Die Eisbären verlieren in der 84. Minute: In der zweiten Overtime muss sich der Titelverteidiger den aufopferungsvoll kämpfenden Mannheimern geschlagen geben. Damit kommt es zu einem fünften Spiel.
Eisbären Berlin unterliegen in der zweiten Overtime 3:4 gegen Adler Mannheim
Nach zuvor drei Siegen ist es die erste Berliner Niederlage in der Final-Serie
Serie geht damit in Spiel fünf
Die Eisbären Berlin müssen ihre Meisterfeier verschieben. Der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga unterlag den Adler Mannheim am Donnerstag vor heimischer Kulisse nach zweimaliger Overtime mit 3:4 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0, 0:1) und musste damit erstmals in der laufenden Best-of-Seven-Serie eine Niederlage hinnehmen.
Das entscheidende Tor erzielte der Mannheimer Luke Esposito in der vierten Minute der zweiten Overtime.
Nach insgesamt vier Finalpartien führen die Berliner nun mit 3:1-Siegen. Das fünfte Spiel findet am Sonntag (16:30 Uhr) in Mannheim statt.
Ausgeglichenes erste Drittel
In der ersten Minute jagte Eisbären-Angreifer Ty Ronning direkt im Alleingang aufs Mannheimer Tor zu, scheiterte aber am stark parierenden Johan Mattsson.
Nach dieser Riesenchance legten beide Teams einen giftigen Auftritt hin. In der vierten Minute kassierte der Berliner Jonas Müller die erste Zeitstrafe, vier Minuten später musste der Mannheimer Lukas Kälble auf die Strafbank. Nach elf Minuten gerieten Eisbären-Verteidiger Adam Smith und John Gilmore mit einer Schubserei aneinander, nachdem der Mannheimer bei seinem Angriff abgedrängt worden war.
Die Berliner konnten in dieser Phase nicht an ihr schwereloses Offensivspiel der vorherigen Partien anknüpfen, was ganz nach dem Geschmack der Gäste war. Und so war es das erste Anfangsdrittel der Finalserie, in dem die Adler die Eisbären bei null Toren hielten.
Intensives zweites Drittel
Nach zwei Minuten im zweiten Drittel sorgte ein Powerplay für die Berliner Führung: Die Hausherren verlagerten die Scheibe auf die linke Seite, wo Les Lancaster saftig aus acht Metern abzog und den Puck ins Netz rauschen ließ (23. Minute). Für den Verteidiger war es bereits das sechste Tor in den Playoffs und für sein Team die erlösende Führung.
Und die Berliner setzten eiskalt nach: Durch effektives Forechecking eroberte Markus Vikingstad den Puck in neutraler Zone und leitete so blitzschnell einen Konter ein, den Liam Kirk cool zum 2:0 veredelte (28.).
Doch die Adler hatten die passende Antwort. Wie aus dem Nichts setzte Nicolas Mattinen durch das Gewimmel an Verteidigern einen Distanzschuss ab, der sein Ziel in den Maschen der Berliner fand zum 1:2 aus Mannheimer Sicht (35.).
Hochspannung in der Hauptstadt
Die Partie war wieder offen, und im Schlussdrittel hart umkämpft. In der 45. Minute prallte der Puck unglücklich vom eigenen Schläger in das Gesicht von Jonas Müller. Blut rann aus seinem Mund aufs Eis, der Verteidiger verließ das Feld sofort und verschwand in den Katakomben. Doch wenig später Entwarnung: Der Verteidiger nahm – mit dicker Lippe – unter aufbrandendem Jubel in der Arena am Ostbahnhof auf der Bank Platz.
Von da aus beobachtete er, wie sein Team zur vermeintlichen Vorentscheidung traf: Auf der rechten Seite passte Lancaster auf Jean-Sebastien Dea, der den Puck direkt per Drop-Pass weiterleitete auf Vikingstad – und der chippte ihn abgebrüht in den Winkel zum 3:1 (47.).
Ausgerechnet ein Berliner machte das Spiel ungewollt wieder spannend: Markus Niemeläinen handelte sich durch einen unsportlichen Gesichtstreffer eine Vier-Minuten-Strafe ein. In Überzahl übten die Gäste Druck aus, trafen erst die Latte und konnten wenig später durch den Treffer vor Zach Solow auf 2:3 verkürzen (53.). Kurz vor Spielende konnten die Adler tatsächlich ausgleichen: Alexander Ehl drückte die Scheibe im Gewühl über die Linie zum 3:3-Ausgleich (57.). Die Partie ging in die Overtime.
Entscheidung in der zweiten Overtime
In der dritten Minute der ersten Verlängerung war Eder der Saison-Entscheidung nahe, hatte auf halbrechter Seite freie Sicht aufs Tor und schloss kraftvoll ab – doch Mattsson rettete mit seinem Beinschoner. Kurz vor Ende der ersten Overtime scheiterte Manuel Wiederer sogar nur am Pfosten. Die Berliner konnten ihre Überlegenheit nicht in das siegbringende Tor verwandeln.
In der zweiten Overtime schaffte es der Mannheimer Esposito in der vierten Minute, die Berliner Meisterparty mit seinem Treffer aufzuschieben – die Eisbären verloren mit 3:4.
Sendung: rbb|24, 30.04.2026, 23:45 Uhr
Audio: rbb|24, 30.04.2026, Karsten Steinmetz
Quelle:
www.sportschau.de



