Papst Leo XIV. reist am Montag für zehn Tage nach Afrika. Die bisher längste Reise des am 8. Mai gewählten Papstes führt ihn nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Ende November hatte er die Türkei und den Libanon besucht, im März war er für einen Tag im Fürstentum Monaco.
Auf dem Programm des gebürtigen US-Amerikaners, der dem Augustinerorden angehört, stehen Besuche bei den Präsidenten der vier Länder, Treffen mit Behörden, Zivilgesellschaft und Diplomatischem Corps sowie Besuche bei kirchlichen und sozialen Einrichtungen. In allen vier Ländern feiert der Papst zudem öffentliche Gottesdienste, zumeist unter freiem Himmel.
Moschee und heiliger Augustinus
Am frühen Montagmorgen fliegt der Papst mit einer Maschine der italienischen ITA Airways und in Begleitung von rund 70 Journalisten nach Algier. Im heute muslimisch geprägten Algerien besucht Leo XIV. nicht nur die große Moschee von Algier, sondern auch die archäologische Stätte von Hippo. Dort war der heilige Augustinus, auf den der Augustinerorden zurückgeht, in der Spätantike Bischof.
Von Algerien geht es am 15. April weiter in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. Nach der deutschen Kolonialherrschaft (1884-1916) wurde die Region zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Nach der Unabhängigkeit 1960/61 entstand ein Staat, der bis heute mit dem Erbe der Zweisprachigkeit und mit internen Konflikten zu kämpfen hat.
Erst Portugiesisch, dann Diktatur
Am 18. April fliegt Leo XIV. dann nach Luanda in Angola im Südwesten Afrikas, wo als Erbe des Kolonialismus als Amtssprache Portugiesisch gesprochen wird. Letzte Station ist dann ab 21. April eines der kleinsten Länder Afrikas, das einen katholischen Bevölkerungsanteil von 80 Prozent hat: Äquatorialguinea mit der Hauptstadt Malabo, das seit 1979 diktatorisch regiert wird. Am 23. April kehrt Leo XIV. nach Rom zurück.
Nächste Station: Spanien – vielleicht auch Lateinamerika?
Seine nächste längere Reise führt ihn im Juni nach Spanien. Doch hartnäckig halten sich Gerüchte, Papst Leo, der als Missionar und Bischof lange in Peru wirkte und auch einen peruanischen Pass hat, könnte noch in diesem Jahr Lateinamerika besuchen. Die Rede ist von Stationen in Argentinien, Uruguay und Peru.
Aus dem Vatikan gab es dazu bisher weder ein Dementi noch eine Bestätigung. Dagegen teilte Vatikansprecher Matteo Bruni im Februar mit, eine USA-Reise des Papstes sei in diesem Jahr nicht geplant.
Quelle:
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