Die Reise gilt als politisch heikel: Taiwans Oppositionsführerin Cheng Li-wun ist zu einem mehrtägigen Besuch in der Volksrepublik China. Die Regierung in Taipeh sieht das kritisch.
Es ist seit zehn Jahren der erste China-Besuch einer amtierenden Vorsitzenden von Taiwans größter Oppositionspartei Kuomintang, kurz KMT. Cheng Li-wun besuchte zunächst Nanjing, die Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Dort hielt sie eine Rede, in der sie für friedlichen Dialog und stabile Beziehungen über die Taiwanstraße warb.
Außerdem besuchte sie gestern das Mausoleum von Sun Yat-sen. Sun gilt als Gründungsfigur des heutigen Taiwan und hat sowohl dort als auch in der Volksrepublik China bis heute hohe symbolische Bedeutung.
Treffen mit Xi unklar
Für heute ist eine Weiterreise nach Peking vorgesehen. Ob Cheng hier am Freitag mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammentrifft, ist bislang nicht bestätigt.
Die Reise findet in einer Phase angespannter Beziehungen zwischen Peking und Taipeh statt. Peking betrachtet Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets und lehnt offizielle Gespräche mit Präsident Lai Ching-te ab. Taiwan wird seit Jahrzehnten demokratisch und selbstverwaltet regiert.
Taiwans Regierung reagiert zurückhaltend
Die Oppositionspartei KMT setzt traditionell stärker auf Kontakte und Austausch mit Peking. Die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) von Taiwans demokratisch gewähltem Präsidenten Lai vertritt dagegen einen deutlich distanzierteren Kurs gegenüber China und betont Taiwans Eigenständigkeit.
Die Regierung in Taipeh sieht die Reise deshalb mit Skepsis: Parteikontakte könnten offizielle Kanäle nicht ersetzen und politische Verhandlungen seien Sache der Regierung.
Quelle:
www.tagesschau.de


