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Neue Führungsriege unter Papst Leo XIV. / Giovanni Boscia wird Generaldirektor der Vatikanbank

Giovanni Boscia (55) wird der neue Generaldirektor der Vatikanbank (IOR). Wie das Geldinstitut am Mittwoch mitteilte, übernimmt der italienische Finanzfachmann die operative Leitung des IOR zum 1. Oktober. Dann erreicht der amtierende Generaldirektor Gian Franco Mammì (69) die für Laien im Vatikan geltende Altersgrenze.

Der Mitteilung zufolge hat der Aufsichtsrat die Ernennung beschlossen, die zuständige Kardinalskommission hat ihr zugestimmt. Der neue Generaldirektor leitet bereits seit 2019 die Finanzabteilung und die Investitionssparte des IOR, seit 2023 war er stellvertretender Direktor. Vor der Vatikanbank war er unter anderem bei den Finanzhäusern Salomon Brothers, Citigroup, RBS und Credit Suisse First Boston tätig.

Der scheidende Generaldirektor Mammì betonte anlässlich der Ankündigung des Wechsels, er hinterlasse seinem Nachfolger ein “solides, transparentes Institut, das international vollständig anerkannt ist”. Noch unter Papst Benedikt XVI. (2005-2013) war das IOR schwer angeschlagen und galt international nicht mehr als kreditwürdig. Unter Papst Franziskus (2013-2025) sorgten der von ihm berufene Bank-Präsident Jean-Baptiste de Franssu und seit 2015 Mammì als Generaldirektor für eine Sanierung und Professionalisierung des Instituts.

Führungsspitze der Bank komplett neu

Mit dem Wechsel auf dem Posten des Generaldirektors geht nun die unter Franziskus berufene Führungsriege in den Ruhestand. Die neue Spitze der Bank unter Papst Leo XIV. umfasst außer dem Generaldirektor noch den neuen Präsidenten, den Luxemburger Bankier François Pauly (62), der seit Mai im Amt ist. Neu ist auch der Präsident der Kardinalskommission, Kardinal Giuseppe Petrocchi (77). Er folgte Anfang Februar auf den langjährigen Amtsinhaber Kardinal Christoph Schönborn (81).

Die Vatikanbank IOR verwaltet derzeit rund 6 Milliarden Euro an Kundenvermögen. Ihr Nettogewinn betrug im vergangenen Jahr 51 Millionen Euro; davon wurden 24,3 Millionen an den Papst abgeführt.


Quelle:

www.domradio.de