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Der Bergische HC steht sensationell im Pokalfinale

Stand: 18.04.2026 • 21:24 Uhr

Der Bergische HC hat nach einer beeindruckenden Leistung den haushohen Favoriten SC Magdeburg im Halbfinale des DHB-Pokals geschlagen.

Der BHC gewann nach einer nicht nur kämpferisch sondern auch spielerisch guten Leistung am Samstagabend dramatisch mit 31:30 nach Siebenmeterwerfen (11:11, 22:22, 27:27) und steht damit am Sonntag im Finale gegen die Füchse Berlin (15.45 Uhr, live in der ARD). Es ist das erste Pokalendspiel in der Klubgeschichte des BHC. Der SCM tritt zuvor im Spiel um Platz 3 gegen den TBV Lemgo Lippe an.

DHB-Pokalfinale: Bergische HC – Füchse Berlin, So. 15.30 Uhr

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Nachdem sich die Berliner am Samstagnachmittag in einer knappen Begegnung mit 39:36 gegen Lemgo durchgesetzt hatten, musste am Abend der Finalgegner des Hauptstadtklubs in dem ungleichen Duell zwischen dem Favoriten SC Magdeburg und dem Bergischen HC ermittelt werden.

DHB-Pokal – Lemgo scheitert im Halbfinale an Berlin

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Seit Ende September hatte der HBL-Tabellenführer kein Spiel mehr in der Liga und auch im Pokal verloren. Abstiegskandidat BHC hingegen gewann nur zwei seiner letzten elf Partien. Die Rollen waren also klar verteilt.

BHC von Anbeginn der unbequeme Gegner

Fynn Hangstein vom Bergischen HC setzt sich gegen die Magdeburger Defensive durch

Dass der SCM den Underdog nicht unterschätzen sollten, hatte sich bereits Mitte März in der Liga gezeigt, als sich der BHC nur knapp mit 25:27 geschlagen geben musste. Und auch in dieser Halbfinal-Partie zeigte sich das Team vom Trainerduo Arnór Gunnarsson und Markus Pütz als sehr unangenehmer Gegner.

Die Bergischen gingen das Spiel vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Köln willensstark und mit viel Tempo an, arbeiteten zudem in der Abwehr um den konsequenten Litauer Gerdas Babarskas kompromisslos und hochkonzentriert. Damit hatten die Magdeburger ihre Probleme. Nach 19 Minuten und elf Sekunden drückte SCM-Trainer Bennet Wiegert den Buzzer und nahm die erste Auszeit.

Drei-Tore-Führung, doch SCM holt auf

Denn der Underdog aus Wuppertal/Solingen führte zu diesem Zeitpunkt mit 7:5, nicht einmal hatte der Favorit bis dahin in Front gelegen. Fünfmal war der BHC in Führung gegangen, fünfmal hatte der SCM ausgeglichen, doch nach dem 5:5 traf Lars Kooji per Doppelschlag. Und auch nach dem Timeout legte Eloy Morante Maldonado mit dem 8:5 noch einen drauf.

Magdeburg anderthalb Minuten vor der Pause erstmals in Front

Doch Magdeburg verwertete in der Folge seine Chancen besser, während der BHC offensiv hin und wieder etwas überhastet wirkte. Nach 26 Minuten hatte das Team aus Sachsen-Anhalt zum 9:9 ausgeglichen. Und nach 28 Minuten und 30 Sekunden, nachdem der SCM seinen ersten echten Tempogegenstoß ausspielen konnte, brachte Albin Lagergren sein Team erstmals in Front (10:11).

Doch die Führung währte nur zehn Sekunden, denn Soeren Steinhaus erzielte vom Kreis das 11:11 für den leidenschaftlich kämpfenden Außenseiter, mit dem es in die Pause ging.

Erste Zeitstrafe, doch BHC antwortet prompt

Kurz nach Beginn gingen die Bergischen durch Aron Seesing erneut in Führung, allerdings kassierte der Kreisläufer kurz darauf die erste Zeitstrafe der Partie, weil er mit dem Fuß zum Ball ging. Das nutzte der Favorit durch Felix Claar und Lukas Mertens aus (12:13).

Doch eine kurze Freiwurfvariante sorgte durch Fynn Hangstein zum 13:13, und Soeren Steinhaus stellte wenig später in diesem umkämpften Match auf erneute BHC-Führung (14:13). Es ging weiter hin und her, auch weil der BHC offensiv leichtfüßig wirkte und immer wieder mit guten Anspielen für gute Wurfpositionen sorgte.

