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Test-App für schlechtes Handynetz startet

Stand: 20.04.2026 • 09:29 Uhr

Verbraucherinnen und Verbraucher können ab heute mit einer neuen App prüfen, ob ihr Handynetz zu langsam ist. Und falls das so ist, können sie Geld zurück verlangen – oder den Vertrag gleich ganz kündigen.

Handynutzende haben ab sofort ein Recht auf Preisminderung oder Sonderkündigung, wenn ihr Netz langsamer ist als vertraglich vereinbart. Dazu startet heute ein Test mit der neuen App “Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk”. Das teilte die Bundesnetzagentur mit.

Wenn ein Sonderkündigungsrecht oder Preisminderungen greifen sollen, müssen aber “erhebliche Abweichungen” zwischen Anspruch und Wirklichkeit erwiesen sein, heißt es im Gesetz. Dazu sind 30 Messungen verteilt auf fünf Tage nötig. Wird die Mindestschwelle an drei Tagen kein einziges Mal erreicht, greift der Rechtsanspruch.

Verträge: Anspruch oft nicht gleich Wirklichkeit

Bei Handyverträgen geben die Netzbetreiber eine geschätzte maximale Übertragungsrate an. Aus Sicht von Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützern versprechen die Betreiber häufig zu viel und der Wert bleibt bisweilen Theorie.

In dünn besiedelten Gebieten müssen die Netzverbindungen mindestens zehn Prozent der vertraglich zugesicherten Maximalgeschwindigkeit erreichen. In Gegenden mit mittlerer Haushaltsdichte müssen 15 Prozent erreicht werden und in dicht besiedelten Gegenden 25 Prozent.

Keine automatische Erstattung

Die Preise werden aber im Zweifelsfall nicht automatisch reduziert. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen mit ihrem Netzanbieter klären, wie viel Geld sie weniger zahlen müssen und wann sie aus dem Vertrag aussteigen können – notfalls vor Gericht.

Verbraucherschützer halten das Verfahren für zu kompliziert, Telekommunikationsanbieter warnen vor der Bürokratie. Deutschlands Handynetze sind in den vergangenen Jahren nach Milliardeninvestitionen besser geworden, besonders auf dem Land ärgern sich Verbraucherinnen und Verbraucher aber immer mal wieder über Schneckentempo-Verbindungen oder gar kein Netz.


Quelle:

www.tagesschau.de