Werbungspot_imgspot_img
SportEintracht-Trainer Riera hat Ärger mit den Stars

Eintracht-Trainer Riera hat Ärger mit den Stars

Stand: 30.04.2026 • 10:31 Uhr

Greift da endlich mal einer durch? Oder stößt er den Stars wie Burkardt, Götze oder Theate nur unnötig vor den Kopf? Das sind die großen Fragen rund um Eintracht-Trainer Albert Riera. Eins scheint klar: Zum Chef-Diplomaten taugt der Spanier nicht.

In den sozialen Netzwerken wird Eintracht-Trainer Albert Riera von einem Teil der Fan fast schon hymnisch verehrt, viele haben Riera sogar als Foto in ihrem Profil-Bild. Endlich mal ein Trainer, der sich von den Stars nichts sagen lässt und mal ordentlich durchgreift, heißt es dort. Und in der Tat: Albert Riera greift durch.

Der neueste Fall ist der von Top-Stürmer Jonathan Burkardt, der mit zehn Treffern der beste Torjäger der Eintracht ist. Im Spiel-System Riera hängt Burkardt mittlerweile aber ziemlich in der Luft, oder er wurde gar nicht mehr eingesetzt, wie zuletzt beim Frankfurter 1:1 in Augsburg, als Burkardt von Riera erst in der 88. Minute aufs Spielfeld geschickt wurde. Der Grund könnte auch ein großer Zoff zwischen Riera und Burkardt sein.

Riera habe Burkardt wegen dessen vermeintlich hoher Körperfettwerte kritisiert, habe jedoch nicht persönlich das Gespräch mit dem 25-Jährigen gesucht, sondern Co-Trainer Jan Fießer vorgeschickt, berichtet die Bild. Auch über die Rückwärtsbewegung von Burkardt ärgerte sich Riera. Daraufhin habe der Berater von Burkardt bei Sportvorstand Markus Krösche vorgesprochen. Krösche suchte das Gespräch mit Riera. Der Eintracht-Trainer soll Burkardt daraufhin im Vorbeigehen angepflaumt haben. All das deckt sich mit Informationen des hr-sport. Burkardt soll wegen der Differenzen mit Riera ziemlich geknickt gewesen sein.

Probleme mit den Stars der Vorsaison

Nun ist Burkardt aber nicht der einzige Eintracht-Star, mit dem Riera in den vergangenen Wochen aneinandergeraten ist. Das erste “Opfer” war Mario Götze, dessen Vertrag die Eintracht Anfang April um zwei weitere Jahre verlängerte. Doch unter Riera spielt Götze keine Rolle mehr, dreimal “Ohne Einsatz im Kader” steht in der Statistik in den Spielen nach der Vertragsverlängerung, also gegen Wolfsburg, Leipzig und Augsburg. Zuvor hatte Riera den Weltmeister von 2014 im Auswärtsspiel bei Mainz 05 komplett aus dem Kader gestrichen.

Die Kommunikation vor dieser Ausbootung lief nach hr-sport-Infos ähnlich ab wie jetzt im Fall Burkardt. Sprich: Es soll kein direktes Gespräch zwischen Riera und dem Spieler gegeben haben. In der Trainingswoche vor dem Mainz-Spiel war Götze von einem Co-Trainer zu der Trainingsgruppe geschickt worden, die nicht im Kader stand. Götze wunderte und fügte sich.

Dass Götze von Riera nicht einmal direkt mitgeteilt wurde, dass er aus dem Kader gestrichen wurde, sorgte bei den Mitspielern für Stirnrunzeln. Auch bei Burkardt, womit sich der Kreis schließt. Auch bei Abwehrspieler Arthur Theate, dem Dauerbrenner der vergangenen Spielzeit, läuft es nicht mehr unter Riera, zuletzt in Augsburg saß der Belgier 90 Minuten auf der Ersatzbank. Im Heimspiel gegen Leipzig wurde er ohne ersichtlichen Grund kurz vor Abpfiff ausgewechselt und durch den positionsfremden Elias Baum ersetzt.

Schwierige Kommunikation und rauer Umgangston

Womit wir wieder bei der Begeisterung einiger Eintracht-Fans wären, dass mit Albert Riera endlich mal wieder ein Trainer bei der Eintracht ist, der durchgreift und sich “von den Stars nicht auf der Nase rumtanzen lässt”. Das ist in der Tat der Fall. Aber ist es auch schlau? Haupt-Kritikpunkt am Vorgehen von Riera ist – auch intern – gar nicht, welche (Personal)-Entscheidungen der Spanier trifft, sondern wie er sie trifft und wie er sie kommuniziert. Nämlich wenig bis gar nicht. Zumindest nicht von Angesicht zu Angesicht.

Zudem soll der Ton im Team durch Riera nach Informationen des hr-sport ziemlich rau und unfreundlich sein, einigen Eintracht-Mitarbeitern soll sich der Spanier gleich gar nicht vorgestellt haben. Wenn all das mit einem echten sportlichen Aufschwung einhergehen würde, würden die beschriebenen Probleme wahrscheinlich wenig beachtet werden.

Doch einen echten Aufschwung, ein echtes Aha-Erlebnis, gab es unter dem Spanier nicht. So liegt der Punkte-Schnitt unter dem von Trainer-Vorgänger Dino Toppmöller. Nimmt man nur die vergangenen Monate: Riera übernahm die Eintracht Ende Januar, da waren die Frankfurter als Tabellen-Achter punktgleich mit Freiburg, nach elf Spielen unter Riera ist die Eintracht als Tabellen-Siebter immer noch punktgleich mit den Freiburgern und das, obwohl die Eintracht unter Riera gleich sieben Mal gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte spielte.

Schlüsselspiel gegen den HSV vor der Brust

Noch stehen drei Bundesliga-Spiele an in dieser Saison, am Samstag das wichtige Heimspiel gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr). Das muss gewonnen werden, will die Eintracht ihre Ambitionen für einen Platz im Europapokal in die Tat umsetzen. Die restlichen Spiele in der Liga in Dortmund und im eigenen Stadion gegen Stuttgart sind danach nicht gerade einfach. Aber nun erstmal der HSV im Waldstadion. Und auch Riera wird die Gesetze des Fußballs nicht außer Kraft setzen können. Gibt es gegen den HSV einen Sieg, treten die Unruhe und die beschriebenen Probleme wieder in den Hintergrund, verliert die Eintracht, werden die Unkenrufe rund um Albert Riera umso lauter.


Quelle:

www.sportschau.de