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WeltweitMarokko: Übereinstimmende Berichte über die Festnahme des Journalisten Ali Lmrabet in Tanger

Marokko: Übereinstimmende Berichte über die Festnahme des Journalisten Ali Lmrabet in Tanger

Der marokkanische Journalist Ali Lmrabet ist Berichten zufolge bei seiner Ankunft in Tanger festgenommen worden. Dies geht aus mehreren übereinstimmenden Informationen hervor, die seit Sonntag kursieren. Kollegen und journalistische Quellen, die von unserer Redaktion kontaktiert wurden, bestätigen diese Festnahme. Da jedoch keine offizielle Stellungnahme vorliegt, bleiben das Motiv, die Dauer und der genaue rechtliche Status des Journalisten unbekannt.

Der marokkanische Journalist Ali Lmrabet, der seit vielen Jahren in Spanien lebt, wurde Berichten zufolge am Sonntag bei seiner Ankunft in Tanger abgefangen. Die Nachricht, die sich zunächst in den sozialen Netzwerken verbreitete, wurde anschließend von mehreren Websites aufgegriffen und unserer Redaktion von Journalisten, die den Fall verfolgen, bestätigt.

Nach ersten vorliegenden Informationen soll die Festnahme kurz nach seiner Ankunft in der Stadt erfolgt sein. Es ist jedoch noch nicht möglich zu präzisieren, ob er am Flughafen Tanger-Ibn Battouta festgenommen, für eine Kontrolle festgehalten, zu einer Vernehmung abgeführt oder im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in Gewahrsam genommen wurde.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag keine offizielle Mitteilung der Staatsanwaltschaft, der Generaldirektion für nationale Sicherheit oder einer anderen marokkanischen Behörde vor, die die Umstände des Vorfalls geklärt hätte. Weder ein Grund für die Festnahme noch etwaige Anschuldigungen wurden öffentlich gemacht.

Dieses Fehlen von Informationen macht eine wichtige Unterscheidung notwendig: Eine Festnahme oder eine Vernehmung bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Person in Polizeigewahrsam genommen oder strafrechtlich verfolgt wird. Erst eine Ankündigung der Behörden, seiner Anwälte oder seiner Angehörigen wird es ermöglichen, seinen rechtlichen Status mit Sicherheit festzustellen und zu erfahren, ob er wieder auf freiem Fuß ist.

Eine führende Figur der marokkanischen Satiresse

Der 1959 im Norden Marokkos geborene Ali Lmrabet ist eine der bekanntesten Figuren der unabhängigen und satirischen Presse Marokkos. Als ehemaliger Diplomat arbeitete er unter anderem in der marokkanischen Botschaft in Buenos Aires, bevor er sich dem Journalismus zuwandte.

Nach einer Station bei Le Journal hebdomadaire gründete er im Jahr 2000 die französischsprachige Wochenzeitung Demain, aus der später das Demain Magazine hervorging. Er leitete auch Douman, deren arabischsprachige Version. Seine Publikationen wurden bekannt für ihre investigativen Berichte, Karikaturen und die Behandlung von Themen, die in Marokko als besonders sensibel gelten.

Ali Lmrabet schrieb insbesondere über die Monarchie, die Armee, die Sicherheitsdienste, die innenpolitische Lage und den Westsahara-Konflikt. Zudem arbeitete er mit der ausländischen Presse zusammen, insbesondere mit der spanischen Tageszeitung El Mundo.

Verurteilung und Inhaftierung im Jahr 2003

Sein Werdegang ist von mehreren Gerichtsverfahren geprägt. Im Mai 2003 verurteilte ihn ein Gericht in Rabat in erster Instanz zu vier Jahren Gefängnis ohne Bewährung, einer Geldstrafe und dem Verbot seiner beiden Publikationen.

Die damalige Anklage bezog sich insbesondere auf Vorwürfe der „Beleidigung der Person des Königs“, des „Angriffs auf das monarchische Regime“ und der „Verletzung der territorialen Integrität“. Er wurde sofort inhaftiert.

Im Berufungsverfahren wurde seine Strafe auf drei Jahre Gefängnis reduziert, während das Verbot von Demain Magazine und Douman aufrechterhalten wurde. Ali Lmrabet trat daraufhin in einen langen Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung und die Bedingungen, unter denen er strafrechtlich verfolgt wurde, zu protestieren.

Reporter ohne Grenzen, Amnesty International und mehrere Organisationen zur Verteidigung der Pressefreiheit forderten seine Freilassung. Amnesty International stufte ihn damals als gewaltlosen politischen Gefangenen ein.

Im Januar 2004 kam er schließlich nach einer königlichen Begnadigung frei. Er hatte mehr als sieben Monate in Haft verbracht.

