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Lebensstil“Euphoria” Staffel 3 erntet vernichtende Kritik vom Publikum

“Euphoria” Staffel 3 erntet vernichtende Kritik vom Publikum

“’Euphoria’ ist jetzt meine meistgehasste Serie”

Auch die Inszenierung selbst sorgt für Kritik. Ein Nutzer auf Rotten Tomatoes spricht von einem “perversen Ausmaß an fetischistischem Verhalten, zu dem Sam Levinson seine weiblichen Figuren verleitet”. Auf Reddit wird dem Showrunner Sam Levinson vorgeworfen, missverstanden zu haben, was das Publikum ursprünglich an der Serie liebte: “Statt sich auf die Charaktere zu konzentrieren, setzt er auf Softcore-Porno.” Eine weitere Zuschauerin gesteht, dass ihr die erste Folge ein unangenehmes Gefühl hinterlassen habe: “Und ich hatte den Eindruck, dass sich auch Sydney Sweeney nicht wohl gefühlt hat.”

Sweeneys Figur Cassie ist inzwischen mit ihrem Schulfreund Nate (Jacob Elordi) verlobt und träumt von einer glamourösen Hochzeit mit Blumenschmuck im Wert von 50.000 Dollar. Um sich diesen Lebensstil leisten zu können, versucht sie sich als Influencerin zu etablieren – unter anderem mit freizügigen Videos, in denen sie vorgibt, ein Hund zu sein. Ein Handlungsstrang, der beim Publikum auf deutliche Ablehnung stößt. “Im Grunde ist das ein OnlyFans-Account, nur dass die Darstellerinnen bei der Schauspielgewerkschaft registriert sind”, urteilt eine Zuschauerin. Eine andere bringt es auf Instagram noch drastischer auf den Punkt: “’Euphoria’ ist jetzt meine meistgehasste Serie.”

Neuer “Vibe” kommt nicht gut an

Hinzu kommt eine spürbare Verschiebung im Tonfall. Einige sprechen von “telenovela energy” – und tatsächlich wirkt vieles weniger geerdet als in den früheren Staffeln. Andere Figuren hingegen treten kaum noch in Erscheinung: So fehlt etwa Rues Ex-Freundin Jules (Hunter Schafer) in der Auftaktfolge vollständig. “Ich finde es schade, dass Jules nur noch eine Nebenfigur ist”, kommentiert eine Zuschauerin.

Selbst auf formaler Ebene zeigen sich Risse: Der Soundtrack, einst maßgeblich geprägt vom britischen Elektro-Pop-Künstler Labrinth, verliert in Staffel 3 von “Euphoria” spürbar an emotionaler Tiefe. “Ohne die Musik von Labrinth ist der Vibe sehr anders”, heißt es auf Instagram – und tatsächlich fehlt der Folge jene musikalische Klammer, die früher selbst die exzessivsten Szenen zusammenhielt.

Vielleicht ist es noch zu früh für ein endgültiges Urteil. Doch der Auftakt von Staffel 3 deutet an, dass sich “Euphoria” zunehmend von dem entfernt, was die Serie einst für Fans so besonders gemacht hat: dem Mut, hinter die Oberfläche zu blicken – statt sich in ihr zu verlieren.

Die dritte Staffel von “Euphoria” ist seit 13. April beim Streamingdienst HBO Max und bei Sky Wow zu sehen.


Quelle:

www.gq-magazin.de