Keine halben Sachen! Trotz bereits gelöstem Ticket für die WM 2027 in Brasilien wollen die deutschen Fußballerinnen heute in Slowenien nachlegen. Janina Minge kehrt in die Startelf zurück.
Bei 27 Grad im Stadion Stozice in Ljubljana strahlten die DFB-Frauen beim Abschlusstraining am Montagabend mit der Sonne um die Wette. Die Laune vor dem letzten Gruppenspiel gegen den Tabellenletzten war bestens.
Kein Wunder, denn dank des 2:0-Erfolges vergangenen Freitag gegen Norwegen hat das deutsche Team das WM-Ticket für Brasilien schon vorzeitig gelöst.
“Es ist auch mal angenehm, so ein Spiel zu haben”, gab Janina Minge offen zu. Die 26-Jährige vom VfL Wolfsburg wird nach abgesessener Sperre in die Startelf zurückkehren und ihre Mannschaft in Vertretung der verletzten Giulia Gwinn als Kapitänin auf den Platz führen.
“Wir wollen mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause gehen.”
Auf die leichte Schulter will Minge die Außenseiterinnen aus Slowenien aber nicht nehmen. “Wir wollen natürlich bestätigen, was wir in dieser WM-Quali schon gezeigt haben. Wir wollen mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause gehen“, sagte sie.
Nach lockerem Aus- oder Schaulaufen klingt das nicht. Auch wenn Christian Wück kräftig durchrotieren wird, erwartet der Bundestrainer von seiner Elf einen seriösen Auftritt: “Es ist für uns als Mannschaft ein wichtiges Spiel, weil wir einfach den Weg weitergehen wollen.”
Österreich als Warnung
Dem 52-Jährigen ist im “Sportschau”-Interview anzumerken, daß er nicht gewillt ist, trotz der vorzeitigen WM-Qualifikation von seiner Marschroute abzuweichen. Verständlich.
“Wir haben beim 0:0 in Österreich gemerkt, daß wir gegen ‘kleinere’ Nationen schon das ein oder andere Problem auf dem Platz hatten, das wir nicht lösen konnten”, erklärte Wück. Mit Slowenien erwartet er einen ähnlich tiefstehenden Gegner.
Marie Müller rotiert raus
Das Stadion in Ljubljana, das 16.000 Zuschauer fasst, wird am Dienstag wohl nur zu einem Drittel gefüllt sein. Also kein Vergleich zur stimmungsvollen Kulisse zuletzt beim 2:0 gegen Norwegen in Köln. Dort hatte Marie Müller ein traumhaftes Debüt hingelegt als Gwinn-Ersatz auf der rechten Seite – samt Tor zur erlösenden Führung.
Den Trubel um ihre Person musste die Senkrechtstarterin von den Portland Thorns erst einmal verarbeiten. “Ich habe sie erst mal in Ruhe gelassen“, erzählte Wück, der Müller gegen Slowenien – trotz der beeindruckenden Leistung – zunächst draußen lassen will.
Stattdessen bekommen einige Spielerinnen aus der zweiten Reihe ihre Chance. “Es wird eine große Rotation werden”, verriet der Bundestrainer, der im gleichen Atemzug betonte, dass alle Spielerinnen die Qualität und auch das Vertrauen hätten, “dass sie Spiele für Deutschland entscheiden können”.
Wer startet im Tor?
So auch im Tor. Die gegen Norwegen erneut überzeugende Ann-Katrin Berger wird eine verdiente Pause bekommen. Dafür dürfen sich Stina Johannes und Ena Mahmutovic Hoffnung auf den Startelfeinsatz gegen Slowenien machen.
Es ist vielleicht eine der größten Leistungen des Bundestrainers bisher, dass er die Breite und Tiefe des Kaders seit seinem Amtsantritt mit immer neuen Spielerinnen extrem erweitert hat.
Goldmedaille in Brasilien
Mit dem bereits sicheren WM-Ticket in der Tasche, beginnt für Wück allerdings schon jetzt die Vorbereitung auf das Turnier 2027 in Brasilien. Denn trotz aller Fortschritte fehlt dem deutschen Team noch ein Stück zur absoluten Weltspitze.
Diesen Abstand will der Bundestrainer bis zur Weltmeisterschaft deutlich verringern. Ein überzeugender Sieg beim letzten Gruppenspiel in Slowenien wäre vielleicht schon mal der Anfang für etwas Großes.
Zur Erinnerung: in Brasilien haben die DFB-Frauen ihren letzten großen Titel gewonnen – Gold bei den Olympischen Spielen 2016…
Quelle:
www.sportschau.de




