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Jamal Musiala – der Zauberer lacht wieder

Stand: 16.04.2026 • 12:20 Uhr

Erst wird ihm geraten, die WM abzublasen, dann wird er zum Matchwinner gegen St. Pauli und bereitete gegen Real Madrid den entscheidenden Treffer vor. Jamal Musiala lässt die Kritik kalt.

Als Jamal Musiala in der 61. Minute für Serge Gnabry den Rasen der Münchner Arena betrat, brach der Spieler des FC Bayern damit schon wieder einen Rekord: als jüngster deutscher Spieler, der 50 Champions-League-Spiele bestritten hat – mit nur 23 Jahren und 48 Tagen. Er löste damit seinen ehemaligen Teamkollegen Thomas Müller ab, der bei seinem 50. Spiel in der Champions League 24 Jahre und 53 Tage jung gewesen war.

Musiala leitet Königsklassen-Sieg ein

Doch dieser Rekord ist nur ein Randaspekt, wenn man an Musiala und das Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid denkt. Nachdem sich Gnabry eine Stunde lang eher erfolglos an Reals engmaschiger Verteidigung aufgerieben hatte, brauchte Musiala nur wenige Momente, um für Gefahr zu sorgen: Mit einem perfekten Steilpass kreierte er eine Großchance für Luis Diaz, der den Ball im Strafraum jedoch vertändelte.

In seinen 29 Minuten auf dem Rasen war der 23-Jährige ein Aktivposten: viele Ballberührungen, drei gezogene Fouls (eines davon führte zur ersten Gelbe Karte des späteren Gelb-Rot-Sünders Eduardo Camavinga), 16 verteilte Pässe. Der wichtigste: In der 89. Minute kam Musiala im Strafraum an den Ball, spielte per Hacke einen Doppelpass mit Luis Diaz, der den Ball zum 3:3-Treffer ins Netz drosch. Das Weiterkommen in das Champions-League-Halbfinale war besiegelt, Real gefällt – und die Nummer zehn des FC Bayern hatte einen maßgeblichen Beitrag geleistet.

Kahn: Musiala “sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten”

Eine Woche zuvor hatte Musialas ehemaliger Vorgesetzter Oliver Kahn dem Nationalspieler geraten, wegen der Nachwirkungen seiner schweren Verletzung nicht mit zur WM zu fahren. “Die Frage ist ja auch (…), was macht der Kopf”, sagte er bei Sky, “bist du bereit, mit 100 Prozent in die Zweikämpfe reinzugehen”, sagte Kahn und folgerte: “Er sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten. Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein.” Ähnlich sah das Dietmar Hamann: “Die WM ist bei Jamal Musiala im Moment kein Thema. Er muss schauen, dass er Form findet.”

“Man of the Match” gegen St. Pauli

Dass man nach einem ausgerenkten linken Sprunggelenk und einem gebrochenen Wadenbein erstmal wieder Vertrauen in seinen Körper gewinnen muss, ist klar. Dass der FC Bayern ihn dabei unterstütze und ihm auch die nötige Erholungszeit gebe, betonte Sportvorstand Max Eberl auch immer wieder.

Betrachtet man aber die Leistungen des jungen Spielers seit seinem Comeback im Januar, so kann man eine Leistungskurve erkennen, die steil nach oben geht. In der Liga bereitete er zwei Tore vor und traf gegen Gladbach selbst. In der Königsklasse scorte er gegen PSV Eindhoven und Atalanta Bergamo. Dann kam zwar wieder eine Pause wegen erneuter Sprunggelenksprobleme, doch seitdem waren seine Leistungen in beiden Wettbewerben weiterhin auf Top-Niveau.

In der Bundesliga gegen St. Pauli stand Musiala das erste Mal seit Anfang März wieder in der Startelf und sammelte mit einem Treffer und einer Vorlage direkt zwei Scorerpunkte. Und noch dazu war sein Tor der 101. Saison-Treffer des FC Bayern in der Bundesliga. Damit war der Rekord aus der Ära von Franz Beckenbauer eingestellt. Anschließend wurde er zum “Man of the Match” ernannt.

Kompany über Musiala: Das Lachen kehrt zurück

Bis zur Weltmeisterschaft sind es noch genau acht Wochen. Schon in seiner jetzigen Form hat Musiala bewiesen, dass er auch in wichtigen Spielen wieder den Unterschied ausmachen kann. Wenn seine Formkurve weiter nach oben zeigt, wird Julian Nagelsmann keinen nachvollziehbaren Grund finden, den Youngster zuhause zu lassen.

Zu den Selbstbewusstseins-Boosts durch Scorer in Spielen kommt auch noch die Unterstützung, die er durch sein Umfeld erfährt. Vor dem Spiel gegen Real Madrid hatte sein Teamkollege Joshua Kimmich sich bestärkend geäußert: “Ich merke, dass Jamal gerade einen Change im Mindset hat. Er wird jetzt positiver.” Auch sein Trainer Vincent Kompany glaubt an ihn: “Im Training, wenn die Spieler wieder lachen, dann weißt du es schon und es kommt immer mehr. Er kommt. Die Leistungen sind wieder da und er hat diese Spielfreude.”

Jamal Musiala macht aktuell also große Schritte in Richtung Weltmeisterschaft. Aber auch in der Liga mit dem FC Bayern kann mit dem möglichen Gewinn des Triples noch Großes auf den 23-Jährigen zukommen. Nun heißt es, die guten Leistungen mitzunehmen, Selbstbewusstsein zu sammeln und geduldig zu sein. Vor allem letzteres scheint dem betreffenden Spieler selbst leichter zu fallen als dem Rest von Fußballdeutschland.

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Quelle: BR24Sport im Radio16.04.2026 – 08:55 Uhr


Quelle:

www.sportschau.de