Mathematik wird auch als die Sprache des Universums bezeichnet. Doch für viele Schülerinnen und Schüler wirkt sie oft unüberwindbar. Lehrerinnen und Lehrer sprechen von Logik und Sinn, doch für sie wirken die Zahlen wie Hieroglyphen und die Bruchrechnung wird zur echten Belastungsprobe. Das bekommen natürlich auch die Eltern mit – ob über die Ergebnisse der Klassenarbeiten, das verzweifelte Pauken am Küchentisch oder das Gespräch mit der Lehrkraft.
Mathe-Nachhilfe online kann eine Möglichkeit sein, Kindern und Jugendlichen die professionelle Unterstützung zu bieten, mit deren Hilfe sie lernen können, Mathematik doch zu verstehen. Diese kann zumeist bequem von zu Hause aus wahrgenommen werden; denn Unterstützung findet man heute auch immer öfter digital.
Grundvoraussetzungen für gutes Lernen
Es ist wichtig zu wissen, dass zunächst das soziale Umfeld eine wichtige Rolle für den schulischen Erfolg spielt. Eltern sollten Interesse am Lernprozess zeigen, eine positive Einstellung zur Schule fördern und eine gute Lernumgebung zu Hause schaffen. Dazu gehören feste Lernzeiten, Unterstützung bei Hausaufgaben sowie Motivation statt Druck. Ebenso sollen sie Kinder dabei unterstützen, Selbstständigkeit und eine gute Fehlerkultur zu entwickeln: denn Fehler gehören zum Lernen dazu. Eine offene Kommunikation zwischen Eltern, Kindern und Lehrkräften sowie Geduld und Verständnis sind entscheidend, damit Kinder Freude am Lernen behalten und sich langfristig gut entwickeln.
Gerade wenn die schulischen Leistungen in Mathe dann doch nicht so ausfallen wie erwartet, machen sich viele Eltern schnell Gedanken über die Zukunft ihres Kindes. Denn es ist erwiesen: Kein anderes Fach hatte einen solchen Einfluss auf das spätere Leben wie Mathematik. Die Gehirnentwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Matheunterricht, und damit auch die Wahrscheinlichkeit auf ein höheres Einkommen, bessere finanzielle Absicherung und bessere Gesundheit.
Dann stellt sich vielen Eltern die Frage, was man tun kann, um die Entwicklung der schulischen Leistungen positiv zu beeinflussen. Dabei sollte man bedenken, dass Kinder keine Maschinen sind, die sich einfach auf maximale Leistung einstellen lassen. Sie sind eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Stärken, Schwächen, Bedürfnissen und auch Sorgen. Deshalb braucht es oft viel Einfühlungsvermögen und Geduld, wenn Eltern ihre Kinder dabei unterstützen möchten, in der Schule erfolgreicher zu werden. Gleichzeitig ist es wichtig, sich klarzumachen, woran es liegt, wenn das Kind nur schwache schulische Leistungen bringt.
Der kognitive Engpass im Klassenzimmer
Stellt man fest, dass es vor allem in einem speziellen Fach wie in Mathe „hakt“, lohnt es, sich die strukturellen Grundlagen bewusst zu machen. So gibt es vor allem in Mathe oft Lernschwierigkeiten. Mathematiklehrer Michael Felten hat kürzlich in einem Gastbeitrag auf dem Schulportal die These aufgestellt: „Je verwöhnter ein Kind ist, desto schwerer wird es sich damit tun, die geistige Aktivität für das Mathelernen aufzubringen.“ Philippe Wampfler dagegen verortet die Gründe in der Lern- und Prüfungskultur des Fachs. „Statt Lernenden Mut zu machen, ihre Überlegungen zu formulieren, mathematische Verfahren eigenständig zu entdecken und immer wieder kleine Erfolge zu feiern, orientiert sich Matheunterricht zu stark an Prüfungsaufgaben“, hält er – ebenfalls Lehrer – dagegen.
Und sind nicht auch Fächer wie Geografie, Englisch und Physik voller komplizierter Inhalte und haben eine vergleichbare Lern- und Prüfungskultur?
