Was für ein Drama! Was für ein Sieg! Der VfL Osnabrück hat am Sonnabend in letzter Sekunde gegen den SC Verl mit 2:1 (0:1) gewonnen. Damit könnte bereits am Sonntag der Zweitliga-Aufstieg feststehen.
Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, als die Bremer Brücke explodierte. Bernd Riesselmann umkurvte Verls Keeper Philipp Schulze und schob den Ball zum Siegtreffer ein. Alle Teamkollegen, inklusive der Spieler von der Ersatzbank, feierten den Torschützen.
Nun heißt es für die Mannschaft von Trainer Timo Schultz: Alle Augen nach Köln richten. Dort spielt am Sonntag (13.30 Uhr) die Viktoria gegen Energie Cottbus. Gewinnen die Rheinländer, steht Osnabrück vorzeitig als Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest.
Bitteres Gegentor für Osnabrück
Mit dem umjubelten Tor fand die Partie ein Ende, das sich so wahrlich nicht angedeutet hatte. Knapp 25 Minuten passierte vor beiden Toren gar nichts, ehe die Partie endlich Fahrt aufnahm. Zunächst scheiterte VfL-Torjäger Robin Meißner mit einem 16-Meter-Schuss an Schulze.
Dann ging Verl in Führung, allerdings mit massiver Unterstützung der Osnabrücker: Fridolin Wagner spielte den Ball bei einem versuchten Rückpass genau in den Lauf von SC-Stürmer Berkan Taz. Jannik Müller eilte zur Hilfe – und spitzelte den Ball ins eigene Tor (27.).
Ein bitterer Gegentreffer für die eigentlich so defensivstarken Niedersachsen, die nun in der Offensive gefordert waren. Bis zum Seitenwechsel brachten sie die Verler Defensive jedoch nicht mehr nachhaltig in Bedrängnis.
Schneller Ausgleich nach dem Seitenwechsel
Das änderte sich aber nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn. Frederik Christensen schlug eine scharfe Flanke von der linken Seite, Bjarke Jacobsen köpfte ein. Eine dänische Co-Produktion zum Ausgleich.
Die taktischen Fesseln lösten sich, das Spiel wurde deutlich schneller und abwechslungsreicher. Verl hatte kurz nach dem Ausgleich die Chance, erneut in Führung zu gehen. Osnabrücks Keeper Lukas Jonsson parierte aber gekonnt gegen Marco Wörner (52.).
Riesselmann lässt Osnabrück jubeln
Laut wurde es an der Bremer Brücke zehn Minuten später, als Schultz Super-Joker Ismail Badjie einwechselte. Würde der Stürmer auch diese Partie entscheiden? Zunächst hatte sein Teamkollege Kai Pröger das 2:1 auf dem Fuß, sein Schuss war aber zu unplatziert (77.).
Die Schlussphase wurde hochdramatisch. Der Tabellensechste aus Verl warf alles nach vorne, um seine minimale Aufstiegschance zu wahren. Martin Ens hatte sogar die Gelegenheit zum 2:1 (87.). Den K.o.-Schlag setzte aber Osnabrück. Riesselmann startete unbedrängt von der Mittellinie Richtung SC-Tor und behielt die Nerven. Der Rest war pure Freude.
Quelle:
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