BHC übersteht zwei Zeitstrafen für Voss-Fels

Auch BHC-Torwart Christopher Rudeck wurde immer besser und war mit einigen Paraden starker Rückhalt. Eine zweite Zeitstrafe (gegen Kim Voss-Fels) überstanden der Bergischen mit nur einem Gegentreffer zum 16:16 relativ unbeschadet und gingen im Anschluss sogar erneut in Front.

Erneut musste Voss-Fels für zwei Minuten auf die Bank, doch dieses Mal gelang den Magdeburgern kein Tor. Stattdessen warf Morante Maldonado zur erneuten Führung ein (18:17). Elf Minuten vor dem Ende lag die dicke Sensation in der Luft.

Rudeck hält BHC im Spiel

Es blieb hochspannend, bis zur 55. Minute ging der BHC immer wieder in Front, der SCM war gefordert und glich jedes Mal aus. Doch dann nutzte Albin Lagergren einen der wenigen Offensivfehler der Bergischen und brachte den Favoriten in Führung. Kurz darauf gelang SCM-Torwart Sergey Hernández eine Parade gegen Johannes Wasielewski.

Nun drohte Magdeburg davonzuziehen, die erste Zwei-Tore-Führung war für den SC nun möglich. Doch erneut brillierte Rudeck mit einem parierten Siebenmeter gegen Manuel Zehnder, Aron Seesing markierte kurz darauf das 22:22. Dramatik pur!

BHC-Torhüter Christopher Rudeck pariert einen Siebenmeter gegen Omar Ingi Magnusson

Schrittfehler, Abspielfehler, Overtime

1:15 Minuten vor Spielende unterlief dem SCM im Angriff ein Schrittfehler. Der Underdog war nun im Ballbesitz und damit die große Chance, in der Schlussminute in Führung zu gehen.

Doch ein schlimmer Abspielfehler von Seesing, der einen Pass über drei Meter nicht anbringen kann, brachte den Ball zurück zum SCM. Elf Sekunden vor Schluss hatte der Favorit seinerseits die Chance auf den Siegtreffer. Die aber blieb ungenutzt – es ging in die Overtime mit zweimal fünf Minuten.

Hangstein, Rudeck, Hangstein: Die Halle steht Kopf

Und die begann genauso spektakulär wie schon das ganze Spiel. Fynn Hangstein gelang das 23:22. Kurz darauf trat Matthias Musche zum Siebenmeter an, doch Rudeck hielt erneut – es war bereits sein vierter gehaltene Wurf vom Punkt. Als Hangstein dann zum 24:22 einnetzte, stand die Halle Kopf. Mit 25:24 ging es in die zweite Hälfte der Overtime.

Magdeburg hatte den Anwurf und damit die Chance, früh auszugleichen. Doch nun hatte der BHC auch Spielglück, denn Magnus Saugstrup Jensen traf nur den rechten Pfosten. Hangstein für den BHC und Felix Claar für den SCM vergaben in der Folge ihre Chancen.

Magnússon gleicht in Schluss-Sekunden per Siebenmeter aus

Noah Beyer stellte auf 26:24, Lagergren verkürzte erneut, doch Wasielewski stellte erneut auf zwei Tore Vorsprung. Ein verwandelter Siebenmeter von Ómar Ingi Magnússon brachte den Favoriten eine Minute vor Ende erneut heran.

Nachdem Wasielewski an Torwart Hernández scheiterte, hatte der SCM noch 15 Sekunden Zeit für den Ausgleich. Sechs Sekunden vor dem Ende checkte das Schiedsrichtergespann eine Szene vor dem BHC-Tor und entschied auf Siebenmeter nach einem Foul an Lagergren. Magnússon verwandelte fulminant. Das Siebenmeterwerfen musste die Entscheidung herbeiführen.

Beyer beendet dramatisches Siebenmeterwerfen

Die ersten vier Werfer (Beyer und Fuchs für den BHC, Musche und Hornke für den SCM) trafen. Dann scheiterten Morante Maldonado und Magnússon an Hernández und Rudeck, danach trafen Hangstein (Pfosten) und Zehnder (vorbei) nicht. Becher und Saugstrup Jensen verwandelten.

Damit ging es ins Sudden Death. Und als Matthias Musche für Magdeburg in Rudeck seinen Meister fand und Noah Beyer souverän verwandelte, war die Sensation endgültig perfekt: Der Bergische HC schlägt den haushohen Favoriten SC Magdeburg und steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Endspiel des DHB-Pokals.

Unsere Quellen:

DHB-Pokal-Halbfinale Bergischer HC gegen SC Magdeburg am 18.04.2026 (Live-Übertragung bei Dyn)

Sendung: WDR.de, “Bergischer HC bezwingt Magdeburg in Krimi-Halbfinale”, 18.04.2026, 21:13 Uhr


Quelle:

www.sportschau.de