Ein direktes Duell um die Königsklasse, Existenzsorgen im Abstiegskampf und das Feilschen um den Aufstieg in der 3. Liga: Der vorletzte Spieltag bietet in den höchsten drei Fußball-Ligen Deutschlands extrem viel Spannung. Ein Überblick über die spannendsten Konstellationen, bei denen ligaübergreifend noch etliche Klubs hoffen und bangen.
Packender Kampf um die Königsklasse
Leverkusens überraschend deutlicher Heimsieg gegen Leipzig hat den Kampf um die Champions-League-Plätze extrem spannend gemacht. Hoffenheim und Stuttgart trennten sich im direkten Duell spektakulär mit 3:3, sodass die drei Anwärter auf Platz vier zwei Spieltage vor Schluss mit 58 Zählern punktgleich sind.
Jetzt empfangen die fünftplatzierten Stuttgarter mit Leverkusen direkt wieder einen Konkurrenten um die Königsklassen-Ränge. Bayer hat in den jüngsten fünf Spielen insgesamt sieben Punkte auf Stuttgart gutgemacht und Platz vier erobert – auf einmal hat die Werkself alles wieder in der eigenen Hand.
Wir haben die Chance genutzt. Mit zwei Siegen können wir unser großes Ziel erreichen. Wir können es selbst entscheiden.
Hoffenheim, die Überraschungsmannschaft im Königsklassen-Rennen, muss sich nach dem unglücklich verspielten Sieg gegen Stuttgart schnell wieder fokussieren. Mit den noch um den Klassenerhalt spielenden Bremern hat man den vermeintlich dankbarsten Gegner (Samstag, 15.30 Uhr), weil aber die TSG von den drei 58-Punkte-Teams das schlechteste Torverhältnis hat, muss man auf Patzer der Konkurrenz hoffen.
Klare Sache im Hinspiel: Der VfB schlägt Leverkusen mit 4:1
Königsklassen-Rennen in der Bundesliga
Platz
Mannschaft
Tordifferenz
Punkte
3
RB Leipzig
+21
62
4
Bayer Leverkusen
+23
58
5
VfB Stuttgart
+20
58
6
TSG Hoffenheim
+16
58
Sogar sechs Bundesliga-Klubs in der Champions League?
Leipzig auf Rang drei hat in Leverkusen den ersten Königsklassen-Matchball vergeben. Angesichts von vier Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz dürfte die CL-Qualifikation aber Formsache sein – zumal der kriselnde FC St. Pauli der kommende Gast ist (Samstag, 15. 30 Uhr). Generell hätten sich alle genannten Mannschaften die Teilnahme am finanziell so lukrativen Wettbewerb verdient: Im Vorjahr hätten 58 Punkte für die Qualifikation gereicht, Hoffenheim ist derzeit der beste Tabellensechste seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995.
33. Spieltag | Übersicht
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Auch Platz fünf könnte für die Champions League noch reichen – allerdings nur, wenn Deutschland in der Ein-Jahres-Wertung der UEFA Boden auf Spanien gutmacht. Überholt die Bundesliga die spanische La Liga noch, ginge ein weiterer Startplatz nach Deutschland. Dafür müssten aber der FC Bayern (Champions League) und der SC Freiburg (Europa League) noch kräftig Punkte sammeln.
Auch der SC Freiburg könnte sich noch zu den deutschen Königsklassen-Teams gesellen. Dafür müssten die Breisgauer “nur” die Europa League gewinnen, ins Halbfinal-Rückspiel gegen den SC Braga geht Freiburg mit einer 1:2-Hypothek. Aber auch in der Liga (Sonntag, 15.30 Uhr beim HSV) braucht Freiburg Punkte: Im Kampf um Platz sieben, der mindestens die Conference-League-Qualifikation bedeutet, ist Eintracht Frankfurt der ärgste Konkurrent.
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Die Eintracht sollte das Chaos um Trainer Albert Riera ausblenden und in Dortmund (Freitag, 20.30 Uhr) bestenfalls gewinnen. Augsburg darf sich ebenfalls noch vorsichtige Europa-Hoffnungen machen – weder Freiburg noch Frankfurt präsentieren sich im Liga-Endspurt sattelfest.
Bundesliga-Abstiegskampf: Krimi in Hamburg zum Abschluss?
Im Bundesliga-Abstiegskampf haben zuletzt mehrere Teams den Klassenerhalt gefeiert. Köln und Bremen haben diesen auch vor Augen. Dramatisch geht es jedoch dahinter zu: St. Pauli, 17., empfängt am letzten Spieltag den VfL Wolfsburg auf Rang 16. Die seit drei Spielen ungeschlagenen Wolfsburger spielen zunächst aber gegen die großen Bayern, St. Pauli ist in Leipzig ebenso Außenseiter. Es scheint alles auf ein ultimatives Abstiegsfinale in Hamburg hinauszulaufen. Auch Schlusslicht Heidenheim hofft noch: In Köln (Sonntag, 17.30 Uhr) und gegen Mainz braucht es mindestens vier Punkte – und Patzer der Konkurrenz.
