Der Ausfall von Achraf Hakimi trifft PSG vor dem Rückspiel gegen den FC Bayern schwer und wirft ein Schlaglicht auf die wichtige Außenverteidigerposition.
Die Nachricht ließ am vergangenen Mittwoch dunkle Wolken über der heilen Welt von Paris Saint-Germain aufziehen: Achraf Hakimi wird mehrere Wochen ausfallen und im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den FC Bayern München fehlen, nachdem er sich in den Schlussminuten des 5:4-Spektakels im Hinspiel verletzt hatte.
Hakimi-Ausfall “ein schwerer Schlag” für PSG
Die Schlagzeile der französischen L’Equipe dürfte die Tiefe der Sorgenfalten bei PSG-Trainer Luis Enrique angesichts der Abwesenheit des Rechtsverteidigers widerspiegeln. “Hakimi – ein schwerer Schlag, aber es gibt Lösungen”, schrieb das Fachmedium und traf den Nagel auf den Kopf.
Denn der Ausfall des Marokkaners ist tatsächlich genau das. Ein schwerer Schlag für die Pariser. In Enriques 4-3-3-System, in dem die Spieler aggressiv gegen den Ball arbeiten und nach Ballgewinnen sofort umgeschaltet wird, kommt den Außenverteidigern eine besondere Rolle zu.
Hakimi als Schlüsselspieler auf der rechten PSG-Seite
Von Hakimi und Nuno Mendes, seinem Widerpart auf der linken Seite, ist äußerste Disziplin gefragt. In Defensivphasen schiebt das Duo hoch, anstatt als Teil der Viererkette mit den Innenverteidigern abzusichern. Das Ziel: Die zweite Pressing-Welle nach dem Offensiv-Trio um Ousmane Dembele bilden.
Das sorgt für äußerste Torgefahr, wenn PSG sich das Spielgerät erarbeitet, ist aber auch mit großen Risiken verbunden, da es Gegnern Räume öffnet, wenn es ihnen gelingt sich dem Forechecking zu entziehen. Hakimi kann mit seiner Geschwindigkeit Fehler wieder ausbügeln. So er sich solche denn einmal leistet. Schließlich ist der 27-Jährige einer der besten Außenverteidiger der Welt.
Zaire-Emery als Hakimi-Ersatz gegen Bayern?
Zwar hatte er Probleme mit dem giftigen Luis Díaz, der mit tiefen Läufen immer wieder Chaos in der PSG-Abwehr stiftete. Doch immerhin konnte er den Kolumbianer teilweise einschränken, auch wenn dieser sich in der 68. Minute mit dem Tor zum 4:5 belohnte.
Im Rückspiel wird er nun nicht mit von der Partie sein. Stattdessen dürfte der vielseitige Warren Zaire-Emery für ihn in die Startelf rücken. Der Franzose vertrat Hakimi in der Hinrunde, als dieser an einem verstauchten Knöchel nach einem Foul von Díaz aus dem Ligaphasen-Duell zwischen Bayern und PSG laborierte, ist mit seinen 20 Jahren allerdings nicht das, was man als erfahren bezeichnen würde.
Hakimi-Verletzung mit Folgen für Flügelstürmer Doué?
Ob er Díaz als Gegenspieler im Alleingang in den Griff bekommt, ist zumindest fraglich. Je nach Spielverlauf könnte auch Flügelstürmer Desire Doué zusätzliche Defensiv-Aufgaben bekommen, was zu Lasten des Pariser Angriffs gehen könnte.
Rosige Aussichten für ein Bayern-Team, das am Mittwoch in München ein Ein-Tor-Defizit wettmachen muss? Nur bedingt. Denn während Díaz und Michael Olise vorne wirbelten, hatte die FCB-Defensive ihre liebe Not mit Dembélé, Doué und Khvicha Kvaratskhelia, die jeweils zwei Scorer-Punkte pro Kopf sammelten.
Bayern-Außen mit großen Problemen gegen PSG-Offensive
Exemplarisch war das 1:1 durch Kvaratskhelia, der in der 24. Minute Josip Stanisic überlief, bedient wurde, ein kleines Tänzchen mit dem Münchner aufführte und den Ball ins Tor knallte.
Auch auf der anderen Abwehrseite taten sich Alphonso Davies und später Konrad Laimer extrem schwer gegen Hakimi und Doué, wie etwa beim 2:4, als Laimer in der Vorwärtsbewegung von einem Pass auf Hakimi kalt erwischt wurde, sodass der PSG-Mann unbedrängt flanken konnte und Kvaratskhelia für dessen zweiten Treffer fand.
Bayern-Abwehr mit Geschwindigkeitsnachteilen
Die Anfälligkeit über die bayerischen Flügel lag auch an der Tatsache, dass FCB-Trainer Vincent Kompany wie Enrique seine Außenverteidiger nicht allein zur Absicherung einsetzt. Stattdessen schieben die Schienenspieler nach innen oder füllen die Räume, die entstehen, wenn Diaz und Olise sich zurückfallen lassen bzw. den Weg ins Zentrum suchen.
Gegenüber Hakimi und Mendes haben Stanisic und Laimer aber Geschwindigkeitsnachteile, während Davies nach seinem von Verletzungen geprägten letzten Kalenderjahr noch nicht der Alte ist. Die Defizite bieten der blitzschnellen PSG-Offensive Möglichkeiten.
Wenn am Mittwochabend in München also angestoßen wird, wird es vor allem darum gehen, welche der beiden Mannschaften die Duelle auf den Außen am besten ausschlachten kann. Das Schachspiel auf den Flügeln kann beginnen.
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Quelle: BR24 Radio 06.05.2026 – 08:54 Uhr
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