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Füchse Berlin nach harter Arbeit im Finale

Stand: 18.04.2026 • 23:20 Uhr

Der Favorit zittert, setzt sich aber durch: Die Füchse schlagen Lemgo Lippe in einem engen Pokal-Fight, in dem für den Underdog mehr drin gewesen wäre.

Im Final-Four-Halbfinale gewinnen Füchse Berlin gegen Lemgo Lippe mit 39:36
Einzug ins Pokalfinale am Sonntag (15:45 Uhr) damit perfekt
Endspielgegner in Köln ist der Bergische HC

Die Füchse Berlin haben zum zweiten Mal das Endspiel des Handball-Pokals erreicht. Am Samstag schlug die Mannschaft von Nicolej Krickau den TBV Lemgo Lippe im Auftaktspiel des Final-Four-Turniers mit 39:36 (20:16). Vor 19.750 Zuschauern in der Kölner Lanxess-Arena war der Berliner Lasse Andersson mit elf Toren bester Werfer.

Damit haben die Füchse am Sonntag die Chance, ihren zweiten Pokalsieg der Vereinshistorie zu feiern. Gegner ist der Bergische HC, der am Samstagabend im zweiten Halbfinale überraschend den Turnierfavoriten SC Magdeburg im Siebenmeterwerfen mit 4:3 (27:27, 22:22, 11:11) besiegte.

Lemgo stürmt, Füchse antworten

Erst in der Vorwoche zitterten sich die Füchse dank eines Treffers in letzter Sekunde von Mathias Gidsel zum Sieg gegen Lemgo. Ein dickes Brett gegen den viermaligen Titelträger aus Ostwestfalen-Lippe gab es auch diesmal zu bohren, zumal Max Darj schon nach 90 Sekunden eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam. Angeführt von Vereinsikone Tim Suton kam Lemgo zu freien, saftigen Abschlüssen und brachte die Berliner nach gut zehn Minuten mit 5:7 ins Hintertreffen.

Doch der Favorit fing sich schnell, weil Lasse Andersson nicht zu bremsen war – vier Tore bei vier Versuchen nach einer Viertelstunde – und Keeper Dejan Milosavljev in der gleichen Phase drei Paraden auspackte. So drehte das Team von Nicolej Krickau das Spiel und zog durch Tobias Gröndahls Treffer zum 10:8 erstmals auf zwei Tore davon.

Milosavljev glänzt

Der Favorit drückte Lemgo zunehmend in die Defensive und kam durch gnadenloses Überfallspiel zu Torerfolgen. Nach 25 Minuten tobte die Arena: Gidsel fing in der eigenen Hälfte einen Lemgoer Lattenabpraller ab, leitete direkt auf Matthes Langhoff weiter, der im Vollsprint sehenswert per Bodenpass auf den kreuzenden Nils Lichtlein durchsteckte – 18:14.

Die komfortable Vier-Tore-Führung hielten die Berliner bis zur Pause aufrecht, auch mit Hilfe des glänzenden Milosavljev, der im ersten Durchgang auf eine sagenhafte Fangquote von 41 Prozent kam.

Lemgo hält dagegen, Gidsel zu cool

Im zweiten Durchgang wirkte das Team von Florian Kehrmann perfekt eingestimmt auf die Mission Comeback, kombinierte sich mehrfach frei vors Füchse-Gehäuse und wahrte so die Chance auf die Wende gegen den Favoriten. Ein erfolgreicher Tempogegenstoß zum 26:27 aus Lemgoer Sicht sorgte endgültig dafür, dass die Partie wieder offen war.

Nachdem Torhüter Kastelic beim Stand von 32:31 für Berlin auch noch den Siebenmeter von Gröndahl parierte, entfaltete sich endgültig ein Pokalkrimi. Glück hatte der amtierende Meister, dass Lemgo mehrmals Möglichkeiten zum Ausgleich liegenließ. Einer Zweiminuten-Strafe für Lemgos Joel Willecke (54.) und der Kaltschnäuzigkeit von Welthandballer Mathias Gidsel war es zu verdanken, dass der Favorit in der kritischen Phase davonziehen konnte auf 34:31 und den Herausforderer letztlich nicht mehr herankommen ließ.

Das Finale um den Pokal gegen den Bergischen HC findet am Sonntag um 15:45 Uhr statt.

Gidsel: “Extrem schwieriges Spiel”

“Lemgo gibt nie auf, deswegen müssen wir in unserem eigenen Fokus bleiben”, sagte Füchse-Trainer Nicolej Krickau nach dem Spiel in der ARD. “Vielleicht etwas zu passiv” sei seine Mannschaft in der Abwehr gewesen: “Aber trotzdem war ich sehr, sehr zufrieden mit unserer Angriffsleistung und das hat heute gereicht.”

Mathias Gidsel sagte über die Bedeutung des Spiels: “Das ist kein normales Handballspiel. Das ist ein besonderes Wochenende für alle hier in der Lanxess Arena.” Mit Blick auf die Zuschauer betonte der Welthandballer: “Wir haben gemerkt, dass nicht so viele für uns gewesen sind. Das ist normal, wenn du deutscher Meister bist. Dann hoffen viele, dass du verlierst.” Es sei “ein extrem schwieriges Spiel gegen einen unfassbar guten Gegner” gewesen.

Sendung: UM6, 18.04.2026, 18:00 Uhr

Video: UM6, 18.04.2026, Jan Ole Behrens


Quelle:

www.sportschau.de