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SportFußball in Aufruhr - UEFA bereitet Sitzung für Donnerstag vor

Fußball in Aufruhr – UEFA bereitet Sitzung für Donnerstag vor

Stand: 29.07.2026 • 18:58 Uhr

Der Weltverband FIFA und sein WM-Investorenplan halten den internationalen Fußball in Atem.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat sich irritiert zum Vorgehen des Weltverbandes FIFA geäußert, die ihren Mitgliedsverbänden offenbar eine Frist bis zum 19. September gesetzt hat, um ihren Investoren-Plänen zuzustimmen. “Wir haben heute erfahren, dass die FIFA den Verbänden eine Frist gesetzt hat, innerhalb derer sie ihre Vorschläge unterstützen müssen, andernfalls wird das Angebot einer einmaligen Auszahlung zurückgezogen”, hieß es in einer Mitteilung der UEFA am Mittwochnachmittag: “Das sagt bereits alles, was man über diesen Plan wissen muss.”

Die FIFA und ihr Präsident Gianni Infantino planen, Anteile der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Der Weltverband möchte hierfür eine Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Infantino den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben, um den Plänen zuzustimmen. Eine einfache Mehrheit soll demnach ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen.

Dringlichkeitssitzung noch am Mittwoch

Die UEFA verwies in ihrem Statement auf “erheblichen und wachsenden Widerstand gegen das Vorhaben der FIFA”. Die FIFA dürfe “unseren Sport nicht weiterhin dazu nutzen, sich selbst und ihre Freunde zu bereichern”, betonte der europäische Verband.

Noch am Mittwoch will die Europäische Fußball-Union (UEFA) in kleiner Runde zusammenkommen. Eine entsprechende Nachricht der französischen Sportministerin Marina Ferrari auf der Plattform “X” deckt sich mit Informationen der Sportschau. In dieser Runde soll dann eine Dringlichkeitssitzung mit allen 55 Verbänden am Donnerstag vorbereitet werden, in der über weitere Reaktionen auf die Pläne beraten werden soll. Laut “Sky”, “ESPN” und “Bloomberg” soll dabei auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden.

Die englische “Times“, der “Telegraph” und die “Financial Times” hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an Investoren verkaufen will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Abend weitgehend.

CONCACAF und AFC üben Kritik

Auch der Kontinentalverband CONCACAF äußerte Kritik an den Plänen. Insbesondere den aus ihrer Sicht intransparenten Prozess rückte die CONCACAF in den Fokus: “Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens”, teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik gegenüber dem englischen “Guardian” mit.

Ähnlich äußerte sich auch der asiatische Verband AFC, der sich sich “enttäuscht” zeigte, dass “eine Angelegenheit von solcher Tragweite an die Öffentlichkeit gelangte, bevor der AFC-Familie die Gelegenheit gegeben wurde, diese über die geeigneten und etablierten Governance-Kanäle zu prüfen und zu erörtern”. Man sei der Meinung, dass “Initiativen dieser Größenordnung und Tragweite auf den Grundsätzen guter Führung, Transparenz und sinnvoller Konsultation beruhen” müssten, so der in Kuala Lumpur ansässige Verband.

NGO Fairsquare ruft zu weiterem Widerstand auf

Auch die Organisation FairSquare bezeichnete die Pläne als “skandalösen Ausverkauf unseres gemeinsamen Erbes”. Wie der Direktor der Organisation Nicholas McGeehan am Mittwoch auf SID-Anfrage mitteilte, gehöre der Fußball “nicht der FIFA, um ihn zu verkaufen – schon gar nicht an Private-Equity-Fonds und Organisationen, die ausschließlich daran interessiert sind, von der Popularität des Sports zu profitieren”.

FairSquare befürchtet mit Blick auf die Pläne, dass “dies das Patronagenetzwerk ankurbeln wird, das die Hauptursache für die Missstände bei der FIFA ist und das Potenzial birgt, Korruption zu begünstigen”. FairSquare ruft “Politiker sowie alle anderen einflussreichen Persönlichkeiten und Organisationen” deshalb unter anderem dazu auf, “sich diesen Plänen zu widersetzen und die Forderungen nach einer Untersuchung der Verbindungen von Gianni Infantino zu US-Präsident Donald Trump durch die Ethikkommission der FIFA zu unterstützen”.


Quelle:

www.sportschau.de

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