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Seltene Urkunde aus dem Mittelalter / Stuttgarter Ausstellung zeigt Ablassurkunde von 1347 aus Avignon

Während der sogenannten Avignoner Gefangenschaft von 1309 bis 1377 residierten die Päpste – allesamt Franzosen – in der südfranzösischen Stadt Avignon, wo mehrere kunstvoll gestaltete Ablassurkunden ausgestellt wurden.

Auch die in der Stuttgarter Schau “Kostbare Schätze aus 750 Jahren deutsch-französischer Begegnungen” präsentierte mittelalterliche Urkunde sei reich an bunter Bemalung, kündigte das Hauptstaatsarchiv am Donnerstag an. Im 16. Jahrhundert führte der Streit um den käuflichen Erwerb des Ablasses – also des Erlasses zeitlicher Bußstrafen für Sünden – zu Reformation und Kirchenspaltung.

Zeugnisse deutsch-französischer Geschichte

Die Ausstellung präsentiere herausragende Zeugnisse deutsch-französischer Geschichte von 1274 bis in die Gegenwart, hieß es. Die thematisierten historischen deutsch-französischen Kontakte umspannen den Angaben zufolge “geistliche Begegnungen und dynastische Bündnisse im Mittelalter”, aber auch künstlerische Verbindungen und kulturellen Austausch in der Frühen Neuzeit.

Zudem gebe es Bezüge zu den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts, den NS-Verbrechen, der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Weg in ein geeintes Europa. In der Ausstellung könne man die deutsch-französische Geschichte in ihren Höhen und Tiefen beeindruckend authentisch erfahren.

Zweisprachige Ausstellung

Württemberg und Frankreich waren und sind vielfach eng verbunden. Anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des Institut Français in Stuttgart zeigt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart nun die zweisprachig arrangierte Sonderausstellung. 

Zu sehen sind Dokumente aus den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart – das zum Landesarchiv Baden-Württemberg gehört – sowie internationale Leihgaben von Kunstobjekten. Die Ausstellung wird bis 24. Juli gezeigt.

Ablass

Der Ablass (lateinisch “indulgentia”) ist ein Nachlass zeitlicher Bußstrafen für die Sünden, die man gebeichtet hat und die hinsichtlich der Schuld schon vergeben sind. Entstanden aus verschiedenen Elementen des spätantiken und frühmittelalterlichen Bußwesens, stellt er eine besondere Form des Umgangs mit dem Büßer dar, die nur die katholische Kirche kennt.


Quelle:

www.domradio.de