Zehnjähriges Berufsverbot für den Journalismus

Im April 2005 wurde Ali Lmrabet Gegenstand einer neuen, besonders umstrittenen Gerichtsentscheidung: Er wurde zu einem zehnjährigen Berufsverbot als Journalist sowie zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt.

Das Verfahren stand im Zusammenhang mit Äußerungen über die Sahrawis, die in den Lagern von Tindouf in Algerien leben. In einem von El Mundo veröffentlichten Artikel hatte der Journalist sie als „Flüchtlinge“ bezeichnet, während die offizielle marokkanische Darstellung sie als vom Front Polisario gefangen gehaltene Personen präsentierte.

Ein Verein, der die marokkanische Position zur Sahara verteidigt, hatte ein Verleumdungsverfahren eingeleitet. Das Gericht sprach daraufhin das Berufsverbot aus, das bis April 2015 in Kraft bleiben sollte.

Diese Verurteilung wurde von internationalen Presseorganisationen scharf verurteilt. Reporter ohne Grenzen wies insbesondere darauf hin, dass ein Berufsverbot von einer solchen Dauer eine außergewöhnliche Strafe darstelle, die im marokkanischen Strafgesetzbuch keine klare Grundlage habe.

Schrittweise Niederlassung in Spanien

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme hat Ali Lmrabet Marokko nicht infolge einer heimlichen Flucht oder einer offiziellen Ausweisung verlassen. Er befand sich zum Zeitpunkt des Urteils von 2005 bereits in Madrid und arbeitete mit der spanischen Presse zusammen.

Nach der Schließung seiner Publikationen, seiner Inhaftierung und seinem Berufsverbot ließ er sich schrittweise in Spanien nieder, insbesondere in Barcelona. Er reiste jedoch weiterhin zwischen Spanien und Marokko, insbesondere nach Tétouan, seiner Herkunftsstadt.

Es ist daher genauer, ihn als einen in Spanien ansässigen marokkanischen Journalisten zu beschreiben, der gezwungen ist, den Großteil seiner beruflichen Tätigkeit dort auszuüben, als als eine Person, die Marokko nie wieder betreten hat.

Neue Hindernisse nach Ablauf des Berufsverbots

Als das zehnjährige Verbot im April 2015 auslief, kündigte Ali Lmrabet seine Absicht an, erneut eine satirische Zeitung in Marokko herauszugeben.

Er gab jedoch an, auf administrative Hindernisse gestoßen zu sein, die ihn daran hinderten, bestimmte offizielle Dokumente zu erhalten oder zu erneuern – insbesondere eine Wohnsitzbescheinigung, die für die Ausstellung seiner Papiere und die Registrierung einer neuen Publikation erforderlich ist.

Im Juni 2015 trat er vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf in einen Hungerstreik. Der Journalist behauptete damals, dass diese administrativen Schwierigkeiten darauf abzielten, ihn an der legalen Wiederaufnahme seiner beruflichen Tätigkeit in Marokko zu hindern.

Die marokkanischen Behörden bestritten ihrerseits die Vorwürfe der politischen Verfolgung und stellten die ihn betreffenden Verfahren im Allgemeinen als reine Anwendung des Gesetzes dar.

Eine Festnahme, die eine schwere juristische Vergangenheit weckt

Die Nachricht von seiner Festnahme in Tanger erregt aufgrund dieser Vorgeschichte besondere Aufmerksamkeit. Ali Lmrabet wurde im Laufe seiner Karriere bereits verurteilt, inhaftiert, mit einem Publikationsverbot belegt und sah sich mit administrativen Hürden konfrontiert.

Diese Vorgeschichte lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Gründe für den Vorfall vom Sonntag zu. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine öffentlichen Beweise dafür, dass diese Festnahme direkt mit seinen journalistischen Aktivitäten, seinen jüngsten Veröffentlichungen oder einem alten Gerichtsverfahren zusammenhängt.

Vorsicht bleibt daher unerlässlich. Mehrere übereinstimmende Quellen bestätigen, dass Ali Lmrabet tatsächlich bei seiner Ankunft in Tanger abgefangen wurde, aber die wesentlichen Fragen bleiben unbeantwortet: Von welchem Dienst wurde er festgenommen? Aus welchem Grund? Wurde er verhört und anschließend freigelassen? Wird er immer noch festgehalten? Wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet?

Bis zu einer Erklärung der marokkanischen Behörden, seines Anwalts oder seiner Angehörigen bleibt der Fall von Ungewissheit umgeben. Jede offizielle Entwicklung wird dazu beitragen, die Art und Tragweite dieser erneuten Festnahme eines Journalisten zu klären, dessen Werdegang weiterhin eng mit der Debatte über die Pressefreiheit in Marokko verknüpft ist.

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