Wir haben noch zwei Spiele, das ist das, was Mut macht. Wir können es immer noch drehen. Es wird natürlich nicht leicht in Leipzig. Wir werfen jetzt aber mit 100 Prozent alles rein, damit wir uns nichts vorwerfen können
Für Diskussionen sorgen abseits des Rasens die unterschiedlichen Anstoßzeiten des 33. Spieltags. “Es ist nicht nur aus fankultureller Sicht wichtig, dass alle Partien des vorletzten Spieltags gleichzeitig angepfiffen werden, sondern der Fair-Play-Gedanke ist essenziell für die Integrität des Wettbewerbs”, ließ das Fanbündnis “Unsere Kurve” am Dienstag verlauten.
Weil St. Pauli – nur wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter Wolfsburg – bereits am Samstag (15.30 Uhr) spielt, haben die Wolfsburger einen Wissensvorsprung: Die “Wölfe” wissen vor ihrem Spiel gegen die Bayern genau, wie hoch man verlieren dürfte, um vor St. Pauli zu bleiben.
Nächste Saison in Liga 2? Tomoya Ando vom FC St. Pauli
Fernduelle in der 2. Liga: Wer steigt neben Schalke auf?
Der Kampf um die Zweitliga-Meisterschaft ist entschieden, dahinter geht es aber packend eng zu: Elversberg ist mit 59 Punkten Zweiter, dahinter lauern Hannover und Paderborn (beide 58). Direkte Duelle zwischen den Kontrahenten gibt es in den abschließenden beiden Partien nicht mehr. Der SCP könnte bereits am Freitag mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC Druck auf die Konkurrenz machen. Hannover (Samstag, 13 Uhr in Bochum) und die SV Elversberg (Sonntag, 13.30 Uhr in Düsseldorf) treffen auf Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte.
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Noch nicht genug Drama? Dann: Herzlich willkommen im Zweitliga-Abstiegskampf. Seit Wochen deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen mehreren Teams bis zum letzten Spieltag an. wei Spieltage vor Schluss lässt sich sagen: Genau darauf läuft es hinaus. Ab Platz 11 (Bochum) kann noch jede Mannschaft absteigen. Gleichzeitig hat selbst der Tabellenletzte (Münster) noch Hoffnung auf die Rettung – bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wäre das aber eine kleine Sensation.
Das Ziel war bei Fortuna Düsseldorf der Aufstieg, die Realität ist der drohende Abstieg
An guten Tagen können wir alle schlagen. Die Leistungen 2026 geben Hoffnung, am Ende über dem Strich zu stehen.
Richtig heiß wird es am Samstag in Braunschweig (13 Uhr), wenn die akut abstiegsgefährdeten Löwen (Platz 15) Dynamo Dresden (Platz 12) im direkten Duell empfangen. Am letzten Spieltag dürften die Blicke dann insbesondere nach Fürth gehen, die SpVgg spielt dann gegen Düsseldorf. Beide Teams stehen extrem unter Druck, sind zwei Spiele vor Schluss Vorletzter (Fürth) und auf dem Relegationsplatz (Düsseldorf).
Zweitliga-Abstiegskampf
Platz
Mannschaft
Tordifferenz
Punkte
11
VfL Bochum
1
40
12
Dynamo Dresden
1
38
13
Arminia Bielefeld
-1
36
14
1. FC Magdeburg
-7
36
15
Eintracht Braunschweig
-18
34
16
Fortuna Düsseldorf
-19
34
17
Greuther Fürth
-21
34
18
Preußen Münster
-20
29
Drittliga-Aufstiegskampf: Gelingt Duisburg der Durchmarsch?
Spannung pur bietet auch das Aufstiegsrennen der dritten Liga. Nach einer Siegesserie von sieben Partien hat Rot-Weiss Essen zuletzt Nerven gezeigt und dreimal verloren – am vergangenen Wochenende gar mit 1:6 gegen die Zweitvertretung der Stuttgarter. RWE ist dadurch auf Rang vier abgerutscht (64 Punkte), Profiteure waren Cottbus (66, 2. Platz) und Aufsteiger Duisburg (66, 3.). Auch Verl und Rostock haben mit 61 Punkten Resthoffnungen – zumal Verl am Samstag in Essen “Big Points” in einem Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Konkurrenten holen könnte.
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Drama oben und unten in allen Ligen? Nicht ganz. Der Drittliga-Abstiegskampf bietet kaum noch Aufregung: Alle vier Absteiger stehen bereits fest. Havelse, Ulm, Aue und Schweinfurt müssen in die Regionalliga. In den letzten beiden Spielen geht es noch um die Platzierungen – Schweinfurt steht bereits als Tabellenletzter fest.
Quelle:
www.sportschau.de



