Es bleibt heiß in Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremen Temperaturen – auch Schauer und Gewitter sind im Anmarsch. In Baden-Württemberg sind in der Nacht mehrere Menschen bei einem Blitzeinschlag verletzt worden.
Kalendarisch beginnt der Sommer zwar erst morgen, doch schon jetzt wird Europa von einer Hitzewelle geplagt. In Deutschland lag die Höchsttemperatur gestern bei 38,5 Grad – gemessen in Kitzingen bei Würzburg. Nach der Hitze zogen am Abend und in der Nacht schwere Gewitter auf.
Ein Zeltlager im baden-württembergischen Rastatt wurde während eines starken Unwetters von einem Blitz getroffen. Neun Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen kamen laut Polizei in ein Krankenhaus. Unter den Verletzten befindet sich auch ein 13-jähriges Kind, wie der SWR berichtet. Im Rahmen eines Handballfests hatten mehrere Menschen an einem Sportplatz gezeltet.
Bei einem Zeltlager auf einem Sportplatz in Rastatt schlug in der Nacht ein Blitz ein.
Hochwasser in Rheinland-Pfalz
Auch in Rheinland-Pfalz gab es am Freitag Unwetter, besonders betroffen war der Rhein-Lahn-Kreis. Dort traten mehrere Flüsse über die Ufer. Eine Sprecherin des Kreises sprach nach vorläufigen Daten von einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt. Die Feuerwehr wurde Dutzende Male gerufen, größere Schäden blieben aus.
Die Pegelstände stiegen binnen kürzester Zeit stark an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte bereits am Abend zeitweise vor einem Extremhochwasser gewarnt. Im Laufe der Nacht fielen die Pegelstände aber wieder.
Auch über die südwestlichen Teile Nordrhein-Westfalens zogen Gewitter. Über größere Schäden ist bislang nichts bekannt.
Auch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren am Freitag von Unwettern betroffen.
Festivals unterbrochen
Von den Gewittern waren auch mehrere Musikfestivals betroffen: Südlich von Flensburg in Schleswig-Holstein musste in der Nacht ein Festival-Gelände mit seinen rund 5.000 Besuchern geräumt werden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden 13 Menschen bei dem Sturm leicht verletzt. Mittlerweile duften die Menschen zurück auf das Gelände. Im Norden zwischen Hamburg und Bremen findet zudem das Hurricane-Festival statt, dort gab es trotz eines Gewitters am Morgen aber offenbar keine Zwischenfälle.
Das mit rund 60.000 Besuchern deutlich größere Musikfestival Southside nahe Konstanz in Baden-Württemberg musste schon am Freitag wegen eines Unwetters zeitweise unterbrochen werden.
Hitzeschäden bremsen Verkehr
Unwetter auf der einen, Hitze auf der anderen Seite: In Brandenburg lösten die hohen Temperaturen Straßenschäden aus. Auf der Autobahn 13 von Dresden Richtung Schönefelder Kreuz im Süden Berlins kommt es im Landkreis Dahme-Spreewald zu Verkehrsbehinderungen wegen Fahrbahnschäden, hieß es von der Polizei. Auf dem Abschnitt sei das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt worden. Der Verkehrsclub ADAC meldete, der Asphalt blähe sich auf.
Auch in Schleswig-Holstein verursachte die Hitze Schäden auf einer Fahrbahn, konkret auf der A1 in Richtung Lübeck zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe. Als Notfallmaßnahme sei der beschädigte Fahrstreifen gesperrt worden, teilte die Autobahn GmbH mit. Der Verkehr werde einspurig an den Schäden vorbeigeführt. Zudem sei eine Umleitung eingerichtet. Für Wartungsarbeiten solle die Fahrbahn in Richtung Norden ab 20.00 Uhr voll gesperrt werden. Gegen 24.00 Uhr werde die Strecke voraussichtlich wieder einspurig freigegeben.
Hitze bleibt – weitere Unwetter möglich
Ein Ende der Hitzewelle ist vorerst nicht in Sicht, Deutschland steht ein heißes Wochenende bevor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für heute mit “schwülheißen 30 bis 38 Grad” mit den höchsten Werten im Südwesten.
Zudem drohen weiterhin Gewitter. Von den Mittelgebirgen bis zu den Küsten könnten sie gebietsweise kräftig ausfallen. Unwetter seien nicht ausgeschlossen. Die Gewitterfront werde langsam in Richtung Osten ziehen. “Dort dann im Laufe des Nachmittags Intensivierung und vereinzelte Unwetter wahrscheinlich”, hieß es vom DWD. Am Spätnachmittag und Abend seien dann auch in den übrigen Regionen – abgesehen vom äußersten Nordwesten – erneut einzelne kräftige, aber lokal begrenzte Gewitter möglich.
Quelle:
www.tagesschau.de




