Die US-Regierung hat neue Zölle auf Importe aus rund 60 Ländern und Wirtschaftsräumen angekündigt, darunter auch die EU. Das Weiße Haus begründete den Schritt mit einem unzureichenden Vorgehen der Handelspartner gegen Zwangsarbeit. Die Aufschläge von zehn bis 12,5 Prozent sollten in der Nacht zu diesem Freitag in Kraft treten und einen bisherigen weltweiten Sonderzoll von zehn Prozent ablösen.
Für Einfuhren aus der EU, Großbritannien und Kanada gilt weiterhin ein allgemeiner Zollsatz von zehn Prozent. Importe aus China und Japan werden dagegen mit 12,5 Prozent belegt. Die Regelung betrifft den Großteil des US-Handels. Für Stahl, Aluminium und andere Produktgruppen gelten weiterhin höhere branchenspezifische Zölle.
Frankreich bittet um EU-Hilfe gegen Waldbrände
Wegen der schweren Waldbrände hat Frankreich andere EU-Staaten um Unterstützung gebeten. Präsident Emmanuel Macron erklärte, sein Land habe die Aktivierung des EU-Zivilschutzmechanismus beantragt und werde dadurch rasch Hilfe bei der Brandbekämpfung aus der Luft erhalten.
Löschflugzeuge und Schwerlasthubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei sollen die französischen Einsatzkräfte verstärken. Frankreich wird seit Wochen von immer neuen Großbränden heimgesucht. Die Feuerwehr ist vielerorts an der Belastungsgrenze.
Trump will Schiffsschäden mit Iran-Geldern bezahlen
Angesichts der zunehmenden Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus und den angrenzenden Gewässern will US-Präsident Donald Trump eingefrorene iranische Gelder zur Begleichung von Schäden verwenden. Künftig würden Schäden an Schiffen, Ladung und damit verbundenen Gütern aus den von den USA verwahrten und kontrollierten iranischen Mitteln bezahlt, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Unterdessen griffen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben den Iran in der dreizehnten Nacht in Folge an. Die Angriffe hätten sich gegen militärische Ziele gerichtet, erklärte das US-Regionalkommando CENTCOM. Ziel sei es, den Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die von den Revolutionsgarden ausgehende Bedrohung für die Handelsschifffahrt zu verringern.
Trump knüpft Saudi-Atomdeal an Anerkennung Israels
US-Präsident Donald Trump verknüpft das Atomabkommen mit Saudi-Arabien überraschend mit einer Normalisierung der Beziehungen des Königreichs zu Israel. Der Deal sei “komplett abhängig” davon, dass Riad den Abraham-Abkommen beitrete, schrieb Trump auf Truth Social.
Mit diesen von den USA vermittelten Abkommen normalisierten 2020 die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan ihre Beziehungen zu Israel. Noch am Vortag hatte die US-Regierung eine Vereinbarung zur Unterstützung eines saudischen Zivilatomprogramms verkündet, ohne eine solche Bedingung zu nennen. Für Israel wäre eine Anerkennung durch Saudi-Arabien ein großer diplomatischer Erfolg. Bislang unterhalten beide Staaten offiziell keine Beziehungen.
Burnham will Steuern für britische Pubs senken
Pubs, Diskotheken und Konzertstätten in Großbritannien sollen künftig 20 Prozent weniger Gewerbesteuer zahlen. Das kündigte der neue Premierminister Andy Burnham an. Die Entlastung soll ab April 2027 rund 32.000 Betrieben zugutekommen und ihnen jährlich jeweils etwa 1100 Pfund sparen. Finanziert werden soll sie durch höhere Abgaben für Unternehmen, die laut Burnham keinen positiven Beitrag für Gemeinden leisten, darunter E-Zigaretten-Geschäfte.
Die Maßnahme kostet den Staat schätzungsweise 100 Millionen Euro pro Jahr. Viele Pubs leiden unter steigenden Energie- und Personalkosten. Im Schnitt schließt täglich ein Betrieb. Die oppositionellen Tories forderten Burnham auf, die Finanzierung genauer darzulegen.
EZB lässt Leitzinsen unverändert
Nach der Zinserhöhung im Juni schwenkt die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst wieder auf einen abwartenden Kurs ein. Der für Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,25 Prozent. Die EZB verwies auf stark schwankende Energiepreise und hohe Unsicherheit infolge des Iran-Kriegs. Die Folgen des Energieschocks für die Inflation seien noch nicht vollständig spürbar. Zugleich bekräftigte sie ihr Ziel, die Teuerung mittelfristig bei zwei Prozent zu stabilisieren.
Die Inflation im Euroraum war im Juni auf 2,8 Prozent gesunken. Vertreter der deutschen Industrie und Versicherungswirtschaft begrüßten die Zinspause angesichts der schwachen Konjunktur.
pgr/pg/as (dpa, afp, rtr, ap)
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Quelle:
www.dw.com



