Werbungspot_imgspot_img
WissenschaftVon der Mac-Buchhaltung zur Cloud: Ein Blick auf drei Jahrzehnte Software-Entwicklung

Von der Mac-Buchhaltung zur Cloud: Ein Blick auf drei Jahrzehnte Software-Entwicklung

Die Digitalisierung hat die Geschäftswelt auf beeindruckende Weise verändert. Wer hier „früher“ und „heute“ miteinander vergleicht, stellt schnell fest, wie tiefgreifend die Entwicklungen gerade in den letzten Jahren waren. Während Buchhaltung früher noch in Papierform und später mithilfe von Tabellenkalkulationen organisiert wurde, übernehmen heute moderne Software-Lösungen große Teile der Finanzverwaltung.

Unter anderem gibt es auch Systeme, die dazu in der Lage sind, Buchhaltung, Warenwirtschaft, Personalverwaltung und Kundenmanagement miteinander zu verbinden und auf eine einzige Plattform zu übertragen. Einige von ihnen arbeiten vollständig cloudbasiert. Wie sich derartige Systeme genau entwickelt haben, lässt sich exemplarisch an der Unternehmensgeschichte einzelner Softwareanbieter, wie zum Beispiel TOPIX nachvollziehen. Einige dieser Anbieter haben diesen Wandel über Jahrzehnte hinweg begleitet und damit unter anderem auch die Entwicklung moderner Unternehmenssoftware maßgeblich geprägt.

Zu den Anfängen der digitalen Buchhaltung

Ende der 1980er Jahre hielten PCs vermehrt Einzug in die Büros der Republik. Und ab diesem Zeitpunkt veränderte sich auch die Buchhaltung. Damals suchten vor allem kleinere Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige nach einer Möglichkeit, ihre Buchhaltung elektronisch zu organisieren. Es kamen Programme für die Rechnungsstellung, die Einnahmen- und Ausgabenrechnung und für die einfache Buchführung auf den Markt.

Ein Gerät, das zu dieser Zeit eine besonders wichtige Rolle spielte, war der Apple Macintosh. Viele Nutzer schätzten damals seine grafische Benutzeroberfläche und seine intuitive Bedienbarkeit. Er schaffte es schnell, sich vor allem in kreativen Branchen einen Namen zu machen. Nach und nach wurden die Programme, die hier installiert werden konnten, an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Im Jahr 1990 kam mit „CONTO“ die erste Buchhaltungssoftware für den Apple Macintosh auf den Markt. Während im Windows-Umfeld zu dieser Zeit ebenfalls erste kaufmännische Programme entwickelt wurden, galt der Mac, vor allem wegen seiner grafischen Nutzeroberfläche als besonders komfortabel. Mit CONTO war es nun möglich, die bis dahin stark papierbasierte Buchhaltung digital abzubilden und die entsprechenden Abläufe effizienter zu gestalten.

Das Angebot rund um moderne Software-Lösungen wird vielseitiger

Letztendlich war es die große Nachfrage, die dazu geführt hat, dass sich rund um die erste Generation kaufmännischer Software dieser Art ein größerer Markt entwickelt hat. Immer mehr Fachzeitschriften testeten die entsprechenden Lösungen und verglichen diese miteinander. Einschlägige Berichte in den Medien, die auf die neuen Möglichkeiten hinwiesen, halfen dabei, bei potenziellen Nutzern Vertrauen in die Technologie zu schaffen. Und das war nötig. Denn: Viele Menschen standen dem Thema „digitale Buchhaltung“ zunächst skeptisch gegenüber. Immerhin war mit der Umstellung der klassischen Papierakten auf elektronische Systeme eine grundlegende Veränderung etablierter Arbeitsabläufe verbunden.

Parallel dazu schafften es in Deutschland zu dieser Zeit auch weitere Anbieter, sich im Bereich moderner Software-Lösungen zu etablieren. Vor allem das Unternehmen DATEV spielte im Umfeld von Steuerkanzleien und mittelständischer Unternehmen eine wichtige Rolle. Diese und weitere Lösungen halfen dabei, die digitale Buchhaltung in Deutschland zu etablieren und weiterzuentwickeln. Im Laufe der Zeit (und als auch in deutschen Büros immer mehr PCs genutzt wurden) wurde allerdings deutlich, dass die verschiedenen Softwarelösungen viele Vorteile boten. Mit ihnen war es immerhin unter anderem möglich, automatisierte Berechnungen durchzuführen, Daten strukturierter zu speichern und elektronische Auswertungen vorzunehmen. Das Thema „Effizienz“ rückte immer weiter in den Fokus.

