Eine Rampe am Brandenburger Tor, neue Wohnungen am Messegelände und Ringe an prominenten Gebäuden: Der Senat hat das Konzept für die Berliner Olympia-Bewerbung vorgestellt. Erstmals werden auch konkrete Kosten genannt.
Berliner Senat verabschiedet Konzept für Bewerbung um Olympische Spiele
Eröffnungsfeier auf Tempelhofer Feld geplant
Brücke soll zum Brandenburger Tor führen
Kosten auf weit mehr als sechs Milliarden Euro geschätzt
Das Berliner Olympia-Konzept für die aktuelle Bewerbung sieht eine Eröffnungsfeier auf dem Tempelhofer Feld vor. Das teilte der Senat am Dienstag mit. Unter anderem soll dort eine goldene Pyramide entstehen.
Die Eröffnung würde somit nicht im Olympiastadion stattfinden. Eine Hauptattraktion soll dem Olympia-Konzept zufolge auch ein Brückenaufgang zum Brandenburger Tor bis zur Höhe der Quadriga werden.
Zwischen dem Olympiastadion als zentralem Wettkampfort, dem Brandenburger Tor als Ort der Medaillenzeremonien und dem Tempelhofer Feld ist laut Konzept ein “gelber Parcours” als Verbindung durch die Stadt geplant. Besonders prägnante Orte, wie etwa der Fernsehturm sollen mit riesigen olympischen Ringen verziert werden.
Berliner Olympia-Bewerbung
Gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sollen Wettkämpfe in 30 Sportarten mit 46 Disziplinen bei den Olympischen Spielen abgehalten werden. 23 Sportarten sind es bei den Paralympischen Spielen. Dem Konzept zufolge werden zu 97 Prozent bereits bestehende Sportstätten genutzt.
Neben den Wettkämpfen in Berlin sind die Reitwettbewerbe in Leipzig vorgesehen, gesegelt werden soll in Warnemünde. Das olympische Fußballturnier würde in Cottbus, Dresden, Hannover, Wolfsburg, Leipzig und Rostock ausgetragen werden.
Dazu sollen diverse Wettbewerbe als “City-Events” auf dem Tempelhofer Feld oder anderen attraktiven Orten in der Hauptstadt stattfinden.
In der Nähe der Messe Berlin wird den Plänen zufolge ein Olympisches Dorf gebaut, in dem 85 Prozent aller Sportler wohnen sollen. Es umfasst 2.400 Wohnungen und entsteht nach Angaben Wegners auch, sollte Berlin nicht den Zuschlag erhalten.
Berliner Olympia-Bewerbung
Senat schätzt Kosten auf mehr als 6,4 Milliarden Euro
Der Berliner Senat legte am Dienstag auch erstmals eine grobe Kostenschätzung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele vor. Demnach werden für die Organisation und Durchführung der Wettkämpfe rund 4,8 Milliarden Euro eingeplant. Die würden durch den Verkauf von Tickets, Übertragungsrechten und Sponsoring komplett refinanziert, so der Senat – gerechnet wird hier tatsächlich sogar mit einem Gewinn von rund 420 Millionen Euro. 25 Prozent dieses Gewinns müssten an das Internationale Olympische Komitee abgeführt werden.
Bei den Investitionen in die Sportinfrastruktur würde hingegen hauptsächlich die öffentliche Hand Geld ausgeben. Hier sind knapp 1,6 Milliarden Euro eingeplant. Die Summe würde über einen Zeitraum von 14 Jahren in die Modernisierung oder Erweiterung von Wettkampfstätten, die Ertüchtigung von Breitensportstätten oder gezielte Verkehrsprojekte investiert werden, so der Senat.
Dazu kommen Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen während der Spiele, insbesondere für zusätzliche Polizeikräfte, Katastrophenschutz und Verwaltungsaufgaben. Die Kosten beziffert der Senat bislang nicht. Finanzieren müssten sie der Bund und die beteiligten Länder.
DOSB entscheidet am 26. September
Bei der Bewerbung geht es um Olympische Sommerspiele und Paralympische Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044. Berlin ist einer von vier deutschen Olympia-Interessenten neben München, Hamburg und der Rhein-Ruhr-Region um Köln.
Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welchem Kandidaten eine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee gestartet wird.
Planung für Wettbewerbe in großen Berliner Sportstätten:
Olympiastadion: Leichtathletik, 7er-Rugby-Finalrunde
Olympiapark: Schwimmen, Wasserball-Finalrunde, Beachvolleyball
Stadion An der Alten Försterei 7er-Rugby-Vorrunde und womöglich Fußball
Uber Arena: Handball-Finalrunde, Judo
Max-Schmeling-Halle Volleyball
Geplante neue Arena für Alba Berlin: Basketball-Finalrunde und Turnen
Jahn-Sportpark: Hockey
Sportforum: Fechten, Schießen
Poststadion: Moderner Fünfkampf
Tempodrom: Gewichtheben
Schwimm- und Sprunghalle an der Landsberger Allee Wasserspringen, Synchronschwimmen, Wasserball-Vorrunde
Velodrom: Bahnrad, Ringen
Diese Orte im Stadtgebiet sollen genutzt werden
East-Side-Gallery: Freiwasserschwimmen und Triathlon
ehemaliger Flughafen Tempelhof: Bogenschießen, 3×3-Basketball, Sportklettern, Skateboarding und BMX-Freestyle
Mellowpark: BMX Racing
Gärten der Welt: Mountainbike
Messe/dock9: Badminton, Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik
Waldbühne: Finalrunde im Boxen, Taekwondo
Brandenburger Tor: Marathonläufer, Geher und Straßenradsportler
Mit der Ankündigung für die Messe als Standort verriet der Senat auch den Namen einer neuen Kongresshalle für bis zu 5.000 Menschen: Sie soll demnach “dock9” heißen. Der Baustart ist für dieses Jahr geplant.
Die geplanten Sportstätten in Brandenburg, Leipzig und Rostock:
Brandenburg an der Havel: Kanu-Rennsport und Rudern (Beetzsee)
Bad Saarow: Golf
Rennbahn Hoppegarten: Schießsport-Entscheidungen mit der Flinte
Cottbus: Fußball
Leipzig: Fußball, Vorrunde im Basketball, Reitwettbewerbe, Handball-Gruppenphase
Kanupark Markkleeberg: Kanu-Slalom, Kajak-Cross-Entscheidungen
Rostock: Fußball, Segelwettbewerbe
Sendung: rbb24 Inforadio, 05.05.2026, 13:00 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 05.05.2026, Sebastian Schöbel
Quelle:
www.sportschau.de



