Es ist ein Remis, das möglicherweise beiden weiterhilft: Wolfsburg und Gladbach schießen beim 0:0 keine Tore, machen im Kampf um den Klassenerhalt aber Boden gut.
Nach der Niederlage des FC St. Pauli in Heidenheim robbten sich die Wolfsburger mit dem Remis bis auf einen Zähler an die Hanseaten und den Relegationsplatz heran. Mönchengladbach behielt mit dem Unentschieden seinen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Wolfsburg. Die größte Chance auf den Siegtreffer für Gladbach hatte der eingewechselte Gio Reyna, der kurz vor Schluss mit einem Kopfball nur den rechten Pfosten traf.
Es war wie ein Frühlingserwachen für den VfL Wolfsburg, als am letzten Wochenende mit dem 2:1-Sieg bei Union Berlin der erste Dreier nach zwölf sieglosen Partien gelang. Plötzlich war er wieder in greifbarer Nähe, der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Nachlegen gegen Mönchengladbach – so hieß die Devise für das Team von Trainer Dieter Hecking. Auch, um das Leid der Anhänger ein wenig zu lindern – die hatten in den letzten fünf Heimpartien des VfL jeweils Pleiten mit ansehen müssen.
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Für die Borussia war der Auftrag ähnlich klar: Mit einem Auswärtssieg den Klassenerhalt so gut wie klar machen. Und das Team von Trainer Eugen Polanski erwischte einen guten Start ins Match. Bei strahlendem Sonnenschein in der VW-Stadt dauerte es nur eine Handvoll Sekunden, bis Kevin Stöger nach Ablage von Haris Tabakovic aus 17 Metern halblinker Position erstmals in Richtung Tor der Wölfe schoss – knapp rechts vorbei. Keine Minute später zielte Franck Honorat nach einem schnellen Angriff über links nur knapp über den Wolfsburger Kasten.
Gladbach dominiert die Anfangsphase
Die Gastgeber hatten größte Mühe, ins Spiel zu finden. 70 Prozent Ballbesitz standen nach 15 Spielminuten für Mönchengladbach zu Buche, zudem verzeichneten die Gäste eine Torschussbilanz von 3:0. Erst Mohamed Amoura brachte die Wolfsburger Anhänger ein bisschen in Fahrt, als er in Minute 17 einen gefährlichen Abschluss aufs kurze Eck anbrachte, Gladbachs Keeper Moritz Nicolas aber nicht überwinden konnte.
Eigentlich hatten die Wölfe ja gute Erinnerungen an Gladbach. Im Hinspiel hatten die Niedersachsen beim 3:1-Auswärtserfolg einen ihrer ganz wenigen Saisonsiege feiern können. Doch von Spielfreude und Powerfußball war diesmal vor 27.900 Zuschauern nichts zu sehen. Gladbach dominierte. Nach 29 Minuten musste sich VfL-Keeper Kamil Grabara ordentlich strecken, um einen Distanzschuss von Tabakovic zu entschärfen.
Eriksen und Wimmer funktionieren nicht
Enttäuschend beim VfL vor allem das Mittelfeld. Der dänische Spielmacher Christian Eriksen kam überhaupt nicht ins Spiel, sein Nebenmann Patrick Wimmer schien mit der zentralen Rolle regelrecht überfordert. Eigentlich ist der Österreicher ja ein Außenspieler mit viel Qualität – im Zentrum offenbarte er Schwächen in Übersicht und Positionsspiel.
Gladbach dominierte, spielte gefällig und griffig, hatte aber ein Problem: Man nutzte die zahlreichen Gelegenheiten nicht. Joe Scally hätte nach 35 Minuten das 0:1 machen müssen, zielte völlig freistehend aus halbrechter Position und zwölf Metern Torentfernung aber am langen Pfosten vorbei. Noch größer die Chance für Tabakovic sechzig Sekunden später, als er nach einem Wolfsburger Aufbaufehler aus elf Metern über den Kasten schoss.
Amoura vergibt die Großchance
Und doch wäre Wolfsburg um ein Haar mit einer Führung in die Pause gegangen. In der 44. Minute unterlief Gladbachs Abwehrmann Nico Elvedi einen langen Ball der Wolfsburger und Amoura hatte urplötzlich freie Bahn. Der Algerier war auf und davon, zielte aber aus 16 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei.
Die Stimmung auf den Rängen war gut, die Fans hatten offenbar Spaß am guten Wetter und dem gemeinsamen Event Bundesliga-Spiel. Mit der Qualität des Matches konnte die gute Laune eher wenig zu tun haben – das Spiel verflachte im zweiten Abschnitt zusehends. Zumindest positiv für Wolfsburg: Man ließ nicht mehr ganz so viele gegnerische Chancen zu.
Chancen Mangelware, Gladbach versteckt sich
Aber nach vorn – da blieb es zäh. Vielleicht ging mal etwas über Standards? Tatsächlich brachte eine Eriksen-Ecke nach 76 Minuten die größte Gefahr, als der aufgerückte Innenverteidiger Konstantinos Koulierakis einen Kopfball aus kurzer Distanz knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte.
Auffällig in dieser Phase: Die vor der Pause so dominanten Gladbacher wurden immer passiver – ein Phänomen, das man beim Polanski-Team im Saisonverlauf schon häufiger beobachtet hatte. In der 79. Minute hätten die Borussen beinahe für ihre Zurückhaltung bezahlt. Nach einer Flanke von links rauschte VfL-Verteidiger Sael Kumbedi in den Ball, setzte ihn aus sieben Metern aber knapp rechts vorbei.
Castrop sieht glatt Rot
Kurz vor Toreschluss befreiten sich die Gladbacher plötzlich noch einmal aus ihrer Lethargie. Nach einer Rechts-Flanke vom eingewechselten Robin Hack köpfte der ebenfalls erst spät gekommene Gio Reyna die Kugel per Bogenlampe an den rechten Pfosten.
Auf Castrop werden die Gladbacher in den nächsten Spielen aber verzichten müssen. Der linke Verteidiger der Borussen leistete sich in der Nachspielzeit ein Doppel-Foul in Höhe der Mittellinie, für das er von Schiri Tobias Stieler glatt Rot sah.
Wolfsburg in Freiburg, Gladbach gegen Dortmund
Das kommende Programm beider Teams: Wolfsburg ist am Sonntagabend beim SC Freiburg zu Gast (19.30 Uhr). Gladbach empfängt etwas früher am Sonntag Borussia Dortmund (17.30 Uhr).
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Quelle:
www.sportschau.de