Von der reinen Buchhaltung zur praktischen Unternehmenssoftware

In der Mitte der 1990er Jahre zeichneten sich die verschiedenen Software-Lösungen durch umfangreichere Funktionen aus. Sie passten sich damit an die Erwartungen der Unternehmen an, die keine Lust mehr hatten, nur ihre Buchhaltung zu digitalisieren, sondern diese auch direkt in andere Verwaltungsprozesse, wie zum Beispiel die Warenwirtschaft und die Auftragsabwicklung, integrieren wollten. Das Programm FACTO aus dem Jahr 1995 setzte genau an dieser Stelle an, indem es die Chance bot, verschiedene Aufgabenbereiche miteinander zu kombinieren. Das Ergebnis: Eine umfassende Lösung für eine moderne betriebliche Verwaltung.

Immer mehr Unternehmen gingen dazu über, einzelne Programme durch integrierte Systeme zu ersetzen. Die Verantwortlichen befanden sich zunehmend auf der Suche nach Lösungen, die es nicht mehr erforderlich machten, Daten zum Beispiel mehrfach einzugeben, oder in deren Zusammenhang mehrere Programme parallel laufen mussten.

Der Schritt in Richtung plattformübergreifende Software

Als sich Windows, ebenfalls in der Mitte der 1990er Jahre, in vielen Unternehmen zum dominierenden Betriebssystem entwickelt hatte, entschieden sich auch viele Software-Hersteller dazu, nachzuziehen und ihre Lösungen, die noch vor einiger Zeit nur für den Mac angeboten worden waren, für Windows verfügbar zu machen. Genau das hatte dann sowohl technologische als auch wirtschaftliche Folgen. Unter anderem deswegen, weil sich die Zielgruppe der entsprechenden Lösungen schlagartig vergrößerte. Und wer seinen Kunden als Anbieter noch mehr Flexibilität bieten wollte, arbeitete einfach plattformübergreifend sowohl in Mac- als auch in Windows-Umgebungen.

Anfang der 2000er: Die integrierten Systeme setzen sich durch

Es dauerte nicht lange, bis sich der Markt rund um Unternehmenssoftware zum Beginn der 2000er Jahre noch einmal veränderte. Die Zeit der sogenannten „integrierten Systeme“ war gekommen. Diese wurden schon damals oft als ERP-Systeme bezeichnet. ERP steht dabei für Enterprise Resource Planning.

Zu dieser Zeit brachte TOPIX sein TOPIX:5 auf den Markt. Das Besondere: In dieser Software trafen die beiden Programme CONTO und FACTO, die bisher getrennt voneinander genutzt wurden, aufeinander. Im neuen System war es dann möglich, Bereiche wie Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft, Projektverwaltung, Zeiterfassung, Auftragsabwicklung und Ressourcenplanung miteinander zu verbinden. Besonders praktisch war, unter anderem auch die Möglichkeit, E-Mail-Kommunikation und Online-Banking anzubinden. Über den modularen Aufbau wurde zudem sichergestellt, dass es möglich war, die Software an verschiedene Unternehmensgrößen und Erwartungen anzupassen. Oder anders: Wer zum Beispiel als kleines Unternehmen nur wenige Funktionen brauchte, kam hier ebenso auf seine Kosten wie jemand, der möglichst viele Optionen nutzen wollte.

Wenn Softwarelösungen sich immer wieder neu erfinden

Anfang der 2000er Jahre schritt auch die Digitalisierung immer weiter fort. Viele Funktionen wurden selbstverständlich. Daher veränderten sich auch die Erwartungen, die Unternehmen an ihre Softwarelösungen stellten. Auf einmal gehörte es zum Standard, internetbasierte Dienste, elektronische Steuerdaten-Übermittlung und Online-Banking zu nutzen. Im Jahr 2008 erschien mit TOPIX:8 eine Software, die Anforderungen wie diese erfüllte. Sie bot unter anderem eine überarbeitete Nutzeroberfläche und erweiterte Funktionen, die zum Beispiel für verschiedene E-Commerce Anbindungen genutzt werden können und die unter anderem auch im Rahmen einer internationalen Nutzung eingesetzt werden konnten. Und auch diese Software konnte sowohl unter macOS als auch unter Windows betrieben werden. Sie unterstützte zahlreiche kaufmännische Prozesse – von Angebots- und Rechnungsstellung bis hin zu Buchhaltung und Lagerplanung und -verwaltung.

