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KulturFilm & Kunst„Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar und die Farbe Rot

„Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar und die Farbe Rot

Das Kino des spanischen Filmemachers Pedro Almodóvar ist knallbunt. Seinen oftmals düsteren Themen über künstlerische Krisen bis hin zu Vergänglichkeit und Tod setzt er eine farbenreiche Ausstattung entgegen. Dabei wurde besonders die Signalfarbe Rot zu seinem Markenzeichen. Ab 30. Juli läuft sein neuester Film „Bitteres Fest“ in den deutschen Kinos an.

 

Schon das Poster des vielfach ausgezeichneten „Leid und Herrlichkeit“ ist in dem für Regisseur Pedro Almodóvar bekannten knalligen Rot gehalten. Hinter dem von Antonio Banderas gespielten Protagonisten ragt ein Schatten auf, dessen Silhouette der des spanischen Autorenfilmers verdächtig ähnlich sieht. Die von Antonio Banderas gespielte Figur Salvador Mallo ist ebenfalls ein Filmregisseur, der durch die Wiederaufführung eines Frühwerks mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird – also ein überdeutlicher Hinweis auf eine autobiografisch gefärbte Handlung.

Trägt auch gerne Sonnenbrille: Antonio Banders in „Leid und Herrlichkeit“ (© StudioCanal)

 

Almodóvar setzt seinen bewegenden Dramen über künstlerische Schaffenskrisen, Vergänglichkeit und Tod stets ein markantes, knallbuntes Produktionsdesign entgegen. So fallen das farblich abgestimmte Interieur in Salvadors stilvoll eingerichteter Wohnung genauso schnell ins Auge wie die ausgefallene Garderobe, während die Figur über existenzielle Ängste, Kunst und die Beziehung zu seiner Mutter sinniert. Vor allem die Signalfarbe Rot zieht sich dabei als allesbestimmende Kontur durch die fast 50 Jahre andauernde Filmografie von Almodóvar.

 

Rot steht für Lebensfreude & Tod

„Rot ist die Farbe des Verlangens und der Lebensfreude, des Festes, aber auch des Todes und des Feuers“, umschreibt Almodóvar die Bedeutung der Farbe, die am meisten für sein Kino steht. Kein Wunder also, dass sie auch in seinem jüngsten Film „Bitteres Fest“ zu tragen kommt, dessen Geschichte rund um die Weihnachtszeit spielt.

Erneut geht es um einen Regisseur und Drehbuchautor namens Raúl Durán (gespielt von Leonardo Sbaraglia), der die Geschichte der Werbefilmerin Elsa (Bárbara Lennie) verarbeitet. Diese wurde vor zwanzig Jahren durch den Tod ihrer Mutter mit einer tiefen Trauer konfrontiert, an der sie noch immer leidet und regelmäßig mit Panikattacken zu kämpfen hat.

Szene aus "Bitteres Fest"
Bárbara Lennie in roter Garderobe in „Bitteres Fest“ (© StudioCanal)

 

Erneut handelt es sich bei „Bitteres Fest“ um ein melancholisch aufgeladenes Drama über einen Künstler in der Schaffenskrise, das parallel verlaufende Geschichten miteinander verbindet. Zwischen Autofiktion und Fiktion sieht Almodóvar allerdings kaum einen Unterschied: „Die allergrößte Befreiung ist die, wenn am Ende alle Elemente gut funktionieren und ineinandergreifen.“ Dass er sich diesmal gewissermaßen als Bösewicht inszeniert, da Raúl nicht gerade als liebenswerte Figur eingeführt wird, war für Almodóvar ein befreiender Akt.

Die Schwere der in „Bitteres Fest“ verarbeiteten Themen gleicht Almodóvar mit einer „bemerkenswerten Leichtigkeit“ aus, beschreibt Irene Genhart in ihrer Kritik des Films. Es geht um Todesfälle, Depressionen und existenzielle Ängste. Doch, wie in den meisten Filmen von Almodóvar, geht es dabei paradox zu: Je dunkler die Themen, desto leuchtender und kräftiger erscheinen die Figuren in ihren abgestimmten Kostümen und den farblich komponierten Versatzstücken.

Poster zu "Bitteres Fest"
Das offizielle Poster zu „Bitteres Fest“ (© StudioCanal)

 

Hinweis

„Bitteres Fest“ läuft ab Donnerstag, 30. Juli, in den deutschen Kinos.


Quelle:

www.filmdienst.de