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SportDFL beziffert Milliardenlücke in der Bundesliga

DFL beziffert Milliardenlücke in der Bundesliga

Stand: 16.04.2026 • 00:01 Uhr

Der deutsche Profifußball droht im internationalen Vergleich weiter zurückzufallen. DFL-Geschäftsführer Dr. Marc Lenz spricht in der ARD-Dokumentation “Inside Fußball – Wer kauft das Spiel?” von einer gewaltigen Investitionslücke: In den vergangenen zehn Jahren seien der Bundesliga rund 15 Milliarden Euro an Kapital entgangen.

Benjamin Best

“Umsatzseitig sind wir sehr wettbewerbsfähig. Kapitalseitig – auch aufgrund von 50+1, das muss man aussprechen – sind es in den letzten zehn Jahren 15 Milliarden an Minderinvestments gewesen”, sagt Marc Lenz in der ARD-Doku “Inside Fußball”. Grundlage sind Statistiken des europäischen Verbands UEFA. Gleichzeitig hält er fest, 50+1 sei Grundprinzip der Liga.

Kapital fließt in andere Ligen

Das Geld, das der Bundesliga fehlt, ist in den anderen europäischen Top-Ligen investiert worden, vor allem in der Premier League. Dort sorgen hohe Kapitalzuflüsse für international konkurrenzfähige Kader, steigende Gehälter und milliardenschwere Transfers.

Auch deshalb verliert die Bundesliga regelmäßig Topspieler. In den vergangenen Jahren wechselten diverse Spieler nach England, unter anderem Erling Haaland und Kai Havertz. Zuletzt folgten auch deutsche Nationalspieler wie Florian Wirtz und Nick Woltemade. Sie stehen exemplarisch für eine Entwicklung, in der die Bundesliga zunehmend als Ausbildungsliga fungiert.

Neue Dynamik in der 50+1-Debatte

Die Zahlen verleihen auch der Diskussion um die 50+1-Regel neuen Auftrieb. Führende Vertreter des FC Bayern München, darunter Uli Hoeneß und Herbert Hainer, hatten zuletzt eine Abschaffung der Regel ins Spiel gebracht. Axel Hellmann, der Vorstandschef von Eintracht Frankfurt, kommt in der Doku auch zu Wort und widerspricht: “Vielleicht können wir mal zwei, drei Jahre mit externem Geld am Transfermarkt mithalten. Und dann? Dann brauchst du ständig wieder frisches und noch größeres. Und das ist der Ausverkauf der Bundesliga und den halte ich für falsch.”

Die Regel gilt als zentrales Merkmal des deutschen Fußballs: Sie sichert die Stimmenmehrheit der Mitglieder und begrenzt den Einfluss externer Investoren. Gleichzeitig dürfte die Debatte über ihre Zukunft durch die neuen Zahlen weiter an Fahrt gewinnen.

Doku beleuchtet Machtverschiebungen im Fußball

Die ARD-Dokumentation “Inside Fußball – Wer kauft das Spiel?” widmet sich genau diesen Entwicklungen und geht der Frage nach, wie die Bundesliga in Zukunft konkurrenzfähig bleiben kann. Neben Marc Lenz und Axel Hellmann, kommen unter anderem Alexander Wehrle, Horst Heldt und Oliver Bierhoff zu Wort.

Die dreiteilige Reihe “INSIDE FUSSBALL – Wer kauft das Spiel?” der WDR-Redaktion “Sport inside” ist ab dem 18. April in der ARD Mediathek verfügbar. Die erste Folge läuft am 24. April um 23:45 Uhr im Ersten.


Quelle:

www.sportschau.de

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