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News kompakt: Zehn Länder fordern Ende der Kämpfe im Libanon

Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten fordern in einer gemeinsamen Erklärung ein “unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon”. Sie zeigen sich “zutiefst besorgt” über die sich verschärfende humanitäre Lage und die wachsende Vertreibung.

Die Länder begrüßen die jüngst vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran, betonen jedoch, dass auch im Libanon die Gewalt enden müsse. Dort ist der Konflikt zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel im Zuge des Iran-Kriegs erneut eskaliert. Zu den weiteren Unterzeichnern zählen Australien, Brasilien, Kolumbien, Indonesien, Japan, Jordanien und Sierra Leone.

Libanon und Israel einigen sich auf weitere Verhandlungen

Bei einem ersten Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in Washington hat es laut USA “konstruktive Gespräche” gegeben. Beide Seiten einigten sich demnach darauf, direkte Verhandlungen zu einem später festzulegenden Zeitpunkt und Ort aufzunehmen. Details wurden zunächst nicht genannt.

US-Außenminister Marco Rubio trifft die US-Botschafter von Israel und dem Libanon zu Gesprächen in Washington
US-Außenminister Marco Rubio trifft die US-Botschafter von Israel und dem Libanon zu Gesprächen in WashingtonBild: Jacquelyn Martin/AP Photo/dpa/picture alliance

An den Gesprächen nahmen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und Israels Vertreter Jechiel Leiter teil. Es waren die ersten direkten politischen Gespräche zwischen den verfeindeten Nachbarländern seit Jahrzehnten. Der Austausch fand nach Wochen gegenseitiger Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs statt. Die Hisbollah wird von zahlreichen Ländern als Terrororganisation eingestuft.

Rotes Kreuz liefert wieder Hilfsgüter in den Iran

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat eigenen Angaben zufolge mehr als 171 Tonnen Hilfsgüter in den Iran geschickt. Am Montag seien die ersten fünf von insgesamt 14 entsandten IKRK-Lieferungen seit Kriegsbeginn angekommen, teilte die Hilfsorganisation mit. Sie sollen ausreichen, um den Bedarf von rund 25.000 Menschen zu decken.

Lastwagen mit Hilfsgütern für den Iran brechen auf
Lastwagen mit Hilfsgütern für den Iran fuhren vor vier Tagen im Irak losBild: Anmar Khalil/AP Photo/picture alliance

Zu den Lieferungen gehören unter anderem Decken, Küchensets, Hygienepakete und Solarlampen. “Zu einem Zeitpunkt, an dem der humanitäre Bedarf im ganzen Land weiterhin hoch ist, hoffen wir, dass diese Lieferung den Gemeinschaften, die die verheerenden Auswirkungen des Konflikts ertragen, etwas Erleichterung bringen wird”, sagte Vincent Cassard, Leiter der IKRK-Delegation im Iran. ⁠Das ​UN-Flüchtlingshilfswerk geht von bis zu 3,2 Millionen Vertriebenen im Land aus, die auf Hilfe angewiesen sind. 

Dritte internationale Sudan-Konferenz findet in Berlin statt

In Berlin kommt an diesem Mittwoch eine internationale Konferenz zum Bürgerkrieg im Sudan zusammen. Im ​Vordergrund des Treffens im Auswärtigen Amt steht die humanitäre Hilfe für die Menschen in dem nordafrikanischen Land. Deutschland ist nach Angaben des Ministeriums weltweit einer der größten Geldgeber und hat im Jahr 2025 mehr als 160 Millionen Euro für den Sudan und ⁠dessen Nachbarländer zur ​Verfügung gestellt.

Die Aussichten auf einen baldigen Frieden sind gering. Der Krieg zwischen ​der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz geht in sein drittes Jahr. Laut UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher seien nahezu 34 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, das entspreche zwei Dritteln der Bevölkerung. Die internationale Sudan-Konferenz wird von der Bundesregierung in Berlin ausgerichtet. Weitere Teilnehmer sind die EU, Frankreich, Großbritannien, die USA und die Afrikanische Union. Die Kriegsparteien selbst nehmen nicht an der Konferenz teil.

Ex-Oppositionschef in Türkei zu Haftstrafe verurteilt

Der ehemalige türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu ist wegen Beleidigung des heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu fast einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in Mersin verurteilte Kilicdaroglu wegen Beleidigung eines Amtsträgers zu elf Monaten und 20 Tagen Haft, wie sein Anwalt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die Vorwürfe beziehen sich demnach auf Äußerungen aus dem Jahr 2014, als Erdogan noch das Amt des Ministerpräsidenten ausübte. Details nannte der Anwalt nicht.

Der ehemalige Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu
Der ehemalige Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (Archivbild)Bild: Kivanc El/DW

Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, der Verurteilte müsse daher zunächst nicht ins Gefängnis. Kilicdaroglu war mehr als zehn Jahre lang Vorsitzender der größten Oppositionspartei CHP und unterlag Erdogan bei den Präsidentenwahlen 2023 in einer Stichwahl.

IWF senkt Prognosen für Weltwirtschaft und Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schraubt seine Erwartungen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft angesichts der Folgen des Iran-Krieges deutlich herunter. Nur ein Vierteljahr nach ihrer jüngsten Anhebung korrigierte die Organisation ihre Prognose für die Bundesrepublik wieder: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen. Noch im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt.

Der Anstieg der Energiepreise dürfte auch das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr abbremsen. Hier beziffert der IWF das weltweite Wachstum nur noch auf 3,1 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als im Januar vorhergesagt. Die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden.

pgr/as/haz/ie (dpa, afp, rtr, epd)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.


Quelle:

www.dw.com