Werbungspot_imgspot_img

Marktbericht: Trumps Aussagen zu Iran-Krieg lösen Börsenrally aus


marktbericht

Stand: 01.04.2026 • 18:08 Uhr

Aussagen von US-Präsident Trump schüren erneut die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende in Iran. Das hat dem DAX einen starken Start in den April beschert, er konnte deutlich zulegen.

Nach einem verkorksten März ist dem DAX der Start in den April gelungen: Er schaffte ein deutliches Plus von 2,7 Prozent. Damit ging er bei 23.298 Punkten aus dem Handel. Zuvor hatte der deutsche Leitindex im März rund zehn Prozent verloren.

Während der Gesamtmarkt ein deutliches Plus schaffte, konnten Aktien aus dem Chemiesektor der marktbreiten Erholung nicht folgen. Die BASF-Titel büßten 2,8 Prozent ein. Neben BASF gaben auch Lanxess, Evonik, Wacker Chemie und Brenntag infolge ihres zuletzt guten Laufes nach.

Chemiewerte waren in der Frühphase des Krieges zunächst stark belastet worden, zeigten sich aber dann angetrieben von der Annahme, dass europäische Anbieter von steigenden Preisen profitieren können. Vor diesem Hintergrund hatte der Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals seit dem 23. März in der Spitze auch mehr als zehn Prozent gewonnen.

Am Gesamtmarkt sind es heute einmal mehr Nachrichten aus dem Weißen Haus, die für Bewegung sorgen: US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters, die USA würden “ziemlich schnell aus Iran abziehen”. Man könne aber für “gezielte Schläge” zurückkehren, falls dies nötig sei.

Zudem erklärte er, Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. “Wir werden das prüfen, wenn die Straße von Hormus offen, frei und ungehindert ist”, schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. “Bis dahin bomben wir Iran in die Vergessenheit.” In der Nacht zum Donnerstag (03.00 Uhr MESZ) will er sich zudem in einer Rede an die Nation zum Krieg gegen Iran äußern.

Gleichzeitig erneuerte er seine Drohung über einen möglichen Austritt der USA aus der NATO: Es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Krieges überdacht werden müsse, sagte Trump der britischen Zeitung The Telegraph. Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung von NATO-Partnern insbesondere im Konflikt um die für den Welthandel wichtige, aber von Iran blockierte Straße von Hormus.

Für eine Öffnung der für den Transport von Öl und Flüssiggas wichtigen Straße von Hormus sieht Trump denn auch andere Länder als die USA in der Verantwortung. Die USA hätten mit der Sicherung der von Iran blockierten Meerenge – ausgelöst durch den amerikanisch-israelischen Krieg – “nichts zu tun”, sagte Trump im Weißen Haus.

Jüngste Daten deuteten auf eine leichte Belebung des Schiffverkehrs an der Straße von Hormus hin; von den sonst üblichen Zahlen sei man aber noch sehr weit entfernt. Immerhin gab der Ölpreis – beflügelt von der Aussicht auf ein mögliches Kriegsende – heute nach, ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai kostete mit 98,50 US-Dollar knapp drei Prozent weniger als am Vortag. Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Juni fiel unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), notierte zuletzt aber wieder etwas darüber.

Dennoch bleibt die Skepsis am Markt ausgeprägt: “Wir raten weiterhin, auf Taten zu setzen, nicht auf Worte”, schrieb Stratege Felix-Antoine Vezina-Poirier vom Analysehaus BCA Research.

Die Hoffnung auf ein Ende des Krieges in Iran sorgt weiterhin auch für optimistischere Stimmung an der Wall Street. Die US-Aktienindizes standen zu Handelsbeginn im Plus, nachdem sie gestern den stärksten Tagesgewinn seit fast einem Jahr verbucht hatten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sowie der breiter gefasste S&P 500 notierten je 0,6 Prozent höher bei 46.606 und 6570 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ein Prozent auf 21.808 Punkte.

Für einen Dämpfer sorgte der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem. Der Notenbanker sagte, der mit dem Iran-Krieg verbundene Energieschock werde sich definitiv auf die Gesamtinflation auswirken und wahrscheinlich auch den Kernpreisdruck verstärken. Händler gehen mittlerweile nicht mehr von einer Zinssenkung der Fed in diesem Jahr aus.

Und auch in Deutschland zeigen Nachrichten von konjunktureller Seite Licht und Schatten: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Wie aus dem Frühjahrsgutachten der fünf Institute hervorgeht, erwarten sie für das laufende Jahr eine Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent und für 2027 um 0,9 Prozent. Im vergangenen Herbst hatten die Institute noch prognostiziert, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,3 Prozent wächst.

Dagegen verbesserte sich die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone im März trotz des Ölpreisschocks zum dritten Mal in Folge. Der Stimmungsindikator kletterte weiter über die sogenannte Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies deutet auf ein Anziehen der wirtschaftlichen Aktivität hin.

Vor allem im ersten Quartal aber waren Unternehmen zurückhaltend: Die Zahl der Börsengänge ist weltweit im ersten Quartal dieses Jahres deutlich gesunken, weltweit gab es nur 230 Neuemissionen, 23 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie eine Auswertung der Unternehmensberatung EY zeigt. Gleichzeitig stieg das eingesammelte Kapital auf 40,6 Milliarden Dollar, da vor allem große Unternehmen den Sprung aufs Parkett wagten.

Besonders die Rüstungsbranche boomt: Der tschechische Konzern CSG sorgte mit dem größten IPO für Aufsehen, und auch mehrere deutsche Firmen debütierten an der Börse. Im Juni plant zudem der Raumfahrtgigant SpaceX einen spektakulären Börsengang.


Quelle:

www.tagesschau.de