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SportUSA, Kanada, Mexiko: Wie lange geht die Party der WM-Gastgeber?

USA, Kanada, Mexiko: Wie lange geht die Party der WM-Gastgeber?

Stand: 28.06.2026 • 12:12 Uhr

Das Gastgeber-Trio tänzelt in die K.o.-Phase und hat noch nicht genug. Aber wie weit kann es für die USA, Kanada und Mexiko gehen? Wir haben die WM-Sause durchgespielt.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz einer jeden Hausparty, dass der Gastgeber die letzte Runde ausrufen darf. Jeder noch ein Getränk, ein letztes Mal Wonderwall, dann ist aber Schluss. Klare Sache: Wenn der Veranstalter nicht mehr aktiv teilnimmt, ist die Sause beendet. War schön gewesen, bis zum nächsten Mal. Das Blöde daran: Bei einer WM geht das so nicht.

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wird selbstverständlich nicht sofort abgebrochen, sobald ein Teil des einladenden Trios ausscheidet. Für die Stimmung ist es dennoch traditionell und außerhalb Katars von enormer Bedeutung, dass die Gastgeberländer möglichst lange dabei sind. Go USA! Go Canada! Vamos México! Doch wie lange noch?

Der Start ist geglückt

Die gute Nachricht vorneweg: Beim als Gruppenphase deklarierten Vorglühen hat sich niemand übernommen oder zu viel zugetraut. Die USA nickten im abschließenden Gruppenspiel gegen die Türkei zwar kurz ein und machten so den fidelen Gesamteindruck etwas zunichte. Da zu diesem Zeitpunkt aber schon alles entschieden war, lässt sich die 2:3-Niederlage ohne Probleme als Power-Nap verkaufen. Die US-Amerikaner sind im Party-Modus.

Christian Pulisic bejubelt die Führung der USA mit seinen Mitspielern.

Sogar noch besser gelaunt ist Mexiko. Der kleine und nicht immer beliebte Gastgeber-Bruder präsentiert sich auf der großen Bühne bislang in bestechender Form. Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor. Wäre Helene Fischer Mexikanerin, ihr WM-Hit der unsterblichen Nächte wäre schon jetzt der meistgewünschte Song bei jedem Public Viewing. Klare Sache: Mexiko ist schon nach dem Aperitif bereit für die Afterhour. Wer soll sie stoppen?

Mexikos Mateo Chavez jubelt nach einem Treffer.

Ganz so süß schmeckt das WM-Leben in Kanada noch nicht. Der am ehesten als Party-Bremse eingestufte Co-Host lässt sich bislang aber nicht lumpen. Ein Remis, ein Sieg und eine Niederlage ist keine Bilanz, die für kollektive Ekstase sorgt. Aber: Kennen Sie Partys, auf denen zwar Stimmung und Tanzmotivation gedämpft, dafür aber Snacks und die Mitternachts-Currywurst vom Feinsten sind? Genau das ist Kanada. Es gibt nix zu meckern. Aber mach ruhig die Musik noch ein bisschen lauter!

Jonathan David jubelt mit Stephen Eustaquio.

Kanada muss etwas früher heim

Doch nun zur entscheidenden Frage: Wer wird ab sofort am besten performen und sich auf der nun erst richtig durchstartenden WM-Party in die Geschichtsbücher tanzen?

Wir rollen das Feld von hinten auf und beginnen mit unseren Freunden aus Kanada. Ein Land, das jahrelang vom aktuellen Freund von Popstar Katy Perry regiert wurde, ist zwar per se für eine Überraschung gut. Herkömmlich können die anderen. Ein Blick auf den Turnierbaum zeigt jedoch, dass die Lichter auf den Tanzflächen zwischen Toronto und Vancouver wohl schon bald angehen werden. Südafrika, der Gegner im Sechzehntel-Finale, wird sich am Sonntag in Los Angeles (21 Uhr) zwar nicht als Party-Crasher erweisen. Spätestens gegen die Niederlande oder Marokko im Achtelfinale heißt es dann aber: Rien ne va plus.

In Mexiko wird noch gefeiert

Vom Norden geht es weiter in den Süden. Es gibt viel Tequila, der glücklich sein lässt. Und eine Mannschaft, die die Fiesta Mexicana weiter anheizt. Die ecuadorianische Elf löste zwar bei der DFB-Elf Schwindelgefühle und einen Kater aus, gegen Mexiko kommen die Südamerikaner aber nicht einmal in die Nähe von Getränken. El Tri lässt sich nicht lange bitten und spielt sich eine Runde später gegen England dann in einen richtigen Rausch.

Die Mexikaner nutzen den Heimvorteil und verwandeln das Aztekenstadion in beiden K.o.-Phasen-Partien in das größte Open-Air-Festival Mittelamerikas. Nach dem Einzug ins Viertelfinale ist nicht mehr New York die Stadt, die niemals schläft – sondern Mexiko-City. Kurz danach folgt aber das böse Erwachen. Das Überraschungsteam aus Norwegen zieht Mexiko in Miami ohne Probleme den Stecker.

Die USA ärgern Belgien

Last but not least widmen wir uns den USA. Die Mannschaft, in der mit Sebastian Berhalter zumindest namenstechnisch das größte Feierbiest spielt, lässt ebenfalls noch etwas länger die Hüften kreisen. Im Gegensatz zu Mexiko sind die Partys zwar nicht annähernd so gut besucht. Die, die kommen, erleben aber Einmaliges. Auf einen Kantersieg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien (Donnerstag, 2 Uhr) folgt Anschauungsunterricht im Achtelfinale.

Die alten Herren aus Belgien haben früher zwar sicher viel erlebt. Gegen die USA müssen sich Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Co. aber eingestehen, dass die goldenen Zeiten der goldenen Generation endgültig vorbei sind. Die USA ziehen mit einer Polonäse ins Viertelfinale ein und ärgern dort auch lange die spanischen Ausnahmekünstler um Rodri, Pedri und Yamal. Das Duell gegen die haushohen Favoriten wird weit mehr als ein letzter Absacker, aber am Ende setzt sich Tiki-Taka durch.


Quelle:

www.sportschau.de

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