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SportFall Balogun - norwegischer Verband fordert Untersuchung

Fall Balogun – norwegischer Verband fordert Untersuchung

Stand: 23.07.2026 • 12:20 Uhr

Norwegens Fußballverband will den Fall Balogun bei der WM 2026 zu einem Thema bei der Ethikkomission der FIFA machen – es ist eine Konfrontation gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino.

“Wenn man eine Regel auf diese Weise beugt, begibt man sich auf eine schiefe Bahn, die den gesamten Sport gefährdet”, sagte die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness im Interview mit der britischen Zeitung “The Times”. “Es ist besorgniserregend, wenn grundlegende Spielregeln ausgehebelt werden.”

Der norwegische Verband NFF beabsichtige, bei der Ethikkommission der FIFA eine formelle Beschwerde wegen der möglichen Einmischung von US-Präsident Donald Trump bei der Aussetzung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun einzureichen, sagte Klaveness. Der NFF-Vorstand müsse dem noch zustimmen.

Die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness mit FIFA-Präsident Gianni Infantino

Der Fall Balogun

Der US-Stürmer Folarin Balogun war im Sechzehntelfinale zwischen den USA und Bosnien-Herzegowina in der 64. Minute nach einer VAR-Überprüfung wegen groben Foulspiels mit Rot vom Platz gestellt worden. Die USA gewannen zwar 2:0, doch der Angreifer wäre durch die in den Regeln verankerte automatische Sperre für das Achtelfinale gegen Belgien ausgefallen. Die Sperre wurde allerdings durch die FIFA-Disziplinarkommission zur Bewährung ausgesetzt – ein Novum. Dadurch war Balogun gegen Belgien im Achtelfinale spielberechtigt. Die Entscheidung fiel im Einzelrichterverfahren. US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino bestätigten, dass sie über die Sperre am Telefon gesprochen haben. Trump sagte, dass er “eine Überprüfung” gefordert habe. Sowohl die FIFA als auch das Weiße Haus betonten, das Gespräch habe keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt. Die UEFA und mehrere Nationalverbände reagierten mit deutlicher Kritik an dem Vorgehen.

Klaveness fordert Eingeständnis, “dass das ein Fehler war”

“Wir alle wissen, dass dieses Urteil von außen beeinflusst wurde und nicht auf einem ordnungsgemäßen Verfahren beruhte”, sagte Klaveness und forderte ein Eingeständnis: “Wir brauchen von unserer Führung bei der FIFA die Aussage, dass dies ein Fehler war.”

Klaveness betonte: “Der Versuch, die Sache unter den Teppich zu kehren, wird nicht funktionieren. Zu viele Menschen – Trainer, Spieler, Fans – hatten das Gefühl, dass hier zu stark in das Spielgeschehen eingegriffen wurde.”

US-Präsident Donald Trump (r.) mit FIFA-Präsident Gianni Infantino

Trump äußerte Dank über die Entscheidung an Infantino

Die mutmaßliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino auf die Entscheidung des unabhängigen FIFA-Disziplinarkomitees solle einer bereits bestehenden Beschwerde hinzugefügt werden, so Klaveness.

Die Menschenrechtsorganisation FairSquare hatte die Beschwerde bei der Ethikkomission der FIFA gegen Infantino eingereicht. Dabei ging es um einen Verstoß gegen die Regeln zur politischen Neutralität durch die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an den US-Präsidenten. Dieser Beschwerde hatte sich der norwegische Verband als einziger der 211 FIFA-Mitglieder angeschlossen. Eine ähnliche Beschwerde gegen IOC-Mitglied Infantino läuft bei der Ethikkommission des IOC. Infantino hatte betont, die Unabhängigkeit des Disziplinarkomitees zu verteidigen. Infantino steht 2027 zur Wiederwahl, die Zustimmung gilt als sicher.

Trump hatte am Abend vor dem WM-Finale erneut Zweifel an einer unabhängigen Entscheidung ausgelöst, als er Infantino direkt dankte. Er habe Infantino angerufen und eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Trump – und wandte sich dann direkt an Infantino, der neben ihm stand: “Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen.”


Quelle:

www.sportschau.de

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