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SportWM 2026: Weltklasse mit Schwächen - so ist Frankreich zu knacken

WM 2026: Weltklasse mit Schwächen – so ist Frankreich zu knacken


Analyse

Stand: 30.06.2026 • 09:57 Uhr

Frankreich geht als haushoher Favorit ins Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Schweden. Die “Équipe Tricolore” spielt bislang ein starkes Turnier, ist aber nicht unverwundbar.

Es ist das oberste Regalfach im Weltfußball: Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé , Michael Olise, Désiré Doué, Bradley Barcola oder Rayan Cherki – allesamt Offensivspieler, die in der Gruppenphase der WM 2026 in allen drei Spielen Frankreichs gegen Senegal (3:1), Irak (3:0) und Norwegen (4:1) zum Einsatz kamen.

Weltklasse auf jeder einzelnen Position

Weltklasse – und zwar auf jeder einzelnen Position, unabhängig von der Besetzung. Wobei Mbappé, Dembélé, Olise und Doué die Nase vorn haben, wenn es um die Startformation geht. Sollten es diese Extrakönner nicht richten, haben “Les Bleus” dann immer noch Angreifer wie Marcus Thuram oder Jean-Philippe Mateta in der Hinterhand, die gehobenes internationales Niveau aufweisen.

Frankreich gehörte bereits vor dem Turnier zu den WM-Mitfavoriten und nach den überzeugenden Auftritten in der Vorrunde ist die “Équipe Tricolore” der Topkandidat auf den Titel. Die Brust ist jedenfalls breit: Drei Siege in der Gruppenphase gelangen Frankreich zuvor nur 1998 bei der WM im eigenen Land, als der erste von zwei WM-Pokalen erobert werden konnte.

Im Sechzehntelfinale (30.06., 23 Uhr, live im Audiostream auf sportschau.de) wartet nun Schweden auf Frankreich. Die Skandinavier sind krasser Außenseiter – aber sie können Mbappé und Co. durchaus stressen.

Gefährliche Doppelspitze Viktor Gyökeres/Alexander Isak

Da ist die individuelle Qualität einzelner Spieler, auch Schweden hat seine Stärken in der Offensive. In der Doppelspitze spielen mit Viktor Gyökeres (FC Arsenal) und Alexander Isak (FC Liverpool) zwei international erfahrene Angreifer. Dahinter ist Anthony Elanga (Newcastle United) für die Kreativmomente zuständig. Der 24-Jährige spielt ein starkes Turnier.

Dazu kommen noch die beiden Sechser Yasin Ayari (Brighton & Hove Albion) und Victor Lindelöf (Aston Villa), die in den Gruppenspielen zu überzeugen wussten. Die französische Abwehr zeigte sich bislang nicht komplett sattelfest, Schwedens Qualität im Spiel nach vorne könnte den Weltmeister von 2018 durchaus ärgern.

Schweden muss Frankreich zu Ballverlusten zwingen

Wichtig wird aber die kollektive Vorgehensweise werden. Schweden muss versuchen, das französische Aufbauspiel frühzeitig zu stören und nach Ballgewinnen möglichst schnell vertikal nach vorne zu spielen. Hier haben sich “Les Bleus” sowohl gegen Senegal als auch gegen Norwegens B-Elf anfällig gezeigt.

Adrien Rabiot, Manu Koné und Aurélien Tchouaméni, die französischen Sechser, sind stark im Löcher stopfen und darin, den Ball nach vorne zu tragen. Unter hohem Gegnerdruck sind sie aber nicht die resistentesten Spieler.

Senegal zwang Frankreich in der ersten Hälfte durch hohes Pressing zu zahlreichen Fehlern. Die afrikanische Mannschaft hielt bis zur Pause ein torloses Remis gegen die “Équipe Tricolore” und hatte bis dahin sogar die besseren Chancen, ehe die individuelle Extraklasse der Franzosen für den klaren Sieg sorgte.

Auch Norwegen hätte ein besseres Resultat als die deutliche 1:4-Pleite verdient gehabt. Gelegenheiten waren da, die beste vergab Joergen Strand Larsen, der mit einem Foulelfmeter am französischen Keeper Mike Maignan scheiterte.

Verursacht hatte diesen der Linksverteidiger Théo Hernández. Die defensiven Außenbahnen sind eine weitere kleine Schwachstelle des französischen Spiels. Hernández ist weit von seiner Bestform entfernt. Der frühere Milan-Profi, der mittlerweile für Al Hilal in Saudi-Arabien kickt, wirkt lange nicht mehr so dynamisch und beweglich wie in früheren Zeiten. Gegen Norwegens Flügelspieler Oscar Bobb hatte der 28-Jährige gleich mehrfach das Nachsehen und verursachte im direkten Duell auch den Strafstoß, als er sich von Bobb austanzen und dabei das Bein stehen ließ.

Oscar Bobb im Zweikampf gegen Theo Hernandez

Jules Koundé, der rechts hinten spielt, hat seine Stärken auch eher im Ankurbeln des Offensivspiels als in der defensiven Absicherung. Balleroberungen und schnelle Angriffe über die Flügel sind somit eine weitere Möglichkeit, Frankreich wehzutun.

Arbeiten die Offensivstars nach hinten mit?

Und schließlich liegt ein weiterer wunder Punkt des Weltmeisters von 2018 ausgerechnet in der Star-Besetzung der Offensive. Mbappé, Dembélé, Olise und Co. sind allesamt eher für Virtuosität als für Defensivarbeit bekannt.

Rüffel von Coach Didier Deschamps

Exemplarisch hierfür steht eine Szene aus dem Senegal-Spiel. Mbappé agierte in Halbzeit eins fahrig und blieb nach einem Ballverlust einfach stehen. Die Afrikaner kamen in der Folge zu einem Pfostenschuss durch Nicolas Jackson. In der folgenden Trinkpause schnappte sich der französische Coach Didier Deschamps seinen Topstürmer und fand deutliche Worte. Mutmaßlich dürfte es um das Abwehrverhalten des Stürmers gegangen sein. Dieses, und das gilt auch für seine Kollegen in der Offensive, gehört nicht zu Mbappés Kernkompetenzen.

Es gibt sie also, die kleinen Schwächen bei “Les Bleus”. Bei aller französischen Qualität ist Schweden nicht chancenlos. Wichtig wird es für die Skandinavier sein, die eigene Fehlerquote zu minimieren, dem Gegner durch hohes Pressing und eine giftige Spielweise Raum und auch die Lust zu nehmen sowie die eigene Taktik konsequent durchzuziehen.


Quelle:

www.sportschau.de

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