Nationalspielerin Rebecca Knaak kann mit ihrem Verein Manchester City in diesem Jahr noch zwei Titel holen: die erste Meisterschaft für die “Skyblues” seit zehn Jahren sowie den Titel im FA Cup. Die mögliche Krönung für die 29-Jährige, deren Karriere spät Fahrt aufnahm.
Im Halbfinale des FA Cups trifft Knaak mit Manchester City im Mai auf Chelsea und ihre Mitspielerin aus dem Nationalteam, Sjoeke Nüsken. “Wir haben hier im Trainingslager in Herzogenaurach schon ein paar Witze darüber gemacht. So dass wir uns lange nicht mehr gesehen haben. Wir standen uns ja auch letzte Saison schon in einigen Spielen gegenüber und freuen uns auf das nächste Wiedersehen”, sagt Knaak im Interview mit der Sportschau.
Der Gewinner der Partie spielt das Finale im legendären Wembley, im vergangenen Jahr kamen fast 75.000 Fans. “Ich habe noch nie in Wembley gespielt. Das wäre ein riesiger Traum und etwas ganz Besonderes, das in England mitzuerleben.”
Gute Aussichten auf den Meistertitel in England
In der Meisterschaft führt Knaaks Team die Tabelle an, liegt neun Punkte vor Chelsea und sogar elf vor Arsenal, die Champions-League-Siegerinnen des vergangenen Jahres haben allerdings zwei Partien weniger absolviert. “Wir haben eine super Position, aber noch drei Spiele vor uns. Und ich gehe mal stark davon aus, dass Arsenal beide Nachholspiele gewinnen wird. Dann sieht es auch schon wieder enger aus. Aber wir wissen natürlich auch, dass wir kurz davorstehen. Und deswegen tun wir alles dafür, um das jetzt auch durchzuziehen.”
Die Gründe für den Erfolg von Manchester City
Knaak hat in der Innenverteidigung einen Stammplatz, zuletzt besiegte Manchester City im Old Trafford die Stadtrivalinnen von United. “Wir haben natürlich ein System, aber darin sehr viel Freiheit. Vielen Spielerinnen besonders in der Offensive tut das extrem gut. Ich persönlich bin ja in der Abwehr. Da haben wir nicht so sehr dieses Bedürfnis nach Freiheit, weil wir natürlich erst einmal für die Struktur sorgen wollen”, sagt Knaak über die Taktik von Trainer Andrée Jeglertz.
“Und unsere individuelle Klasse ist wahnsinnig hoch. Dazu kommt, dass wir jetzt im Vergleich zum letzten Jahr beim Fitnesszustand besser aufgestellt sind, weniger Verletzungen haben, und natürlich auch nicht die Champions-League-Belastung dieses Jahr hatten.”
Beste Bedingungen dank neuem Trainingszentrum
Manchester City gilt seit Jahren als einer der Clubs mit der besten Infrastruktur im europäischen Frauenfußball – und hat nun nochmal einen draufgelegt: seit vier Wochen sind die Fußballerinnen in ein neues Trainingszentrum umgezogen. “Dort ist nochmal besser, es ist sehr durchdacht. Wir haben unser eigenes Gebäude nur für uns als Frauenmannschaft inklusive Staff. Mit eigener Lounge, Essensraum, Gym, Physio-Räumen, und Kältebecken. Es ist superschön”, schwärmt Knaak. “Das macht schon auch viel aus. Ich glaube, da kriegt man nochmal ein, zwei Prozent mehr raus. Das kann entscheidend werden.”
Länderspieldebüt mit 28 Jahren
Knaak hat in Schweden mit Rosengard bereits zwei Meistertitel gewonnen, einen Erfolg in England würde sie noch etwas höher einordnen. “Das wäre auf jeden Fall das Highlight meiner Karriere. Also der größte Titel bis dahin.” Die Verteidigerin spielte lange in Freiburg, viel Aufmerksamkeit für ihre Leistungen gab es damals nicht. 2022 der Wechsel ins Ausland, erst nach Schweden, Anfang 2025 ging es weiter nach England.
Und mit 28 Jahren spielte sie das erste Mal für Deutschland. “Das ist manchmal verrückt. Ich muss auch darüber nachdenken und habe jetzt das Gefühl, dass das eine zweite Karriere ist. Das andere fühlt sich schon so lange her an. Aber natürlich war das auch Teil meines Weges. Und all das, was ich in Freiburg, in Leverkusen, auch in meinem ersten Jahr in Bad Neuenahr gelernt habe, kommt ja zusammen zu diesem Punkt.”
Kommende Woche zweimal gegen Österreich
Im Nationalteam stand Knaak in den ersten beiden Partien der WM-Qualifikation gegen Slowenien und Norwegen in der Startelf, in der kommenden Woche stehen nun die beiden Partien gegen Österreich an, die Gegnerinnen sind mit zwei Niederlagen in die Qualifikation für das Turnier in Brasilien im Sommer 2027 gestartet.
“Ich habe mich ein bisschen mit Laura Wienroither, meiner Mitspielerin in Manchester, ausgetauscht. Da herrscht natürlich gerade eine sehr hohe Unzufriedenheit mit den letzten Ergebnissen. Ich finde, es kann so ein bisschen gefährlich sein, wenn eine Mannschaft so sehr unzufrieden ist, weil wir wissen, da wird eine Reaktion kommen. Deswegen machen wir uns da schon auf ein gutes Spiel gefasst. Aber wir wissen, dass wir die Qualität haben, sie zu schlagen”, sagt die 13-malige Nationalspielerin.
Die Chancen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft sind bestens und ein bisschen Vorfreude scheint jetzt bereits vorhanden – bei Knaak und ihren Mitspielerinnen. “Ich habe jetzt die EM miterlebt. Eine WM ist noch mal etwas ganz anderes. Und dann Brasilien – generell einfach ein fußballbegeistertes Land. Das ist natürlich ein Turnier, das man unbedingt miterleben möchte.”
Quelle:
www.sportschau.de