Der Markt wird internationaler und die dazugehörigen Software-Lösungen auch

Unternehmen, die mit nationalen und internationalen Partnern und Kunden zusammenarbeiten möchten, brauchen eine verlässliche Basis. Daher interessierten sich schon bald viele Verantwortliche dafür, ihre Daten nicht nur lokal zu speichern, sondern diese auch über Netzwerke austauschen zu können. Gleichzeitig wuchs die Bedeutung internationaler Märkte. Dies bedeutete unter anderem, dass die eingesetzten Software-Lösungen auf einmal mehrsprachig sein mussten und dass es wichtig wurde, die gesetzlichen Anforderungen der jeweiligen Länder zu erfüllen.

Zentrale Server bieten mehr Flexibilität

Seit einiger Zeit zeigt sich, dass sich betriebswirtschaftliche Software-Lösungen noch in einem anderen Bereich weiterentwickelt haben. Viele Unternehmen verlagern ihre Programme mittlerweile in eine Cloud. Während es früher noch üblich war, verschiedene Anwendungen einfach lokal auf einem Rechner zu installieren, laufen viele moderne Systeme heute auf zentralen Servern und lassen sich ganz einfach über das Internet nutzen – egal, ob am Schreibtisch oder auf Geschäftsreise. Besonders praktisch ist es in diesem Zusammenhang, dass die verschiedenen Software-Lösungen einfacher aktualisiert werden können und dass es auf komfortable Weise möglich ist, mit Menschen rund um den Globus zusammenzuarbeiten. Zudem sorgen Funktionen wie eine automatische Belegerkennung, die Möglichkeit, Programme mobil zu nutzen, und Schnittstellen zu Online-Shops und Co. für einen erhöhten Nutzerkomfort.

Wichtiger denn je: Flexibilität

Wer sich ein wenig genauer mit betriebswirtschaftlichen Software-Lösungen auseinandersetzt, erkennt schnell, dass der Markt hier stark umkämpft ist. So konkurrieren große, internationale Anbieter mittlerweile mit spezialisierten Softwarehäusern. Gleichzeitig verändert sich die Technologie (und die mit ihr verbundenen Möglichkeiten) kontinuierlich. Aus Desktop-Programmen wurden webbasierte Anwendungen, aus denen dann wiederum cloudbasierte Plattformen wurden. Umso bemerkenswerter ist es, dass manche Anbieter genau diese Entwicklung schon seit mehreren Jahrzehnten mitgehen und begleiten konnten. Viele von ihnen haben ihre Produkte immer wieder verändert, sind ihrer Grundidee allerdings immer treu geblieben.

Ein Blick auf die Entwicklungen rund um CONTO, FACTO bis hin zu TOPIX zeigt, dass sich betriebswirtschaftliche Anwendungen immer wieder neu an technische Möglichkeiten anpassen mussten, um „up-to-date“ und damit nutzerfreundlich zu bleiben.

Und wie geht es weiter?

Die Digitalisierung kaufmännischer Prozesse ist noch lange nicht abgeschlossen. Aktuell sorgen neue Technologien rund um künstliche Intelligenz, automatisierte Belegerkennung und datenbasierte Analysen dafür, dass sich moderne Unternehmenssoftware kontinuierlich weiterentwickelt. In Zukunft könnten noch viele weitere Routineaufgaben vollständig automatisiert werden. Viele Programme erkennen Belege selbstständig, schlagen Buchungen vor und liefern Auswertungen in Echtzeit. Wer auf die richtigen Lösungen setzt, kann sich in Bezug auf administrative Aufgaben weiter entlasten und seine Zeit unter anderem für strategische Entscheidungen nutzen.

Gleichzeitig verdeutlicht der Weg, der bei frühen Mac-Buchhaltungslösungen startete und mittlerweile bei modernen Cloud-Lösungen angekommen ist, wie eng technologische Innovationen und betriebliche Praxis miteinander verbunden sind. Was einst als einfache digitale Unterstützung für die Buchhaltung begann, hat sich in vielen Betrieben zu einem zentralen Bestandteil einer modernen Unternehmensorganisation entwickelt.


Quelle:

www.wissenschaft.de