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13 der jüngsten 14 Meisterschaften holte der FC Bayern. Die Langeweile im Titelkampf bleibt ein großes Problem für die Bundesliga.
Die Bundesliga hat für neuen Platz auf der Meisterschale gesorgt. Der äußere Ring der Trophäe bekam größere Gravurplatten. Seit Gründung der Bundesliga wurden 13 verschiedene Klubs auf der Schale eingraviert. Rund 30 weitere Jahre lang soll es jetzt möglich sein, dort die Deutschen Meister zu verewigen.
Eine Alternative wäre eine gravierte Strichliste gewesen, um Platz auf der Schale zu sparen. Denn seit 2013 steht mit Bayern München dort fast nur ein Klub. Aus dem deutschen Rekordmeister ist längst ein deutscher Dauermeister geworden – der langweilige Titelkampf bleibt ein großes Problem für die Bundesliga.
Die Meisterschale mit vergrößertem äußeren Ring
2024 schien es bei den Bayern zu bröckeln
Bayer Leverkusen hatte 2024 als geradezu historische Ausnahme eine schwächere Saison der Bayern ausgenutzt. Für die Bayern schien in diesen Wochen tatsächlich etwas zu bröckeln.
Denn auf die erste verpasste Meisterschaft nach elf Titeln in Folge folgte eine turbulente Trainersuche. Nach Absagen von Xabi Alonso und Ralf Rangnick über Oliver Glasner bis zu Julian Nagelsmann landeten die Verantwortlichen bei Vincent Kompany. Der galt zunächst als Verlegenheitslösung.
Doch jetzt haben die Bayern die nächste Meisterschaft sicher und stehen im Halbfinale von DFB-Pokal und Champions League. Kompany brachte die verlorene Dominanz mit Wucht zurück.
Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany feiert mit seiner Mannschaft.
Wirtschaftlicher Vorsprung führt zu sportlichem Vorsprung
Aktuell bekommen die Bayern von der DFL bei der Geldverteilung knapp 100 Millionen Euro pro Saison, der Tabellenletzte etwa ein Drittel davon. Änderungen daran werden immer wieder gefordert. Den Wettbewerb spannender machen kann man damit aber wohl nicht mehr – dafür ist es zu spät.
Die Unterschiede sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Dafür sind vor allem die dauerhaften Einnahmen aus der Champions League verantwortlich. Die regelmäßige Präsenz in der Königsklasse führt zu besseren Sponsoringeinnahmen, die zusätzlichen Spiele in der Champions League zu mehr Ticketeinnahmen, die Bedeutung der Spieler zu höheren Transfererlösen, die Beliebtheit des Klubs zu höheren Einnahmen bei Fanartikeln.
Im Geschäftsjahr 2024/25 machte der FC Bayern fast eine Milliarde Euro Umsatz. Borussia Dortmund kam im selben Zeitraum auf etwas mehr als 500 Millionen Umsatz, Werder Bremen auf weniger als 150 Millionen. Und diese Unterschiede spiegeln sich gnadenlos auf dem Platz wider.
Luis Diaz kam für 70 Millionen Euro aus Liverpool zum FC Bayern.
Wer glaubt, dass Einmalzahlungen von Investoren diese Lücke dauerhaft und nachhaltig schließen oder auch nur substanziell verkleinern können, kann mit einem Blick auf die jüngere Geschichte von Hertha BSC oder des Hamburger SV zumindest ins Zweifeln kommen.
Fehlende Spannung kann zu schwindendem Interesse führen
Man kann übrigens gleichzeitig feststellen, dass der Titelkampf in der Bundesliga mausetot ist und dass die Bayern eine überragende Saison gespielt haben. Auch mit viel Geld muss man viel richtig machen und gut arbeiten, um eine solche Saison hinzulegen.
Doch für die Bundesliga droht ein kommerzielles Problem. In Deutschland erzeugen andere sportliche Fragen wie der Abstiegskampf noch bei vielen Fans Spannung. Wer aber aus dem Ausland auf die Bundesliga schaut, interessiert sich meist als erstes für die Tabellenspitze und nicht für die Frage, wer die Playoffs der Conference League erreicht. Die Bundesliga will seit Jahren im Ausland mehr Einnahmen generieren.
Fehlende Spannung ist da wenig hilfreich. Doch die Lage ist klar: Für die Plätze auf den neuen Gravurplatten der Meisterschale gibt es auch in den kommenden Jahren nur einen Favoriten.
Quelle:
www.sportschau.de




