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LebensstilDer Geldschein von Sarah Paulson sorgt bei der Met Gala für Aufsehen

Der Geldschein von Sarah Paulson sorgt bei der Met Gala für Aufsehen

Der eigentliche Aufreger war jedoch die Dollarnote, die sie wie eine Maske über den Augen trug. Auf die Frage der BBC, was das bedeuten solle, erklärte Paulson, der Dollar verweise auf die “One Percent” — also die Superreichen in den USA. Passend dazu trägt auch die Kollektion den Namen “The ONE Percent” und überspitzt Millionär:innen als Karikaturen. Ein klares Statement also.

Oder?

Nun, die Botschaft ist nicht ganz widerspruchsfrei. Schließlich erscheint Paulson in Haute Couture auf dem roten Teppich der Met Gala, einer Veranstaltung, deren Eintritt rund 100.000 Dollar kostet und die vom Milliardärspaar Jeff Bezos und Lauren Sánchez gesponsert wird. Dass ausgerechnet dort ein Look gegen Reichtum und Exzesse inszeniert wird, verleiht dem Auftritt eine gewisse Ironie. Zumal Paulson selbst Millionärin ist. In den sozialen Medien wurde ihr Look deshalb auch prompt als heuchlerisch kritisiert. Einige warfen ihr vor, mit der Botschaft am Motto “Fashion Is Art” vorbeizugehen, anstatt es zu unterstreichen.

Und ja, vielleicht wäre die stärkste Form der Kritik tatsächlich, dem Event ganz fernzubleiben. Nur sollte man dabei nicht vergessen, worum es sich bei dieser Veranstaltung handelt: um ein Modeevent und eine Charity-Gala, die zweifellos enorme mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. In diesem Kontext gilt am Ende womöglich: Lieber ein Statement als gar kein Statement.

Ihre Aktion lässt sich durchaus als Kommentar zu Jeff Bezos und zur Vereinnahmung der Veranstaltung durch einen Vertreter „des einen Prozent“ lesen. Davon sind Sarah Paulson und die erfolgreichsten Teilnehmer:innen des Abends jedoch noch weit entfernt.


Quelle:

www.gq-magazin.de