach betont: “Es ist klar, dass Koke bei Atlético ein riesiges Vermächtnis hinterlassen wird. Aber aktuell gibt er der Mannschaft immer noch große Impulse, er ist immer noch unheimlich wichtig für uns alle.”
In den 14 Champions-League-Partien dieser Saison stand Koke neunmal in der Startelf, fünfmal kam er von der Bank. Im wild umkämpften Viertelfinale gegen Barca führte er das Team in Hin- und Rückspiel als Kapitän aufs Feld – das dürfte auch gegen den FC Arsenal der Fall sein.
Quelle:
www.sportschau.de




