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USA und Iran loten Chancen für ein Ende des Krieges aus

US-Vizepräsident JD Vance ist zu den geplanten Gesprächen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Pakistan eingetroffen. Der US-Vizepräsident steht der amerikanischen Delegation vor, die von diesem Samstag an mit Vertretern aus Teheran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts verhandeln soll. Die beiden anderen Spitzenvertreter der USA, der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, waren schon vor Vance in Islamabad gelandet.

Der Vizepräsident hatte sich vor seinem Abflug nach Pakistan am Freitag “optimistisch” geäußert, dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte er Teheran: “Wenn sie versuchen, mit uns zu spielen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam dafür nicht sehr empfänglich ist.” Trump wiederum kündigte für diesen Fall neue Angriffe an.

Appelle aus Islamabad

Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar appellierte an die Vereinigten Staaten und den Iran, sich an den Gesprächen “konstruktiv zu beteiligen”. Zugleich bekräftigte er “Pakistans Wunsch”, die Parteien weiter dabei zu unterstützen, eine “nachhaltige und dauerhafte Lösung” zu erreichen, wie sein Ministerium mitteilte.

Pakistan Islamabad 2026 | J.D. Vance schreitet mit Asim Munir auf dem roten Teppich vor dem Flugzeug eine Soldatenformation ab
Ehrengarde und roter Teppich: Der Chef der pakistanischen Streitkräfte, Asim Munir (l.), weist den WegBild: Jacquelyn Martin/AP Photo/dpa/picture alliance

Die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf war in der Nacht in Islamabad eingetroffen und – ebenso wie Vance – vom pakistanischen Generalstabschef Munir in Empfang genommen worden. Ihr gehören mehr als 70 Mitglieder an, darunter Außenminister Abbas Araghtschi. Dieser bekräftigte die Position Teherans, dass vor einem Beginn der Gespräche zunächst die “Vorbedingungen” des Irans akzeptiert werden müssten.

Konfliktfeld Libanon

Parlamentschef Ghalibaf hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz, die von zahlreichen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird, schoss seit Beginn des Krieges vom Libanon aus zahlreiche Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel die Hisbollah wiederholt an. Auch an diesem Samstag gingen die wechselseitigen Attacken weiter.

Pakistan Islamabad 2026 | Fahrzeugkontrollen an einer Straßensperre
Nervosität in Islamabad: Strenge Sicherheitsvorkehrungen begleiten die Friedensgespräche in dem muslimisch geprägten LandBild: Akhtar Soomro/REUTERS

Die Gespräche in Islamabad dürften sich um noch weitere heikle Punkte drehen – darunter die Urananreicherung durch den Iran, eine Begrenzung von dessen Raketenprogramm sowie die freie Durchfahrt von Frachtschiffen durch die seit Kriegsbeginn durch die iranischen Revolutionsgarden blockierte Straße von Hormus. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif sprach von “schwierigen” Verhandlungen, die nun bevorstünden. Es gehe um “alles oder nichts”.

Handschlag nach Pendeldiplomatie?

Die ersten Sondierungen werden wohl indirekt, also unter pakistanischer Vermittlung, vonstattengehen. Bei entsprechenden Fortschritten könnte es danach zu einer US-iranischen Begegnung kommen. Es wären die ersten offiziellen direkten Verhandlungen zwischen den USA und der Islamischen Republik seit 2015.

Damals war das internationale Atomabkommen geschlossen worden, das die Entwicklung einer Atombombe durch den Iran verhindern sollte. Washington stieg jedoch 2018 während Trumps erster Amtszeit aus dem Vertrag aus, auch der Iran sah sich daraufhin nicht mehr an die Auflagen gebunden. Ebenfalls 2018 untersagte der damalige oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, weitere direkte Gespräche zwischen seinem Land und den USA.

Iran Teheran 2026 | Zerstörte Gebäude
Zerstörung nach fünf Wochen Krieg: Bombardierte Gebäude in TeheranBild: Farnood/SIPA/picture alliance

Die Vereinigten Staaten und  Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet, bei denen auch Chamenei getötet wurde. Das Machtsystem der Islamischen Republik ist aber weiterhin intakt. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien am Dienstag auf eine zweiwöchige Feuerpause.

jj/fab/se (dpa, afp, rtr)


Quelle:

www.dw.com