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Ohne Vuskovic kein Sieg – so wichtig ist der Verteidiger für den HSV

Stand: 29.04.2026 • 14:39 Uhr

Der HSV hat zuletzt in der Bundesliga dreimal in Folge verloren. Genauso lange fällt Verteidiger Luka Vuskovic schon verletzt aus. Ein Blick auf den Saisonverlauf offenbart eine ungeheure Abhängigkeit der Hamburger von ihrem Leihspieler.

Es war ein trister Wintertag, die Temperaturen näherten sich dem Gefrierpunkt, als Mainz 05 am 20. Februar abends den HSV empfing. Auch die 90 Minuten Fußball, an deren Ende es 1:1 stand, hatten die Gemüter allenfalls zeitweise erhitzt. Und doch hatte sich fast schon Historische ereignet. Die Norddeutschen hatten gepunktet – und das ohne ihren Abwehrchef Luka Vuskovic.

Die 19 Jahre alte Leihgabe von Tottenham Hotspur ist die Lebensversicherung des Bundesliga-Aufsteigers schlechthin. Gerade einmal zwei Punkte hat die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin in dieser Saison ohne den 1,93-Meter-Mann geholt. Den ersten am 1. Spieltag beim 0:0 in Gladbach – wohlgemerkt fünf Tage vor Vuskovics Verpflichtung.

Zweitbester Scorer des HSV in dieser Saison

Laut den Datenanalysten von Global Soccer Network (GSN) steht Vuskovic für “Strafraumverteidigung, Kopfballkontrolle und kompromissloses Zweikampfverhalten” genauso wie für “überraschende Torgefahr”. Der Abwehr-Hüne hat in dieser Saison nicht nur die Abwehr stabilisiert, sondern eben auch vorne Zählbares beigetragen: Vuskovic hat fünf Tore erzielt (eines per Elfmeter) und zwei weitere Treffer vorbereitet. Damit ist der Kroate hinter Spielmacher Fabio Vieira (5/5) der zweitbeste Scorer des Teams.

“Luka Vuskovic bringt nicht in erster Linie Ruhe und Eleganz, sondern Härte, Präsenz, Tiefe, Timing und unmittelbare Zweikampfwirkung in die letzte Linie.”

Aus der Datenanalyse von GSN

GSN lobt den Jungspund weiter für seine Fähigkeiten, Situationen zu antizipieren. Er bringe dem HSV zudem Robustheit, Präsenz und klare Aktionen. Alles Punkte, die seinen Teamkollegen viel zu oft abgehen. Die Daten-Experten sehen Vuskovic “als letzte robuste Klammer” in einer ansonsten immer wieder nicht ausbalancierten Abwehr.

Auch Vuskovic hat (noch) größere Schwächen

Natürlich ist auch mit ihm nicht alles gut, was ohne ihn schlecht ist. Was auch an ihm selbst liegt: Die Daten zeigen seine Schwächen bei Spielverlagerungen und Pässen über größere Distanzen, dazu bei Antritt und Beweglichkeit sowie seiner Spielübersicht.

So stark er dabei ist, andere Spieler unter Druck zu setzen, so schlecht kommt er selbst damit zurecht: Mit 12,05 Ballverluste pro 90 Minuten und 5,90 Ballverluste in der eigenen Hälfte gehört er sogar zu den schlechtesten Innenverteidigern der Liga. Nicht von ungefähr hat Vuskovic auch schon zehn Niederlagen auf dem Platz miterlebt.

“Würde immer gerne Weltstar sagen”

Trotzdem mag sich wohl niemand beim HSV ausmalen, wo der Club ohne Vuskovic stehen würde. Und die Spiele bei Eintracht Frankfurt (Sonnabend/15.30 Uhr, im NDR Livecenter), zu Hause gegen Freiburg und zum Abschluss in Leverkusen dürften dann auch die letzten von Vuskovic für die “Rothosen” sein.

Sportdirektor Claus Costa hat unlängst im NDR Interview erklärt, er sehe “keinerlei Möglichkeiten”, dass der Leihspieler nächstes Jahr noch für die Hamburger aufläuft. Vuskovic, der noch bis 2030 in London unter Vertrag steht, wird längst bei den ganz großen Clubs Europas gehandelt.

“Was das für Samstag bedeutet, werden wir sehen.”

HSV-Trainer Merlin Polzin nach Trainingscomeback von Luka Vuskovic

Für Teamkollege Nicolai Remberg keine Überraschung: “Ich würde immer gerne Weltstar sagen, aber der ist noch so jung und hat noch so viel vor sich. Ich war mit 19 bei weitem nicht so weit.”

Wird Vuskovic rechtzeitig fürs Frankfurt-Spiel fit?

Immerhin haben die Hoffnungen, dass der Youngster dem HSV im Saisonendspurt noch dabei helfen kann, die Klasse zu halten, nun neue Nahrung bekommen. Mit dem Trainingsstart in dieser Woche stand auch Vuskovic nach seiner im Training erlittenen Knie-Prellung mit Einblutung wieder auf dem Platz – zumindest für eine individuelle Einheit.

Polzin zeigte sich vorsichtig optimistisch. Aber sollte Vuskovic nicht rechtzeitig fit werden, müssen es seine Teamkollegen im Frühling von Frankfurt eben machen wie an jenem Wintertag im nicht weit entfernten Mainz.


Quelle:

www.sportschau.de