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GesundheitJapan: Zahlreiche Opfer bei schwerem Erdbeben

Japan: Zahlreiche Opfer bei schwerem Erdbeben

Besonders schwer betroffen von dem Erdbeben ist die Präfektur Kumamoto auf der südwestlich gelegenen Hauptinsel Kyushu. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi sagte, es gebe Berichte über viele Verletzte, eingestürzte Gebäude und beschädigte Straßen. In einigen Gebieten sei Feuer ausgebrochen. 

Das komplette Ausmaß der Schäden stehe aber noch nicht fest, so die Ministerpräsidentin weiter.

Japan Tokio 2026 | Premierministerin Sanae Takaichi nach Erdbeben in Kumamoto an Rednerpult vor Mikrofonen (bei einer Pressekonferenz)
Japans Regierungschefin Sanae Takaichi informiert die Öffentlichkeit Bild: Kyodo/REUTERS

Der japanische Fernsehsender NHK meldete, allein ein Krankenhaus behandele nach eigenen Angaben mehr als 50 Verletzte. Später berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo, ein Mann sei beim Zusammenbruch seines Hauses ums Leben gekommen. 

Todesopfer in beschädigtem Einkaufszentrum vermutet

In einem großen Einkaufszentrum kam es laut Polizei zu einer Explosion. Luftaufnahmen zeigten erhebliche Sachschäden an dem Gebäude. Sicherheitskräfte gehen von “ziemlich vielen” mutmaßlichen Todesopfern aus, wie der Fernsehsender TBS meldete.

Nach Informationen des TV-Senders NHK sind noch “zahlreiche” Menschen in dem Einkaufszentrum “Aeon Mall” eingeschlossen. Ein Stockwerk sei eingebrochen.

Der TV-Sender NHK zeigte zudem Aufnahmen von brennenden und eingestürzten Häusern, großen Rissen in Straßen und einem entgleisten Güterzug in der Region. In rund 48.000 Haushalten in Kumamoto sei der Strom ausgefallen, hieß es weiter. Mehr als 150.000 Menschen wurden aufgefordert, Evakuierungszentren aufzusuchen.

Zugverkehr eingestellt – Chiphersteller evakuiert sein Werk 

Der Bahnbetreiber JR Kyushu ​stellte den gesamten Zugverkehr ein, einschließlich der Hochgeschwindigkeitszüge. Der Flughafen von Kumamoto schloss seine Start- und Landebahn. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC evakuierte vorsorglich die Mitarbeiter seines dortigen ⁠Werks. ​Der Elektronikkonzern Sony, der ebenfalls eine Fabrik in der Region ​unterhält, prüft nach eigenen Angaben die Lage.

Japan Kumamoto 2026 | Umgestürzte Regale nach dem schwerem Erdbeben
In vielen Büros stürzten Regale und Schränke um Bild: Kyodo/REUTERS

Die nationale Wetterbehörde gab vorsorglich eine Warnung vor einem bis zu einem Meter hohen Tsunami heraus. Sie wurde einige Zeit später wieder aufgehoben. Gleichzeitig warnte die Wetterbehörde die Bürger, dass etwa eine Woche lang mit starken Nachbeben und Erdrutschen zu rechnen sei.

Erdbeben in Tiefe von zehn Kilometern

Das Epizentrum des Erdbebens lag in einer Tiefe von zehn Kilometern. Es erreichte nach Angaben der Behörde für Wetter- und Geowissenschaften die auf der japanischen Erdbebenskala höchste Stufe sieben. Kurz nach dem ersten Beben kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben.

Bei den Atomkraftwerken wurden der zuständigen Aufsichtsbehörde zufolge keine Auffälligkeiten festgestellt. Drei zu dem Zeitpunkt in der Region aktive Atomreaktoren setzen laut Behörde ihren normalen Betrieb fort.

Japan Kumamoto 2026 | Teilweise schwer beschädigte Steinmauer der Burg Kumamoto nach Erdbeben
Beschädigte Steinmauer der historischen Burganlage Kumamoto Bild: Kyodo/REUTERS

Vor zehn Jahren war die Region Kumamoto von einem heftigen Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Damals kamen offiziellen Angaben zufolge 275 Menschen ums Leben. Tausende Menschen wurden verletzt. Auch damals gab es schwere Schäden an Gebäuden, darunter an der historischen Burg von Kumamoto.

Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern wird jedes Jahr von etwa 1500 Erdstößen erschüttert.

se/pgr (rtr, dpa, afp, ap)


Quelle:

www.dw.com