Die Antwort auf diese Fragen liegt vor allem in der kumulativen Natur des Fachs und der Tatsache, dass in der Mathematik nahezu alles aufeinander aufbaut. Wenn Grundlagen fehlen, stolpert man schon bei der Einführung des nächsten Themas. Und wenn dann knapp 30 Schülerinnen und Schüler in einem Klassenzimmer sitzen, können einzelne zumeist nicht in vollem Umfang betreut werden. So entstehen zunächst hier und da Lücken im Verständnis. Ein einzelner Lehrer kann schließlich kaum auf jede Unsicherheit eingehen, wenn er sie überhaupt bemerkt. Die Abwärtsspirale, die dabei entsteht, führt zu Frust und Vermeidung, bis Mathe zum Problemfach wird und die Lücken zu Gräben werden.
Lücken durch Nachhilfe füllen
Um Lücken und Gräben zu füllen, ist Nachhilfe eine beliebte Option, Wissen im Anschluss an den Unterricht weiter zu vertiefen.
Eine Möglichkeit der Nachhilfe ist, dass eine andere Schülerin oder ein Schüler – gegebenenfalls aus einer höheren Klasse – versucht, Hausaufgabenhilfe zu leisten und Konzepte zu erklären, die sie oder er vielleicht selbst erst kurz zuvor im Unterricht gelernt hat. Darüber hinaus gibt es Nachhilfe, die von pädagogisch und wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften durchgeführt wird. Idealerweise beherrschen sie den Stoff in seiner Tiefe und bekommen genug Zeit, den individuellen Schüler kennenzulernen. Und: idealerweise schaffen sie es, ein gutes Verhältnis zu ihren Nachhilfeschülerinnen und -schülern aufzubauen.
Lieber Präsenz-Nachhilfe oder Online?
Bei der Suche nach Experten, können Lernplattformen meist gut behilflich sein. Moderne Technik erlaubt es, geeignete Nachhilfekräfte zu finden. Die Nachhilfe findet dann oft online statt, was gerade für Schülerinnen und Schüler auf dem Land wertvoll sein kann. Dazu kommt die moderne Technik und das, was sie für das Lernen bieten kann. Interaktive Whiteboards, adaptive Lernalgorithmen und multimodales Lernen sind nur einige der Aspekte, die das Lernen online einfacher machen.
Die Forschung zur Lernpsychologie zeigt darüber hinaus, dass die gewohnte Umgebung, also zum Beispiel das eigene Zimmer, den Cortisolspiegel senken kann. Und das spielt eine Rolle, denn Stress ist ein Feind des logischen Denkens – einer Kompetenz, die man im Fach Mathe auf jeden Fall braucht. Wenn der Druck des Klassenzimmers wegfällt und die Hemmschwelle, Fragen zu stellen, sinkt, öffnet sich das Gehirn leichter für neue Konzepte. Das bedeutet nun aber nicht, dass Lernen in Präsenz weniger wert ist oder komplett gestrichen werden sollte. Manche Kinder profitieren ggf. davon, sich regelmäßig mit einem Nachhilfelehrer oder -lehrerin zu treffen – sofern sie die Distanz gut meistern können.
Doch digitale Medien fördern aus neurobiologischer Sicht den allgemeinen Lernprozess von Kindern und Jugendlichen tendenziell. Eine Studie der TU München zeigte: Schülerinnen und Schüler erzielen in Naturwissenschaften und Mathematik bessere Leistungen und sind motivierter, wenn digitale Medien eingesetzt werden. Allerdings hängt der Erfolg von der Gestaltung der Mediennutzung ab. Er ist größer, wenn Kinder und Jugendliche nicht allein lernen.
Eine Investition in die digitale Bildung
Mathematik ist also kein Fach, das man passiv konsumiert und bei dem man mit halbem Ohr hinhört und trotzdem die Klassenarbeit besteht. Stattdessen erfordert es Interaktion, Fehlerkultur und präzises Feedback. Und wer die Grundlagen versteht, meistert auch anspruchsvollere Themen und gewinnt Sicherheit im Fach.
09.03.2026
Quelle:
www.wissenschaft.de



