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GesundheitFIFA will WM-Anteile verkaufen - UEFA übt scharfe Kritik

FIFA will WM-Anteile verkaufen – UEFA übt scharfe Kritik

Der Fußball-Weltverband FIFA sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Fußballturnieren für neuen Wirbel. Die FIFA um Präsident Gianni Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie sie mitteilte.

Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre. “Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften”, kritisierte die Europäische Fußball-Union (UEFA).

“Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf”, hieß es in dem UEFA-Statement weiter.

Neben der UEFA hat auch der frühere Weltverbandschef Sepp Blatter scharfe Kritik an der FIFA und deren WM-Investorenplan geäußert. Die “enge Beziehung” zwischen FIFA-Chef Infantino und US-Präsident Donald Trump habe “eine finanzielle Dimension erreicht, die dem Fußball tief schadet. Niemand hat das Recht, unser Spiel zu verkaufen”, schrieb Blatter, der die Kommerzialisierung des Weltverbandes schon während seiner Amtszeit vorangetrieben hatte, bei X.

Kleine Verbände erhalten ebenfalls Anteile

Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist.

Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt. Einem Bericht der “Times” zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.

Schild mit dem FIFA-Schriftzug in Zürich in der Schweiz
Die FIFA hat ihren Sitz in Zürich in der SchweizBild: Markus Ulmer/Pressefoto Ulmer/picture alliance

Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks. Alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten.

Trump-Vertraute als Mittelsmänner?

“Wir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fußballwelt, die zu oft übersehen werden, massiv zu investieren”, erklärte Infantino den Schritt. Zu den Plänen sagte er laut Mitteilung: “Unsere nächste Wachstumsphase erfordert eine eigens dafür geschaffene Struktur, in der die kommerzielle Seite des Sports als fokussiertes, eigenständiges Geschäftsfeld agiert und dessen Wert weltweit umfassender und besser verteilt wird.”

Jeder FIFA-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten, so Infantino. “Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit.”

Der demokratische US-Kongressabgeordnete Jamie Raskin, der Infantino aufgefordert hat, vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses zu den Verbindungen der FIFA zur Trump-Administration Stellung zu nehmen, sagte: “Fußballfans konnten sich die Weltmeisterschaft schon vorher aufgrund der korrupten Preistreiberei der FIFA nicht mehr leisten – mehr Korruption durch Oligarchen bedeutet nur, dass der schöne Sport noch mehr durch Konzerne in Verruf gerät.”

US-Präsident Donald Trump (rechts im Bild) und FIFA-Boss Gianni Infantino laufen über den Fußballplatz. Trump winkt ins Publikum.
Bereits während der WM in den USA, Kanada und Mexiko werden FIFA-Boss Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump (r.) zu viel Nähe vorgeworfenBild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Die FIFA gehe nun nach der WM “direkte Geschäfte mit der Familie Trump” ein, ergänzte er mit Blick auf die Rolle von “Thrive Capital”, einer Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Infantino schon einmal gescheitert

Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass “Thrive Capital” die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die FIFA arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen.

Ähnliche Pläne hatte Infantino schon im Jahr 2018 verfolgt, als er für die Club-WM und eine weltweite Nations League einen Milliarden-Deal unter Beteiligung saudi-arabischer Investoren anstrebte. Dieses Geschäft erhielt innerhalb der FIFA aber keine ausreichende Unterstützung und kam daher nicht zustande.


Quelle:

www.dw.com

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