Dank der Hinspiel-Gala im Viertelfinale bei Pick Szeged steht der SC Magdeburg mit anderthalb Beinen im Finalturnier der Champions League. Vor heimischem Publikum sollte am Donnerstag eigentlich nichts mehr anbrennen – oder, Bennet Wiegert?
Anspannung ist für den SC Magdeburg derzeit das falsche Wort. Vorfreude trifft es da schon eher. Denn den Titelverteidiger trennt nur noch ein Schritt vom erneuten Einzug ins Final Four der Champions League – und der scheint nach dem souveränen 35:28-Hinspielsieg bei Pick Szeged eigentlich nur noch Formsache zu sein. “Wir haben eine gute Ausgangsposition” betonte auch SCM-Trainer Bennet Wiegert vor dem Rückspiel am Donnerstag (18:45 Uhr im Audiostream und Liveticker). “Jetzt wollen wir das finishen. Aber es warten noch anspruchsvolle 60 Minuten auf uns. Es kann noch einiges passieren. Im Handball hat man schon viel erlebt.”
Champions League: Viertelfinale
Pfeil rechts
Zum Live-Ticker: SC Magdeburg – Pick Szeged
Pfeil rechts
SCM liefert Gala im Hinspiel ab
Der Auftritt vergangene Woche ließ zumindest wenig Zweifel an einem Scheitern der Magdeburger aufkommen. Zu dominant präsentierte sich der desginierte deutsche Meister, den auch eine Schwächephase im ersten Durchgang nicht aus dem Konzept brachte. Vor allem die Art und Weise, wie der SCM mit seinem Tempohandball die Fehler der Ungarn nach der Pause bestrafte, zeigte, warum die Sachsen-Anhalter in der Königsklasse gute Chancen haben, ihren Vorjahrestriumph als erste deutsche Mannschaft überhaupt zu wiederholen.
Körperlich und mental befindet sich Magdeburg auch zum Ende einer erneut kräftezehrenden Saison auf der Höhe. “Der Akku ist noch grün”, versprach Kreisläufer Magnus Saugstrup. Für den dänischen Weltmeister sind solche Spiele wie am Donnerstag gegen Szeged genau die, “die wir wollen, die machen am meisten Spaß.” Dass dem SCM nach dem ebenso überraschenden wie frustrierenden Aus im DHB-Pokal immer noch zwei Titel winken, sei in der Kabine derzeit kein Thema. “Der Fokus liegt immer auf dem nächsten Spiel”, so Saugstrup.
Schon seit Saisonbeginn im “Crunchtimemodus”
Dennoch dürften die Gedanken schon leise Richtung 13./14. Juni schweifen, wenn in Köln das Highlight-Event der Königsklasse ausgetragen wird. Passieren keine Wunder, wird der SCM zum vierten Mal in Serie dabei sein – und dazu den Meistertitel im Gepäck haben. “Uns treibt eine intrinsische Motivation”, wischte Wiegert jegliche Zweifel beiseite, dass seine Mannschaft in der entscheidenden Saisonphase nachlassen könnte. Man sei schon seit Saisonbeginn im “Crunchtimemodus”, deshalb müsse er seine Spieler auch emotional nicht weiter kitzeln.
Magnus Saugstrup steht mit dem SC Magdeburg vor dem erneuten Einzug ins Finalturnier der Champions League.
Magdeburgs Erfolgstrainer erwartet dennoch ein anderes Spiel als in der vergangenen Woche. Denn Szeged wird – oder besser gesagt muss – von Beginn an offensiv alles in die Waagschale werfen, “um den Rückstand relativ schnell aufzuholen”, meinte Wiegert. Sein Team müsse sich auf schnelle Gegenstöße und eine vermutlich offensiver ausgerichtete Abwehr einstellen. Umso wichtiger wird es, den berühmten Funken auf der Platte auf die Ränge überspringen zu lassen, “denn wir wissen, dass uns die Arena tragen kann.”
Füchse gegen Veszprem unter Zugzwang
Neben dem SCM kämpfen auch die Füchse Berlin um das Final Four. Allerdings hat der Vorjahresfinalist angesichts der knappen 34:35-Niederlage im Hinspiel gegen Veszprem ein deutlich dickeres Brett zu bohren. “Es wird noch einmal ein brutales Spiel”, sagte Trainer Nicoley Krickau. Und Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning warnte: “Gegen Veszprém hast du erst gewonnen, wenn du geduscht bist.”
In der Liga ist der Meisterzug für Berlin quasi abgefahren. Der Traum vom erstmaligen Sieg in der Handball-Königsklasse lebt aber. Zumal das Ensemble um Welthandballer Matthias Gidsel im Endspiel des Vorjahres von Magdeburg deutlich die Grenzen aufgezeigt bekam und diese offene Rechnung nur allzu gern begleichen würde.
jsc
Quelle:
www.sportschau.de



